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Montag, 12. Dezember 2011

Vor drei Monaten ...


... hatte ich hier im Blog letzmalig über meine schießsportlichen Aktivitäten berichtet. Seither ist einiges passiert. Ein halbes Dutzend Wettkämpfe, sowohl mit Luft- als auch mit Klein- und Großkaliberpistolen wurden bestritten. Deren Ergebnisse waren leider durchwachsen. Im Oktober konnte ich noch meinen bisherigen Wettkampfbestwert von 352 Ringen mit der LP erreichen. Doch danach ging es bergab, wie auf dem untenstehenden Diagramm zu erkennen ist. Bei einem Wettkampf anläßlich des Unabhängigkeitstages im polnischen Kolobrzeg am 12. November waren es beschämende 334 Ringe. Trotzdem hat es für eine Erinnerungsmedaille gereicht. :-)



Zwischenzeitlich gab es immer wieder gute Tage, doch die Konstanz des dritten Quartals ist leider dahin. Möglicherweise hat auch die kalte Witterung damit zu tun. Viele Schießstände sind nur schlecht beheizt, dicke Kleidung ist dem präzisen Schießen nicht unbedingt förderlich und auch das Allgemeinbefinden ist stärkeren Schwankungen ausgesetzt.

Beim Resümieren über das vergangenen Jahr blicke ich auch auf die "Gentlemen-Liga", einen LP-Fernwettkampf, an dem ich seit Sommer 2010 teilnehme. Im Verlauf des Jahres 2011 konnte ich, wie auch dort dokumentiert ist, eine schöne Leistungssteigerung erleben. :-)



Da der Prozeß der WBK-Beantragung voraussichtlich noch bis zum März dauern wird, habe ich kürzlich bei Frankonia eine Drulov DU-10 erstanden. Diese mehrschüssige CO2-Pistole soll mir als Winterübungswaffe vor allem für die KK-Disziplin Standardpistole dienen, damit ich im Frühjahr 2012 ohne großen Verzug in die Feuerwaffensaison starten kann. Meine DU-10 funktioniert einwandfrei, was - Gerüchten zufolge - nicht immer so sein soll. Nun muß ich mir nur noch an einem ruhigen Trainingstag wieder die StaPi-Abläufe vergegenwärtigen, denn das letzte KK-Training war im September.



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Donnerstag, 8. September 2011

Neue Auslandserfahrungen

Werbung für den Schießstand in Kolobrzeg.

Wie schon in den beiden vergangenen Jahren, so hat es Familie Krenkel auch im Sommer 2011 zum Zwecke der Erholung in das polnische Ostseebad Kolobrzeg (dt.: Kolberg) gezogen. Und wieder konnte ich meine Luftpistole mitnehmen, um während des Urlaubs ein wenig zu trainieren.



Mein Schwerpunkt lag auf der Atemtechnik: Die bisher von mir praktizierte Einfachatmung wurde durch die Doppelatmung abgelöst. Und deren Resultate sind (für mich) beeindruckend. Nach einigen Tagen der Gewöhnung an die neue Atmung konnten Ergebnisse von 350 bis 355 Ringen erzielt werden, in den 60-Schuß-Serien immerhin bis zu 524 (vgl. auch das untenstehende Diagramm). Und das ohne jede besondere Anstrengung - fast so, als wären solche Ringzahlen selbstverständlich. Wobei die entspannte Urlaubsatmosphäre mit Sicherheit einiges dazu beigetragen hat. :-)



Der Schützenklub Kołobrzeg war erneut ein überaus freundlicher Gastgeber. Unter den nur 35 Mitgliedern des Vereins sind immerhin 15 Jugendliche und Junioren - im Vergleich mit Deutschland beachtliche Zahlen. Auch die Werbung für den Schießsport ist in Kolberg nach wie vor stark, wie z.B. das Transparent an der Seebrücke (siehe Bild 1) belegt. Kurzum: Ein kleiner, aber leistungstarker Verein, dessen Mannschaft wir hoffentlich im kommenden Jahr in meinem Heimtaverein begrüßen können.



Nach dem Aufenthalt in Kolobrzeg folgten noch einige Tage in der von nahezu einer Million Einwohnern bevölkerten "Dreistadt" Gdansk/Sopot/Gdynia. Um mein Training nicht länger als unbedingt notwendig zu unterbrechen, habe ich auch dort einen Schießsportverein besucht: den Schützenklub "Senior" in Danzig. Dieser Verein gehört nicht nur zum Polnischen Schießsportverband PZSS, sondern auch zur Wehrsportorganisation LOK (dt.: Liga zur Verteidigung der Heimat), in deren umfangreichen Räumlichkeiten er auch untergebracht ist.
Die "Senioren" sind einer der wenigen ISSF-kompatiblen Vereine in der Dreistadt. Ansonsten gibt es noch den (sehr aktiven) Militärsportklub "Flotte" (poln.: WKS Flota) in Gdynia und ein paar 10-m-Schießstände in Schulen sowie einen oder zwei IPSC-Klubs.



Praktischerweise war unser Hotel nur 800 m vom Schießstand der "Senioren" entfernt. ;-) Die Liegenschaft befindet sich in einem Mischgebiet am nordwestlichen Rand der Innenstadt, wo es sowohl gewerbliche als auch Wohnbebauung gibt. Trotzdem darf dort ein offener 25- und 50-m-Stand betrieben werden - werktags von 10 bis 15 Uhr, samstags von 9 bis 15 Uhr.
Der Empfang war auch bei den "Senioren" freundlich. Der Gast aus Deutschland wurde auf einer der vier 10-m-Bahnen eingewiesen. Wie in Kolberg, so gab es auch in Danzig keine elektronische Anlage, wohl aber eine Kamera über dem Kugelfang und einen Monitor auf jedem Schützenstand zum Zwecke der Scheibenbeobachtung.


