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Sonntag, 7. August 2011

In eigener Sache: Dreijähriges


Seit nunmehr drei Jahren betreibe ich diesen Blog und wundere mich selbst darüber, dieses Experiment solange durchgehalten zu haben. Da sich mittlerweile mehr als 140.000 Leser meiner Ergüsse gefunden haben, scheinen sie auch nicht ganz uninteressant zu sein. ;-)

Mittlerweile ist die Frequenz neuer Beiträge zwar nicht mehr so hoch wie im Winter 2008/09, doch dafür ist ihre Länge gewachsen. Ferner habe ich viele meiner Hobbyaktivitäten aus dem rein privaten Bereich ins größere "real life" verlagert - und muß gestehen, daß mir die dadurch bedingte zeitweise Internetabstinenz ganz gut bekommt. Auf dem jetzigen quantitativen Niveau sollte sich der Blog noch eine Weile weiterführen lassen, ich bin ja nicht mehr genötigt, täglich zu schreiben.

Meinen regelmäßigen Lesern danke ich für ihre bisherige Treue und wünsche noch viele Anregungen. Wie immer gilt, daß ich für Kommentare und Kritik immer dankbar bin.

Sonntag, 27. Februar 2011

Die sportliche Familie Zuranow

Larissa Zuranowa, geb. Gurwitsch.


Bereits im Oktober 2010 hatte mich der Schützenkollege von Jewish Marksmanship nach einem Bild der sowjetischen Flintenschützin Larissa Gurwitsch gefragt. (Im Englischen wird der Familienname als Gurvich transkribiert.) Damals konnte ich mit diesem Namen nicht viel anfangen, doch eine gründliche Recherche hat nunmehr neben dem obigen Foto auch einige Details ihres Lebens zutage gefördert.

Larissa Semjonowna Gurwitsch kam am 10. Mai 1947 in Bessporno in einer jüdischen Familie zur Welt. Später studierte sie am Medizinischen Institut in Rostow am Don. Im Jahre 1963 begann sie unter der Anleitung ihres Vaters in Jekaterinburg, das damals Swerdlowsk hieß, mit dem sportlichen Flintenschießen. Sie spezialisierte sich auf die Disziplin Skeet und brachte es hier zu großen Erfolgen. So war Gurwitsch vierfache Weltmeisterin (1967, 1970, 1974, 1975), zehnfache Europameisterin (erstmals 1965) und zwölffache Meisterin der UdSSR. Zudem hat sie mehrere Rekorde aufgestellt. Damals startete sie für den Armeesportklub.
Ihre Lieblingswaffen waren Flinten der Typen IZh-12 und IZh-25, die in Ishewsk speziell für sie angefertigt wurden. Dies war damals nicht selbstverständlich, denn die Flinten aus einheimischer Produktion waren bei den sowjetischen Sportschützen nicht besonders beliebt. Daraus verschoß die zierlich wirkende Frau weit über 10000 Patronen pro Jahr.

Später heiratete sie den ebenfalls äußerst erfolgreichen Flintenschützen Jurij Zuranow (geb. 1936) und heißt seitdem Larissa Zuranowa. Beide arbeiten seit dem Ende ihrer aktiven Laufbahn in der Mitte der 80er Jahre als Trainer, zunächst in Rostow und später in Jekaterinburg, das eines der Zentren des Wurfscheibenschießens in Rußland ist. Derzeit lebt und arbeitet sie in Nowosibirsk. Zu ihren Schützlingen zählt auch ihr Sohn Konstantin Zuranow (geb. 1972), der u.a. an der Olympischen Spielen 2008 teilgenommen hat - natürlich als Skeetschütze. So hat sich mittlerweile eine ganze Schützenfamilie entwickelt, auch wenn Jurij Zuranow schon im März 2008 verstorben ist.


Jurij Zuranow.


Bibliographie

Pusk.by (Biographie)

Ledi stendowoj strelby (Biographie und Waffen)

Legendy sowjetskogo stendogo sporta (Biographie)

W Jekaterinburge budut streljat

Mega.KM.ru (Waffen)

Ohota2010.ru (Waffen)

W strelbe pobeshdajut silnye duchom



Konstantin Zuranow.