Das LOK-Gelände in Gdansk.

Und auch hier konnte ich auf Anhieb immerhin 349 Ringe schießen. Wir werden sehen, inwieweit mir diese Übungen geholfen haben, denn am Wochenende steht bereits der nächste LP-Wettkampf auf den Terminplan.



Abschließend (und weil ich in einem Forum darum gebeten wurde) noch ein paar Bemerkungen zu den in den polnischen Schützenvereinen verwendeten Waffen.
Für den Breitensport finden oft noch einfache Druckluftwaffen genutzt: Haenel 312 oder Feinwerkbau 300. Besser ausgestattete Vereine verfügen über Vorkomprimierer und preiswerte Preßluftwaffen wie z.B. die Modelle CZ 200 oder Röhm Twinmaster. Die leistungsorientierten Schützen verwenden oft LGs von Walther und Feinwerkbau sowie LPs von Morini, Walther und FWB.
Im KK-Bereich dominieren ganz klar Waffen aus sowjetischer/rußländischer sowie tschechischer Fertigung: Margolin und TOZ-35 bei den Pistolen, Waffen von CZ, Izhmash und TOZ bei den Gewehren. Sofern Privatwaffen vorhanden sind, kann man viele Pistolen und Gewehre von Walther auf den Ständen sehen.




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Montag, 15. August 2011

Besser als im Training ...


... war mein Luftpistolen-Ergebnis beim diesjährigen Berlin-Cup am 13. August. Schon nach den ersten 40 Schüssen hatte ich das zweitbeste Ergebnis meines Lebens geschossen, nur einmal im Training waren es zwei Ringe mehr. Als dann die 60 Wertungsschüsse abgegeben waren, konnte ich auf mein bisher bestes Resultat blicken: neun Ringe über dem bisherigen Trainingshöchstwert. :-)



Es wird unter Schießsportlern wohl nicht allzu oft vorkommen, daß man im Wettkampf deutlich besser schießt als während der Übungseinheiten. Eine Medaille konnte ich am Samstag natürlich nicht gewinnen, dafür war das Leistungsniveau dieser als Vorbereitung für die Deutsche Meisterschaft konzipierten Veranstaltung zu hoch. Nichtsdestotrotz ein schöner Erfolg.



Dank gebührt auch den gastgebenden Adlershofer Füchsen für die gute Organisation. Diese Truppe, eigentlich die Schießsportabteilung des PSV Olympia Berlin, ist m.E. ein Musterbeispiel für einen modernen Schützenverein, in dem nicht nur sehr viele Disziplinen angeboten werden, sondern auch sehr leistungsorientiert gearbeitet wird. Erstaunt hat mich die große Zahl der jugendlichen Teilnehmer, viele davon aus der Sportschule Frankfurt/Oder. Das kenne ich aus meiner Heimat gar nicht, wo ich eines der jüngsten Mitglieder bin.



Ich freue mich schon auf den Berlin-Cup 2012, dann sicher auch in den KK-Kurzwaffendisziplinen.





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Mittwoch, 22. Juni 2011

Saisonende


Nunmehr neigt sich die Wettkampfsaison der Sportschützen des DSB dem Ende zu. Zwar stehen noch einige Landes- sowie die Deutschen Meisterschaften an, doch für die meisten Schützen ist Saison weitgehend abgeschlossen; die neue beginnt erst im September. Gelegenheit also auch für mich, Bilanz zu ziehen.

Im Juli 2010 habe ich ein intensives LP-Training im DSB-üblichen Format begonnen und beteilige mich seither an einem Fernwettkampf. (Mittlerweile ist ein zweiter FWK hinzugekommen.) Im Oktober erfolgte dann der Beitritt zu einem Schießsportverein. Seither habe ich im Durchschnitt zweimal pro Woche mit Druckluft- und Kleinkaliberwaffen trainiert und bis dato an zehn Wettkämpfen im „real life“ teilgenommen (7 x Luft, 3 x KK).

Seit Ende Mai konnte ich noch an zwei Wettbewerben in meiner (derzeitigen) „Paradedisziplin“ Luftpistole teilnehmen. Die Ergebnisse von 337 und 336 Ringen liegen zwar geringfügig unter meinen augenblicklichen Trainingsergebnissen, doch ist dies im Vergleich zu den Wettkämpfen im Winter und Frühjahr eine Steigerung von über zehn Ringen. (Siehe auch das Diagramm.) Das ist Grund zur Freude und gibt die Zuversicht, daß es in der kommenden Saison weiter aufwärts gehen wird.

Besonders überraschen und witzig war in einem der beiden Wettkämpfe die zweite Zehnerserie. Begonnen hat sie mit einer 7, dann – völlig überraschend – ein 5, danach – ebenso plötzlich, eine 10. Und so ging es weiter: 5, 10, 5, 10. Der Rest waren 8er und 9er. Im Training schieße ich fast nie 5er, aber auch kaum so viele 10er direkt hintereinander. ;-)

Über den Sommer stehen noch einige Wettbewerbe auf meiner Agenda, darunter der Berlin-Cup, der von den Veranstaltern primär als Vorbereitung für die DM konzipiert ist. Auch wenn ich dort nicht den Hauch einer Chance auf den Sieg habe, so hilft es doch dabei, Wettkampferfahrung zu sammeln und mit dem Wettkampfstreß umgehen zu lernen.


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Montag, 23. Mai 2011

Mühsam ernährt sich ...


... der Sportschütze. ;-) Am vergangenen Wochenende haben hier die Kreismeisterschaften in den Kleinkaliberdisziplinen stattgefunden und ich konnte an ihnen teilnehmen (was mir im Januar bei den Druckluft-KM leider nicht möglich war). Die Ergebnisse waren allerdings mäßig: KK-Sportpistole 416 Ringe, davon 229 im Präzisionsteil und 187 beim Duell. Letzteres überrascht mich nicht, konnte bis dato aus technischen Gründen seit Monaten kein Duell geschossen werden. Doch in der Präzision bin ich um 8 Ringe gegenüber dem letzten Wettkampf abgesackt (237). (Siehe dazu auch das obige Diagramm.)

Nicht viel besser sah es mit der Standardpistole aus: 398 Ringe (137, 131, 130). Auch hier muß ich häufiger üben. Aber mehr als drei- bis viermal pro Monat geht es aus verschiedensten Gründen leider nicht. Möglicherweise bringt die eigene Waffe etwas, die nur auf mich eingestellt ist und an der andere Leute nicht, wie bei Vereinswaffen, nach Belieben herumdrehen können. Wenn doch nur die zwölf Monate endlich abgelaufen wären ...



Eine kleine Verbesserung konnte ich hingegen mit der Luftpistole verzeichnen. Anfang Mai wurde meine persönliche Bestleistung von 349 auf 353 Ringe verbessert. :-) Außerdem war es in den letzten Wochen möglich, mich einigermaßen im Bereich von 340 Ringen zu stabilisieren. (Siehe dazu auch das untenstehende Diagramm mit den Ergebnissen seit Juli 2010.)
Diese Entwicklung gibt Grund zur Hoffnung, denn am kommenden Wochenende steht der nächste Wettkampf mit der LP auf dem Programm. Und nach langem Suchen konnte ich endlich einen Pistolentrainer hier in der Umgebung aufspüren, der mir hoffentlich bei einer Steigerung meiner Leistungen helfen wird.


PS: Während der KM gab es eine witzige Episode. Zwei Starter in der Schützenklasse - darunter meine Wenigkeit - bereiten sich auf die Disziplin Standardpistole vor. Mein Kollege mit einer Walther GSP, ich mit einer Hämmerli 280. Dann kommt noch ein Senior herein und packt seine alte Margolin aus. Wir schießen erst Standard- und dann Sportpistole. Nach drei Vierteln des Wettkampfes, beim Umbauen für den SpoPi-Duellteil, können wir einen kurzen Blick auf die bisherigen Scheiben werfen. Dabei werden die beiden jungen Männer blaß. Der Kommentar unseres älteren Schützenbruders: "Ich weiß, wohin ich schießen muß. Deshalb brauche ich keine Pistole für 2000 Euro." ;-)



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Samstag, 16. April 2011

Wettkampfeindrücke und Alterserscheinungen


In der vergangenen Woche konnte ich am 14. Flämingpokal der Schützengilde Burg teilnehmen, einstweilen nur mit der Luftpistole. In Anbetracht meiner Trainingsergebnisse der letzten Wochen, die bei etwa 340 Ringen lagen, hatte ich – wie bei anderen Wettkämpfen zuvor – mit einem ähnlichen Wettkampfresultat gerechnet. Doch daraus wurde nichts. Die ersten beiden Serien liefen ganz gut, doch dann begann unmittelbar neben mir auf dem 25-m-Stand, nur durch eine nicht allzu dicke Wand getrennt, ein GK-Pistolenschütze sein Schießen. Da hat auch der Gehörschutz nicht mehr geholfen, die Konzentration war dahin. Am Ende bin ich nur auf ein mageres Ergebnis gekommen, das ich hier besser verschweige. ;-)

Die Kollegen in Burg haben es übrigens ganz nett. Und, was mich positiv überrascht hat: Es gibt eine ganze Zahl von Frauen im Verein. Dies hat man auch sofort gemerkt, denn das Klima war viel entspannter als wenn nur Kerle gemeinsam schießen. ;-) Bedauerlicherweise gibt es in unseren Schützenvereinen viel zu wenige Damen. Das führt ebenso wie die zunehmende „Veraltung“ (mehr als zwei Drittel der DSB-Mitglieder in Sachsen-Anhalt sind älter als 45 Jahre) zu Ungleichgewichten und negativen Auswirkungen auf den Trainings- und Wettkampfbetrieb. Man könnte es drastischer formulieren, ohne es freilich böse zu meinen: Beim Blick in manche der hiesigen Vereine entsteht der Eindruck, als sei das Schießen primär ein Sport für alte Männer.

Überrascht war ich, als ich die 2011er Ergebnisliste des Wettschießens zur Erinnerung an Polens erste „Vermählung mit dem Meer“ gesehen habe, welches der Schießklub „Grot“ in der Ostseestadt Puck alljährlich veranstaltet und das durchaus überregionale Bedeutung hat. Dort scheint das hierzulande übliche Altersverhältnis umgekehrt zu sein: In allen Disziplinen traten durchweg mehr männliche und weibliche Junioren an als erwachsene Schützen. Die meisten Teilnehmer gab es mit 22 Schützinnen in der Luftgewehrdisziplin der Juniorinnen. Wie schaffen die Polen es bloß, derart viele junge Frauen für den Schießsport zu begeistern?