Verwandte Beiträge:
Schießsport in der ehemaligen UdSSR und Rußland
Zwei Schützengenerationen
Moisej Itkis (1929-2009)
Das olympische Abenteuer der Familie Emmons
Blogosphäre: Jewish Marksmanship

Fotos: www.rcsp-shvsm.ru, sportlib.ru.

Sonntag, 7. November 2010

07.11.2010: Videos des Tages

Heute: Ein Bericht über den italienischen Flintenhersteller Fausti und die drei Schwestern, die das Unternehmen leiten.









Samstag, 21. August 2010

Die EM auf Eurosport - Zweiter Versuch


Nachdem Eurosport bereits für den 4. August vier Beiträge über die Europameisterschaft im Flintenschießen angekündigt, aber nicht ausgestrahlt hat (vgl. hier und hier), sollen zwei davon nun in der kommenden Woche über den Sender gehen. Der Deutsche Schützenbund berichtet:
"[...]

Die Europameisterschaften der Wurfscheibenschützen in Kasan (Russland) werden in einer Zusammenfassung in der kommenden Woche noch einmal im Fernsehen zu verfolgen sein. Der Sender EUROSPORT zeigt in jeweils 30-minütigen Sendungen die Entscheidungen der Damen und Herren.

Die exakten Sendezeiten lauten:

Montag, 23. August ab 17.30 Uhr

Mittwoch, 25. August ab 18.30 Uhr

Die Sendungen werden im Vormittagsprogramm von EUROSPORT noch einmal wiederholt:

Donnerstag, 26. August ab 8.30 Uhr

Freitag, 27. August ab 9.00 Uhr"

Verwandte Beiträge:
Am 4. August ist Flintentag
EM-Nachtrag

Foto: www.shooting-russia.ru.

Samstag, 14. August 2010

EM-Nachtrag

Für den 4. August hatte Eurosport die Ausstrahlung von vier Berichten über die Europameisterschaft im Wurftaubenschießen 2010 angekündigt, die im Juni in Kasan stattgefunden hat. Nur gekommen ist am 04.08. leider nichts. :-( Die Gründe dafür sind mir nicht bekannt. Doch einer der Berichte über das sog. Top-Gun-Event ist mittlerweile auf der Webseite der Europäischen Schießsportkonföderation zu finden, ebenso wie Bildergalerien von der EM. Somit bleiben den Schützen wieder einmal nur die Onlinemedien. Trotzdem wünsche ich viel Spaß!


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Am 4. August ist Flintentag

Mittwoch, 11. August 2010

WM-Eindrücke VI


Alle schönen Ereignisse gehen einmal zu Ende - und die 50. ISSF-Weltmeisterschaft macht keine Ausnahme von dieser Regel. Morgen werden mehrere tausend Gäste aus aller Welt wieder abgereist sein und viele schöne Erinnerungen an das "Schützenland" Deutschland mitnehmen. Die Realität in der BRD anno domini 2010 sieht freilich düsterer aus: Die Waffengegner formieren sich und möchten uns und unserem Sport am liebsten den Garaus machen. Wir werden als "Mordschützen" diffamiert und man will uns gern auf kaltem Wege enteignen. Die nächsten Auseinandersetzungen über das Waffenrecht stehen unmittelbar bevor. Nutzen wir also noch einmal die Gelegenheit, um auf die WM zurückzublicken, auch wenn Teile der deutschen Medien alles dafür getan haben, sie zu verschweigen, um das Sportschießen aus dem öffentlichen Bewußtsein zu drängen.



Beginnen wir mit den Entscheidungen des gestrigen Tages. Im Skeet der Männer gab es ein langes und spannendes Finale mit drei shoot-offs. Gold ging schließlich an den 39jährigen Walerij Schomin aus Rußland (149 Treffer), der damit die dritte Einzelmedaille eines erwachsenen russischen Flintenschützen bei dieser WM erang. Auf Platz 2 kam der Italiener Ennio Falco, Bronze gewann Georgios Achilleos, einer von zwei Zyprioten unter den sechs Finalisten. Bester Deutscher war Ralf Buchheim, der mit seinem 7. Platz im Wettkampf den Finaleinzug knapp verpaßt hat.
Im Mannschaftswettkampf der Männer konnte Zypern Gold gewinnen; das deutsche Juniorenteam kam in seiner Wertung auf den Bronzeplatz.
Die Leistungsdichte war bei dieser WM generell enorm, doch im Skeet war sie besonders groß. Respekt!



Im 300-m-Dreistellungskampf der Frauen gewann die deutsche Schützin Eva Friedel Bronze, Sonja Pfeilschifter kam auf Rang 4. Die anderen Medaillen holten sich, wie kaum anders zu erwarten, zwei Skandinavierinnen. ;-) In der Mannschaftswertung gewann Polen - mit neuem Weltrekord - Gold, die USA Silber und Deutschland Bronze.
In derselben Disziplin sah es bei den Männern kaum anders aus, nur daß sich hier die deutschen Schützen nicht nach vorne kämpfen konnten; Christian Dressel wurde als bester Deutscher 21.



Kommen wir zur Laufenden Scheibe (50 m). Hier kam Maxim Stepanow aus Rußland in der Erwachsenenwertung auf Rang 2 und konnte somit seine zweite Einzelmedaille dieser WM gewinnen. Gold ging an den Schweden Emil Martinsson (590 Ringe); bester deutscher Starter war Tobias Schönsteiner (18.). Bei den Junioren sah es ähnlich aus: Jurij Dowgal konnte mit 586 Ringen seine Medaillensammlung um eine goldene erweitern, auf Platz 2 kam der Finne Sami Heikkila und Alexander Naumenko, ebenfalls aus der RF, errang Bronze. Bester Deutscher war Sebastian Zeh (9.). In den Mannschaftswertungen konnten sowohl die Männer als auch die Junioren aus der RF Gold gewinnen.



Die Ergebnisse aller WM-Wettkämpfe sind hier noch einmal in einer PDF-Datei einsehbar. Interessant ist, daß während dieser WM 27 Weltrekorde aufgestellt oder zumindest egalisiert werden konnten. Welche dies im einzelnen sind, ist hier ersichtlich. Wie schon mehrfach geschrieben: In München waren Spitzenschützen am Start (auch aus so exotischen Ländern wie etwa dem Iran) und sie haben zumeist ganz hervorragende Leistungen vollbracht, auch wenn es nicht zu einer Medaille gereicht hat. Da kann ich als Amateur nur meine Anerkennung aussprechen.
Sport-politisch interessanter sind die ersten 69 Quotenplätze für die Olympischen Sommerspiele 2012, die auf der WM vergeben wurden. So gehen z.B. jeweils 9 Plätze nach China und Rußland, 5 an die USA und je 4 nach Deutschland und Serbien.
Auch ganz lohnenswert ist ein Blick auf den nach Staaten geordneten Medaillenspiegel. Die Plätze 1 bis 10: China (52 Medaillen), Rußland (46), USA (24), Italien (15), Ukraine (23), Schweiz (10), Südkorea (17), Deutschland (21), Frankreich (12), Polen (6) usw. usf.



Bei aller gebotenen Vorsicht gegenüber Simplifizierungen, aber die deutschen Schützen scheinen insgesamt ein paar kleinere Probleme zu haben. Die Medaillenausbeute paßt nicht recht zur - bisher glücklicherweise noch vorhandenen - Verankerung des Schießens in breiten Bevölkerungskreisen und zu unserem internationalen Image als "Mekka des Schießsports".
Aus Sicht der Rußländischen Schützenunion war diese WM hingegen ein großer Erfolg. Um so mehr, wenn man bedenkt, unter welchen z.T. stark eingeschränkten materiellen Bedingungen in Rußland und der Ukraine der Schießsport betrieben wird (siehe auch hier und hier). Die Ergebnisse der Schützen aus den Nachfolgestaaten der UdSSR können sich jedenfalls sehen lassen und bringen hoffentlich die Unkenrufe in der Heimat zum Schweigen.
Eines hat diese Meisterschaft aufs neue bestätigt: Die chinesischen Schützen sind nur sehr schwer zu schlagen, obwohl es einige Male gelungen ist. Und sie kommen aus einem Land, in dem sogar der Privatbesitz von Airsoftwaffen verboten ist. Das sollte zu denken geben.