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Foto: http://www.pzss.org.pl.

Montag, 4. April 2011

Leistungssprung


Am Samstag ist mir eine plötzliche und unerwartete Leistungssteigerung gelungen. Hatte ich in den letzten Monaten mit der Luftpistole bei etwa 325 von 400 Ringen gelegen, so waren es jetzt 349. Damit hat sich das intensivierte Technik- und Trockentraining inklusive erneutem Literaturstudium bezahlt gemacht. :-)
Erzielt wurde dieses Ergebnis mit einer alten und "unmodernen" Waffe, der IZh-46, einem Vorkomprimierer. Es war schon bei den Wettbewerben im Winter lustig, wenn Schützen mit teuren Preßluftpistolen, Schießbrillen usw. trotz ihrer umfangreichen Ausstattung ringemäßig unter mir geblieben sind.
Die jüngste Entwicklung ist ein gutes Vorzeichen für die vier Wettkämpfe (LP und KK-Sportpistole), die ich von April bis Juni in meinem Kalender vorgemerkt habe und an denen ich hoffentlich auch teilnehmen kann.



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Samstag, 2. April 2011

Kira Klimowa im Interview

Die russische Pistolenschützin Kira Klimowa war im vergangenen Jahr bei internationalen Wettkämpfen sehr erfolgreich und wurde von Sportjournalisten zur "Schützin des Jahres 2010" gewählt. Für das Internet-Sport-Portal Sovsport.ru war dies Anlaß genug, ein längeres Porträt der jungen Dame zu drehen. Darin beantwortet sie nicht nur die Fragen der Journalistin, sondern stellt auch ihre Waffen vor. Dieses Video ist ein Beispiel für die Möglichkeiten des Internetfernsehens.





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Samstag, 5. März 2011

Lehrfilm: Die Grundlagen des Pistolenschießens

Igor Ruljow hat in seinem Blog schon des öfteren hilfreiche Beiträge publiziert. :-) Insbesondere denke ich an seine deutsche Übersetzung eines Textes von Anatoli Poddubny über die Technik des Pistolenschießens. Nunmehr hat er wieder in die Schatzkiste gegriffen und seinen Lesern zwei sowjetische Lehrfilme für Kurzwaffenschützen präsentiert und sie auch noch mit englischen Untertiteln versehen. Beide wurden unter der Leitung von Jefim Chajdurow gedreht. Der erste Film, der nachfolgend gezeigt wird, behandelt die Grundlagen des Pistolenschießens; im zweiten geht es speziell um die Disziplin Olympische Schnellfeuerpistole. Sie sind eine gute Darstellung, insbesondere für Schützen wie mich, denen kein richtiger Trainer zur Seite steht.





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Samstag, 1. Januar 2011

Rück- und Ausblick



Zunächst möchte ich meinen Lesern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2011 wünschen! Happy new year! С новым годом! Szczęśliwego nowego roku!

Der Jahreswechsel lädt traditionsgemäß zum Rückblick auf die zurückliegenden zwölf Monate und zum Ausblick auf das kommende Jahr ein.

Ich beginne zunächst mit meinem "real life", soweit es einen Bezug zu diesem Blog hat. Mein Interesse am Schießsport hat sich gefestigt und vereinsmäßige Formen angenommen. In meiner derzeitigen Paradedisziplin Luftpistole, die ich seit dem Sommer intensiv trainiere, konnte ich ein relativ stabiles Leistungsniveau von etwa 330 Ringen von 400 möglichen erreichen (siehe Diagramm). Das wurde vom Landesschützenverband Sachsen-Anhalt mit einem Leistungsabzeichen in Gold honoriert.
Für 2011 ist neben der Teilnahme an den Kreismeisterschaften Druckluft im Januar auch die Teilnahme an weiteren KK- und GK-Wettkämpfen sowie der Erwerb der WBK geplant. Bei einem Weihnachtsschießen mit KK-Gewehr und -Pistole konnte ich mich dieser Tage überraschend im Mittelfeld (13. von 26 Startern) plazieren. Das gibt Hoffnung für das kommende Jahr. :-)




Nun zur Entwicklung dieses Blogs. Leider muß ich einräumen, daß ich gerne mehr geschrieben hätte, doch ist das Bloggen für mich eben kein Vollzeitjob. Zudem konnten zwei größere Projekte in Angriff und zum Teil auch abgeschlossen werden, die auch sehr zeitintensiv waren. Gemeint sind die Reihen über den Schießsport in der ehemaligen Sowjetunion und über russische Spezialeinheiten. Diese sollen auch 2011 fortgesetzt werden. Mittlerweile habe ich auch Literatur zu anderen Themen zusammengetragen, die sich unter dem Arbeitstitel "Luft- und Seelandeoperationen während des Zweiten Weltkrieges an der Ostfront" zusammenfassen lassen. Möglicherweise werden daraus in den nächsten Monaten einige Beiträge entstehen.

Auch zu aktuellen Fragen der Politik in Rußland werde ich mich ggf. äußern. Die extrem einseitige, partiell sogar verfälschende Berichterstattung über den Fall Chodorkowski in den deutschen Medien zeigt, daß solche ergänzenden Informationen bitter nötig sind, um das ganze Bild zu sehen. Doch dazu in den nächsten Tagen mehr ...
Im übrigen plane ich hinsichtlich der Themen, Beitragshäufigkeit etc. keine größeren Änderungen.