Was bleibt von dieser Weltmeisterschaft? Aus Sicht eines räumlich distanzierten Betrachters, wie ich es war, vor allem die positive Atmosphäre und die hierzulande seltene Möglichkeit, den Schießsport in der Öffentlichkeit positiv darzustellen. Dazu können auch die WM-Teilnehmer beitragen, sympathische junge Menschen wie zum Beispiel Barbara Lechner, Peter Sidi, Zorana Arunovic, Dmitrij Romanow, Kira Klimowa, Viktoria Tschajka, Eva Friedel, Leonid Ekimow, Kim Rhode, Alexej Klimow, Matthew Emmons und seine Frau Katerina, Danka Bartekova und ihre Zwillingsschwester Lenka, Dmitrij Romanow, die Brüder Andreas und Michael Heise, Olga Kaweschnikowa u.v.a. Sie sind normale Zeitgenossen und seriöse Sportler und widerlegen so, allein durch ihr Beispiel, die Horrormärchen von den "gestörten Waffennarren", bei denen es sich doch nur um absonderliche Gestalten handeln kann.



Gestern abend wurde schließlich in München die ISSF-Flagge eingeholt und an Spanien übergeben, wo in vier Jahren die nächste große Weltmeisterschaft der ISSF im Sportschießen stattfinden wird. Das nächste Großereignis mit internationaler Bedeutung wird die Olympiade 2012 sein.





Verwandte Beiträge:
Heute beginnt die Weltmeisterschaft
Erste WM-Eindrücke
WM-Eindrücke II
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WM-Eindrücke V
Rückblende: Die Schützen-WM 1954

Fotos: ISSF, www.shooting-russia.ru.

Sonntag, 8. August 2010

WM-Eindrücke IV


Freitag war der siebente Wettkampftag der ISSF-Weltmeisterschaft und er war nicht nur kühl, sondern brachte endlich die Erlösung für die deutschen Schützen: Endlich zwei Einzelmedaillen in einer olympischen Disziplin. Beschert haben uns dieses Geschenk Barbara Lechner (Gold - 687,7 Ringe) und Sonja Pfeilschifter (Silber) im Dreistellungskampf mit dem KK-Gewehr (Ergebnisliste). Die russische Schützin Ljubow Galkina, die nach dem Vorkampf noch vierte gewesen war, ist im Finale auf Platz 7 abgerutscht und hat damit (nach dem LG) auch in ihrer Paradedisziplin eine Medaille verpaßt. Im Teamwettbewerb 3 x 20 Schuß der Frauen siegten die USA vor Deutschland und Serbien.



Erfreulicher für die Mannschaft aus Rußland waren die Ergebnisse des Schießens mit der Schnellfeuerpistole. Im Finale der besten sechs Schützen standen zwei Russen, ein Deutscher, zwei Chinesen und ein Tscheche. Es hätte wohl mit unlauteren Mittel zugehen müssen, wenn es ausnahmsweise kein chinesischer Schütze auf das Podium geschafft hätte. ;-) Hier waren es sogar zwei, doch immerhin konnte sich der schon vierunddreißigjährige Alexej Klimow mit 787,1 Ringen Gold sichern. Leonid Ekimow wurde 4., Christian Reitz als bester deutscher Starter 5., Ralf Schumann leider nur 21.
Die ISSF-Presseabteilung schreibt dazu:
"[...]

Alexei Klimov finally claimed that 25m Rapid Fire Pistol world title that he had been chasing for years. The 34-year old Russian shooter won today’s final round with a total score of 787.1 points (and a great score of 202.1 points throughout the four-series final) securing both the Gold medal and an Olympic Quota place, a qualification pass for the next 2012 London Olympic Games.

Klimov, ranked eighth in the world, was one of the favourites to finish upon today’s podium. On his way to this world championship, the Russian athlete had indeed won three World Cup Final editions, in 2006, 2008 and 2009, also setting the current world record of 591 points. Always there, always in the final between the best shooters of the world, Klimov had missed the title more then once in the past. Like in 2002, when he ended up in 25th place, or in 2006, in Zagreb, where he had finished in 17th place.

“The ISSF World Championship is a difficult competition. I did not expect to win! I feel great for winning this title and an Olympic Qualification spot along with it!” said Klimov after the final.