Sehr freuen würde ich mich über häufigeren Feedback meiner Leser; dazu können auch Themenwünsche zählen. Sollte sich unter meinen Lesern jemand befinden, der sachkundige Artikel zu einem der hier auf Backyard Safari behandelten Themen schreiben möchte, so ist er dazu gerne eingeladen. Gastautoren gab es hier bisher nicht, aber ich habe gesehen, daß andere Blogs damit gute Erfahrungen gemacht haben.

Nun denn: Auf ins neue Jahr! :-)



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Montag, 6. Dezember 2010

Ein erster Erfolg


Schon mehrere Wochen habe ich hier im Blog nicht mehr über meine schießsportlichen Aktivitäten berichtet. Dennoch war ich nicht faul und habe, von einer krankheitsbedingten Pause abgesehen, fleißig trainiert. Überraschenderweise stellte sich bereits ein erster Erfolg ein. Im November wurde ein Pokalschießen anläßlich des zwanzigjährigen Bestehens meines Vereins ausgetragen: Luftgewehr 10 m, sitzend aufgelegt, mit Teilerwertung. Daran nahm ich wie die meisten Mitglieder teil, rechnete mir aber keinerlei Chancen aus. Um so größer war die Überraschung, als ich erfuhr, daß mein Ergebnis (Teiler 29) das beste gewesen sei. Und obgleich ich diesen Wettkampf aufgrund der besonderen Bedingungen nicht übermäßig ernstnehme, freute ich mich dennoch, als ich am Samstag den Pokal und die Urkunde entgegennehmen konnte. Das ist es, was ich von der Mitgliedschaft in einem Schützenverein erwartet habe. :-)

Ebenfalls am Samstag habe ich die Vereinsmeisterschaft 2011 mit der Luftpistole geschossen. Die dabei erreichten 329 Ringe liegen ein wenig unter meinem Trainingsschnitt von ca. 332. Dennoch könnte ich wegen der wenigen Mitglieder in der Schützenklasse Aussicht auf eine vordere Plazierung haben. ;-)
Aussagekräftiger hinsichtlich meiner Leistungsfähigkeit werden jedoch ein paar andere Wettbewerbe sein, die für die nächsten drei Monate geplant sind. Und vielleicht schaffe ich ja bis dahin den nächsten "Leistungssprung".


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Samstag, 18. September 2010

Urlaubsbilanz


Nun bin ich wieder in Deutschland und es erscheint mir angebracht, noch einmal auf meinen Urlaub in Polen zurückzuschauen. In Kolberg an der Ostsee war es nicht nur allgemein sehr schön, nein, auch in waffenmäßiger Hinsicht sieht man dort vieles entspannter als hierzulande – und trotzdem herrschen nicht Mord und Totschlag. Schüler werden schon in der Schule zum Schießen animiert und es finden Vergleichswettkämpfe zwischen den Bildungseinrichtungen statt – ohne Amokläufe. Schießstände werden von Kommunen betrieben und auch das Führen von Werkzeugen wie Einhandmessern wird nicht kriminalisiert. Kurzum: Unsere polnischen Nachbarn haben sich noch viele Freiheiten bewahrt, die man uns Deutschen bereits genommen hat.

Doch nun zum wesentlichen. Wie schon berichtet, hatte ich den Urlaub auch als „Trainingslager“ genutzt, um meine Fertigkeiten im Schießen mit der Luftpistole zu verbessern. Dieses Vorhaben war erfolgreich. Mit einer Ausnahme lagen alle Ergebnisse im Bereich zwischen 327 und 333 Ringen und damit über den bisher von mir geschossenen Ringzahlen. Persönlicher Rekord, gewissermaßen. ;-) (Ein Ergebnisdiagramm ist unten zu finden.)

Die Aufnahme, welche ich im Schützenklub Kolobrzeg gefunden habe, war außerordentlich freundlich. Dort konnte ich nicht nur schießen, sondern auch zahlreiche gute Gespräche führen (allerdings meist auf Englisch). Man stand mir ferner mit Rat und Tat zur Seite, wofür ich mich bedanken möchte. Und ich habe schon eine Einladung für die nächsten Meisterschaften der Wojewodschaft Westpommern im Dezember 2010 erhalten. :-)
(Aktuelle Bilder vom Inneren des Schießstands sind z.B. hier, hier, hier, hier und hier zu finden.)

Beim Lesen der Ergebnislisten von polnischen Schießwettkämpfen ist mir außerdem eine Besonderheit aufgefallen, wobei ich allerdings nicht weiß, inwieweit es verallgemeinerbar ist: Weibliche Schützen schießen oft besser als ihre männlichen Kollegen. Besonders deutlich wird dies in gemischten Wettkämpfen. Worin liegen die Gründe hierfür? Komischerweise scheint es jedoch auch in Polen mehr männliche als weibliche Sportschützen zu geben. Könnte es sein, daß sich Mädchen und Frauen eher für die Tätigkeit des Schießens begeistern, während bei Jungen und Männern das Interesse am technischen Gerät „Schußwaffe“ insgesamt überwiegt?

Des weiteren hat mich positiv überrascht, daß es in Polen keine gegenseitigen Befindlichkeiten zwischen olympischen und nichtolympischen, statischen und dynamischen Schützen zu geben scheint. Im Gegenteil, ein m.E. begnadeter LP- und FP-Schütze hat stolz davon berichtet, wieviel Spaß ihm das Schießen mit seiner neuen Winchester-Defender-Flinte bereitet. Von dieser Mentalität könnten wir Deutschen uns ebenfalls eine Scheibe abschneiden.



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Donnerstag, 9. September 2010

Erholung wirkt leistungssteigernd


Am Montag hat Familie Krenkel ihren Urlaub angetreten, der sie wieder ins polnische Ostseebad Kolberg geführt hat. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen, den städtischen Schießstand, den ich schon vor einem Jahr vorgestellt hatte, erneut zu besuchen – diesmal mit eigener Luftpistole. Der Empfang durch die Mitglieder des Schützenklubs Kolobrzeg war sehr freundlich, schließlich macht man auch Werbung, indem man sich als „Schießstand für jedermann“ präsentiert und gezielt auch Touristen anspricht. Von Trainer Henryk Stranc habe ich vorgestern das erste qualifizierte Schießtraining meines Lebens erhalten – nochmals danke. :-)

Das mußte natürlich auf die Resultate durchschlagen: Am Dienstag (327 Ringe) und Mittwoch (333 Ringe) habe ich meine bisher besten LP-Serien geschossen. :-) Zuvor hatte ich zuhause zweimal 322 erreicht und war in den letzten Wochen bei etwa 315 „herumgekurvt“. Die jüngsten Ergebnisse erfreuen mich natürlich, doch überraschen sie nur bedingt. Mehrfach habe ich bereits die Erfahrung gemacht, daß die sachliche Atmosphäre eines „richtigen“ Schießstandes inklusive der Anwesenheit anderer Schützen positiv auf mich wirkt. Vermutlich war es dieser Faktor sowie die allgemein entspannte Urlaubsatmosphäre, die zu meiner Leistungssteigerung beigetragen haben.

Mit dem neuen Rink-Griff habe ich mich mittlerweile auch angefreundet. Mal sehen, wie sich das in den nächsten Tagen noch entwickelt, in meinem „Privattrainingslager“. ;-) Ein Diagramm mit meinen Schießergebnissen vom 21. Juli bis gestern habe ich unten beigefügt.



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Pistolen-Upgrade


Zunächst ein Lob an die Firma Rink Formgriffe: Der vor zweieinhalb Wochen bestellte neue Griff für meine IZh-46 ist pünktlich nach zehn Tagen bei mir angekommen. Er paßt natürlich, auch dank der Einstellmöglichkeiten. (Rink ist m.W. der einzige deutsche Anbieter von Griffen für russische Kurzwaffen.) Das, wenn man so will, Haltegefühl ist völlig neu und für meine Hand erheblich angenehmer als der alte Standardgriff. Vor allem, weil der rechte Zeigefinger jetzt besser den Abzug erreichen kann. Und die Optik ist, wie nicht anders zu erwarten, hervorragend.



Ein Wermutstropfen ist jedoch festzuhalten. Durch den neuen Griff hat sich die Lage der Luftpistole in meiner Hand verändert. Leider ist damit auch das alte Leiden der Schmerzen im rechten Handgelenk zurückgekehrt. Es wird noch eine Weile dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe und auch ringzahlmäßig wieder auf dem vorhergehenden Stand bin.





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Montag, 16. August 2010

Zuwachs und ein Abgang


Ein, zugegeben, mehrdeutiger Titel. ;-) Zuwächse kann ich hinsichtlich meiner Leistungen mit der Luftpistole vermelden. Im bis dato besten 40-Schuß-Programm, geschossen am 7. August, kam ich auf 322 Ringe; die besten 10er Serien lagen bei 85 Ringen. Das ist gewiß nicht überwältigend, aber für meine bescheidenen Anfänge doch schon viel. Die Leistungsentwicklung seit der Umstellung auf die internationale LP-Scheibe und zugleich den neuen FWK ist im obigen Diagramm dargestellt (die Ausschläge nach unten haben etwas mit meiner psychischen Form an den betreffenden Tagen zu tun).
Kurzfristig steht die Bestellung eines Rink-Formgriffes für meine IZh-46 an, damit ich mit der LP endlich besser klarkomme.

Kommen wir zu dem Abgang, den ich zu vermelden habe. Nach langem Zögern habe ich am Freitag via Egun mein HW 80 K verkauft und einen überraschend guten Preis erzielt. Das Luftgewehr war schön und ich werde wohl auf absehbare Zeit keine Waffe mehr besitzen, die so schön ist. Doch die Ästhetik alleine hilft nur bedingt weiter, auch wenn Dostojewskij einmal schrieb, daß Schönheit die Welt erlösen werde. Für ein LG in dieser Konfiguration hatte ich einfach keine Verwendung mehr: Einen Knicker habe ich mit dem HW 95 bereits, für Field Target und Benchrest präferiere ein prellschlagfreies Gewehr und nur für das Schießen mit Diopter hätte ich noch einmal 100 € in eine solche Zieleinrichtung investieren müssen. Kurzum, das HW 80 stand nur noch im Schrank und war, ökonomisch gesprochen, totes Kapital. Nun wurde selbiges verflüssigt.

Das hat mich in der vergangenen Woche dazu gebracht, über meinen mittelfristig absehbaren Luftgewehrbedarf nachzudenken. Da ich diese derzeit nicht sammeln möchte (hier stehen bzw. liegen schon genug Bücher und Messer herum ;-)), soll jedes LG eine bestimmte Funktion erfüllen. Einzige Ausnahme sind meine CO2-Waffen aus Rußland, die ich vor allem als Sammlerstücke und weniger als Gebrauchsgegenstände betrachte.