“The light made it even more difficult. I am wearing glasses and there was a fastidious reflection. Therefore I called my coach and I asked him to pass me a cap, right before the first competition series” explained Klimov, who had climbed the spectators’ fence to reach his coach just seconds before the match started.

[...]"
In der OSP-Juniorenwertung waren die Plätze umgekehrt vergeben: Gold und Silber gingen nach chinseische Schützen, Bronze hingegen an Alexander Alifirenko (570 R.).
In der Mannschaftswertung der Männer gewannen China Gold, Rußland Silber und die USA Bronze. Bei den Juniorenmannschaften kam China ebenfalls auf Platz 1, Deutschland auf den 2. und Rußland auf den 3. Rang.



Ebenfalls einen Doppelsieg konnten die russischen Junioren in der Disziplin Laufende Scheibe Mixed 10 m feiern. Alexander Naumenko kam mit 377 Ringen auf Platz 1, sein Teamkollege Jurij Dowgal gewann Silber. Bronze ging an den Ukrainer Igor Matskevych. In der Mannschaftswertung siegte das Juniorenteam aus der RF.
Im Erwachsenenwettbewerb derselben Disziplin konnte Dmitrij Romanow, der am Dienstag noch Gold gewonnen hatte, nur den 7. Platz erreichen. Dafür kam die russischen Mannschaft immerhin auf den Silberrang. Bester Deutscher in der Einzelwertung wurde Michael Jakosits (8.).



Noch ein Nachtrag zum Doppeltrap der Herren vom Donnerstag: In der Mannschaftswertung kamen die USA mit dem neuem Weltrekord von 433 Treffern auf Platz 1, gefolgt von Rußland und Großbritannien.
Den nicht ganz so im Fokus stehenden 300 m-Liegendkampf (Ergebnisliste) hat der Österreicher Stefan Raser gewonnen (599 Ringe). Silber ging an Vebjoern Berg (Norwegen) und Bronze an Marcel Zobrist (Schweiz). Der Starschütze dieser WM, Peter Sidi aus Ungarn, wurde nur 28.; bester Deutscher war Richard Philipp Georg Dietzsch (14.). Raser gibt als eines seiner Hobbys übrigens die Playstation an. ;-)



Beim Schießen der Junioren mit der Standardpistole gewann Aaron Sauter (Deutschland) mit 570 Ringen Silber; bester Russe war der bereits beim OSP-Schießen mit einer Medaille geehrte Alexander Alifirenko auf dem 5. Rang. Bei den Männern wurde Leonid Ekimow - einen Tag nach seinem Schnellfeuerwettkampf - sechster. In den Teamwertungen sowohl der Männer als auch der Junioren gewannen die deutschen Schützen Silber, die russischen wurden jeweils vierte. Ein netter Zufall. ;-)
Im Finale der Frauen im Skeet konnte die amerikanische Olympiasiegerin Kimberley Rhode mit 97 Treffern Gold erringen und Danka Bartekova, eine der starken Slowakinnen, auf Rang 3 verweisen. Beste Deutsche war Vanessa Hauff (13.), beste Russin die schon 49jährige Swetlana Demina (10.). In der Teamwertung kam Rußland auf Platz 4 und Deutschland auf Rang 7.



Wenn man die bisherigen Ergebnisse betrachtet, so können die Sportschützen aus Rußland eigentlich zufrieden sein. Zwar hat der eine oder andere Spitzenschütze bisher nicht die erhofften Medaillen errungen, doch sieht die Gesamtbilanz keineswegs schlecht aus. Als ich im Mai eine kleine Betrachtung über die Lage des Schießsports in der RF schrieb, war die dort referierte Eigenwahrnehmung einiger russischer Schützen sehr negativ. Es war sogar von einem drohenden Desaster bei der Olympiade 2012 die Rede. Die Resultate der jetzt laufenden WM sprechen jedoch eine andere Sprache. Gewiß, jedes Land hat seine Schwächen und es gibt fast überall Probleme. Doch dem russischen Schießsport geht es offenkundig besser als es im eigenen Land wahrgenommen wird. Besonders positiv ist m.E. die Qualität des Nachwuchses, nicht nur in den Mannschaften aus Rußland, sondern insbesondere auch der Ukraine.