Das HW 95 dient mir als universelle "Haus- und Hofflinte" und wird auch mit am häufigsten genutzt. Das Thema Universalgewehr wäre damit abgehakt.

Zweitens braucht es ein LG mit Diopter. Die ISSF-Weltmeisterschaft hat mich daran erinnert, daß ich mich mehr im Schießen mit einer derartigen Waffe üben muß - in allen drei Anschlagsarten, versteht sich. Zu diesem Behufe konnte ich ebenfalls am Freitag ein älteres, aber gut erhaltenes und schönes Anschütz 250 erwerben, das sich jetzt schon auf dem Weg hierher befinden sollte. Keine moderne Matchwaffe, ich weiß, aber für meine Zwecke sollte es genügen. Lediglich die wohl schwierige Ersatzteilversorgung bereitet mir einige Sorgen.

Drittens will ich endlich das Field-Target- und Benchrestschießen intensiver in Angriff nehmen. Dazu hatte ich zunächst an ein Preßluftgewehr im Kaliber 4,5 mm gedacht. Doch dessen Kosten rechtfertigen einen Erwerb wohl kaum, denn ich befürchte, daß ich es nicht allzu oft verwenden werde. Mithin halte ich nunmehr Ausschau nach einem Vorkomprimierer von einem der einschlägigen deutschen Hersteller (Feinwerkbau, Walther, Anschütz), der mit möglichst geringem Aufwand hergerichtet werden soll. Das bezieht sich vor allem auf die Montage eines Zielfernrohrs.

Mittel- bis langfristig kann ich freilich nicht von Federdruckgewehren aus dem Hause Weihrauch lassen. Der Unterhebelspanner HW 97 K ist bekanntlich Kult und wird irgendwann auch einmal in meinem Arsenal zu finden sein - dann allerdings im interessanten Kaliber 5,0 mm, von dem ich mich trotz der Trennung vom HW80 nicht verabschiedet habe.


Ein Bild, was nicht mehr aktuell ist. Demnächst gibt es ein Update.


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Dienstag, 10. August 2010

WM-Eindrücke V


Heute ist der letzte Wettkampftag der diesjährigen ISSF-Weltmeisterschaft. Es geht noch einmal um Medaillen im Gewehrschießen auf 300 m sowie auf die Laufende Scheibe (50 m) und im Skeet. Für 18.15 Uhr ist die Abschlußfeier geplant. Grund genug, auf die beiden vergangenen Tage zurückzublicken.



Am Sonntag war der Wettbewerb der Damen mit der Luftpistole herausragend. Die Ränge, die sich die acht Schützinnen im Vorkampf erstritten hatten, sind im Finale noch einmal kräftig durcheinander gewirbelt worden. Es blieb spannend bis zum letzten Schuß, denn die Silber- und Bronzemedaille wurden erst nach einem Shoot-off vergeben. Gold gewann Zorana Arunovic aus Serbien mit 486,8 Ringen (385 + 101,8). Auf Rang 2 kam die 46jährige Lalita Yauhleuskaya, die zwar in der Sowjetunion geboren wurde, aber mittlerweile für Australien startet. Bronze ging an Viktoria Tschajka aus Belarus. Es war nach dem Finale schon nett, wie zwei der drei obligatorischen Interviews auf Russisch geführt wurden. ;-)
Die beste deutsche LP-Schützin war Stefanie Thurmann (39.); beste Russin Kira Klimowa (13.). In der Teamwertung (eine interessante Tabelle!) siegte Australien vor Südkorea und China. Auf die Frage, welche Pistolenmodelle verwendet wurden, findet sich hier eine Antwort.



Beim Schießen mit der Zentralfeuerpistole konnte Leonid Ekimow (RF), der im OSP-Finale noch das Nachsehen hatte, mit 589 Ringen Gold gewinnen. Bester Deutscher war Pierre Michel auf Platz 10. Der OSP-Weltmeister Alexej Klimow hatte technische Probleme und blieb deshalb auf einem hinteren Rang. Dieser Wettkampf war gut besucht und die Teamwertung zeigt auch hier eine interessante Verteilung.
Es ist interessant, auf den Bildern vom Zentralfeuerwettkampf die unterschiedlichen Waffen der Teilnehmer zu sehen. Hier scheint die Bandbreite der verwendeten Modelle größer zu sein als in anderen Disziplinen; einige russische Schützen - darunter wohl auch der neue Weltmeister Ekimow - haben mit dem Revolver TOZ-49 geschossen. Igor Ruljow hat nicht nur Fotos vom Schießen gemacht, sondern dankenswerterweise auch wieder eine Waffenstatistik erstellt.



In der Disziplin Laufende Scheibe Mixed (50 m) gewannen Schützen aus Rußland zwei Medaillen. Bei den Männern errang Maxim Stepanow Gold; bei den Junioren konnte Jurij Dowgal seine Medaillenkollektion um eine silberne erweitern. Beste Deutsche waren Jens Zimmermann (15.) bzw. Sebastian Zeh (8.). In den Mannschaftswertungen gewannen die russischen Männer Gold und die Junioren Bronze.



Ebenfalls am Sonntag lief das English Match der Frauen. In der Teamwertung konnten die deutschen Damen Silber gewinnen. Im Einzelwettkampf reichte es allerdings nur für einen vierten Platz von Sonja Pfeilschifter. Gewonnen hat letzteren Tejaswini Sawant (Indien) mit 597 Ringen, womit der bisherige Weltrekord eingestellt wurde. Silber ging an die Polin Joanna Ewa Nowakowska, die ringgleich mit Sawant war, aber weniger Treffer in der Innenzehn aufzuweisen hatte. Auf den dritten Platz kam Olga Dowgun aus Kasachstan. Beste Russin war Ljubow Galkina (29.).



Eine Disziplin, die ich sehr interessant finde, ist das 300-m-Standardgewehr. Die ISSF-Presseabteilung berichtet über den Wettbewerb:
"[...]

France’s Henry Josselin won today’s 300m Standard Rifle event, becoming the new world champion in this non-Olympic event with a total score of 587 points, topping the final score of 586 points fired by Thomas Farnik four year’s ago at the 2006 World Championship in Zagreb. The French shooter, who had equalled the 300m Rifle Prone Men world record of 600 points two days ago, had never won an ISSF medal in this even, before.

Tomorrow, the 28-year old shooter from Paris will compete in the 300m Rifle Three Positions event. Second at the 2007 European Championship, and third last year in Osijek, both times with 1173 points, Josselin is considered one of the favourites to finish between the bests here in Munich.

The Silver went to Slovenia’s Robert Markoja with 585 points (198, 190, 197), while the Bronze was grabbed by the Norwegian rifle champion Vebjoerm Berg, who marked 584 points (197, 194, 193) finishing on his second 300-meter podium.

Three shooters were disqualified during today’s competition. Both Brazil’s Rocco Rosito and Martin Strempfl were stopped by the judges because of violations to the ISSF rule 7.4.2.7. Rosito had the front sight extending beyond the permitted point, while Strempfl was not complaining with the regulations regarding the depth of curve of the butt plate of his rifle. Sweden’s Andres Brolund was also disqualified, as his pistol grip was recognised to be anatomically formed, breaking the ISSF rule 7.4.2.2.

[...]"
Hier die Ergebnisse des Einzelwettkampfs und der Mannschaftswertung. Igor Ruljow hat davon auch Fotos gemacht (vgl. hier und hier). Die Skandinavier scheinen in dieser Disziplin besonders stark zu sein. Der deutsche Starter Christian Dressel wurde nur 27. Schützen aus Rußland haben nicht teilgenommen, dort werden m.W. die 300-m-Disziplinen nur im Rahmen von CISM-Wettkämpfen geschossen.



Am Montag wurde mit der KK-Sportpistole der Damen die vorletzte olympische Disziplin ausgetragen - und das Finale war spannend. Die Frauen schossen gut und die Plazierungen änderten sich mehrfach deutlich. Schließlich sorgten zwei Stechen - um Platz 1 und 2 sowie um Platz 7 und 8 - für weitere Spannung, ebenso wie die insgesamt drei Waffenstörungen während des Finales. Gold ging schließlich mit einem Vorsprung von 0,1 Ringen an Kira Klimowa aus Rußland (788,8 Ringe = 584 + 204,8), Silber an Zorana Arunovic (Serbien) und Bronze an Lenka Maruskova (Tschechien), die im LP-Finale mit einem vierten Platz vorlieb nehmen mußte.
Mit der Juristin Julia Alipawa kam eine weitere Russin auf Rang 6; beste Deutsche war Munkhbayar Dorjsuren (16.). Wie schon im LP-Finale, so konnten sich auch hier die Schützinnen aus Ostasien im Finale nicht nach vorne durchkämpfen. Eine Statistik über die verwendeten Pistolenmodelle ist hier zu finden. Im Mannschaftswettkampf kam Rußland auf Platz 1, gefolgt von Serbien und Tschechien.



Für Arunovic war es - nach dem Weltmeistertitel mit der LP - bereits die zweite Einzelmedaille dieser WM. Und wie sie sich gefreut hat - einfach schön. :-) Unter den Schützinnen scheint ohnehin ein sehr freundlicher, zum Teil herzlicher Umgang miteinander üblich zu sein. Der heutige Sieg war für Klimowa zugleich der Höhepunkt ihrer bisherigen Sportlaufbahn. Im anschließenden Interview sagt die sympathische junge Frau, sie habe sehr viel trainiert und den Kampf dann bis zum Ende durchgehalten. Die Kurzwaffenschützen aus Rußland waren bei dieser WM sehr stark, doch auch die Leistungen anderer Mannschaften wie denen aus Serbien, Belarus, der Ukraine und Tschechien sind beeindruckend. Dahinter stehen die der deutschen Teilnehmer leider zurück, obwohl in manchen ausländischen Foren von München als dem "Mekka des Sportschießens" gesprochen wird und man von der WM-Organisation begeistert ist.



Im gestern ausgetragenen 300-m-Liegendkampf der Frauen zeigten sich erneut die Schweizerinnen, Skandinavierinnen und Französinnen ganz stark. Gold ging an Bettina Bucher aus der Eidgenossenschaft, die mit 599 Ringen den Weltrekord egalisiert hat. Beste deutsche Teilnehmerin war Eva Friedel (8.). In der Mannschaftswertung gewann Frankreich Gold, Deutschland Silber und Polen Bronze.



Nebenbei: In den 50 m-Disziplinen der laufenden Scheibe wird in der Tat auf Tierscheiben geschossen (siehe hier). Ich finde es ja gut, doch dachte ich bisher, dergleichen sei im DSB mit ewigen Höllenstrafen bedroht. ;-)



Neben der Fa. Walther haben mittlerweile auch Anschütz und Feinwerkbau Übersichten erstellt, die darüber Auskunft geben, welche Erfolge mit ihren Produkten auf der WM errungen worden sind.





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Fotos: ISSF, www.shooting-russia.ru.