Noch ein Detail am Rande: Alexej Alipow, der am Dienstag Silber im Trap gewonnen hatte, wurde gestern 35 Jahre alt.



Am heutigen Sonntag stehen einige Entscheidungen an: Zentralfeuerpistole und Laufende Scheibe Mixed (50 m) der Herren sowie Luftpistole und English Match der Damen. Das LP-Finale gegen 14.20 Uhr ist einer der letzten Wettbewerbe dieser WM, der live im ISSF TV übertragen wird. Leider konzentriert sich die Öffentlichkeitsarbeit der ISSF viel zu stark auf die olympischen Disziplinen.



Abschließend noch ein Blick in die deutschen Medien. Während das Bayerische Fernsehen am Freitag mit einem Blickpunkt Sport live aus München berichtet und den Doppelsieg der deutschen Schützinnen in die deutschen Haushalte transportiert hat (siehe Mediathek), ist dieses Ereignis anderen Medien keine Silbe wert. So z.B. der Mitteldeutschen Zeitung, welche die ISSF-Weltmeisterschaft seit Tagen völlig ignoriert und sich statt dessen Randsportarten wie Basketball oder Schwimmen intensiv widmet. Es wird langsam Zeit, daß ich mein Abo dieses waffenfeindlichen Schmierenblattes kündige, das ich bisher nur wegen des Lokalteils aufrecht erhalten habe.



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Fotos: ISSF, www.shooting-russia.ru.

Samstag, 7. August 2010

In eigener Sache: 2 Jahre Backyard Safari


Nun feiert dieser Blog heute schon sein zweijähriges Jubiläum. Das, was ursprünglich als halböffentliche Gedanken-Ablage gedacht war, hat sich zu einem bekannten Medium entwickelt, das in letzter Zeit täglich von etwa 100 Besuchern gelesen wurde. In den zurückliegenden zwei Jahren waren es insgesamt über 80.000, was für einen deutschsprachiges Weblog, zumal mit den hier behandelten Themen, schon außerordentlich gut ist.
Ein Phänomen erstaunt mich aber nach wie vor: Manche Beiträge, in denen viel Mühe steckt und in die viel Zeit investiert wurde, werden kaum beachtet. Andere, die in zehn Minuten geschrieben waren, finden aus unerfindlichen Gründen tausende von Lesern. Aber das geht auch anderen Bloggern so ...

Die Themenbreite von Backyard Safari ist sehr groß und ich weiß, daß sich kaum ein Leser für alles interessiert oder gar sämtliche Beiträge liest. ;-) Es gibt die einen, die sich vornehmlich mit Waffenrechtsfragen beschäftigen, andere lesen auch meine übrigen waffenbezogenen Beiträge, eine dritte Gruppe registriert wiederum nur auf Artikel über Rußland, während sie mit Waffen kaum etwas anfangen können. Aber meine Interessen sind nun einmal so breit gefächert - und nicht einmal alle spiegeln sich in Backyard Safari wider.

Als inhaltliche Schwerpunkte haben sich im Laufe der Jahre solche herauskristallisiert, die eher unpersönlich sind: Waffenrecht, Rezensionen, (Sicherheits-)Politik, Militär und Polizei Rußlands, ebenso der Schießsport und die Waffenindustrie in diesem Land. Demgegenüber sind Artikel über persönliche Eindrücke sowie sonstige Waffen- und Outdoorthemen (leider) etwas in den Hintergrund getreten. Doch man kann als Blogger nicht auf allen Hochzeiten tanzen. Deshalb bin ich froh, daß sich mittlerweile auch hierzulande eine recht agile Bloggerszene entwickelt hat.

Ich freue mich, daß ich so lange durchgehalten habe, wenn auch zwischenzeitlich immer wieder "Schaffenskrisen" aufgetaucht sind oder nicht nur die Lust, sondern schlicht auch die Zeit zum Schreiben fehlte. (Wovor ich freilich im letzten Jahr schon gewarnt hatte.) Und ich danke allen Besuchern für ihre Treue und würde mich nach wie vor über eine größere Anzahl von Kommentaren freuen.


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Foto: talks.guns.ru.

Freitag, 6. August 2010

WM-Eindrücke III


Die ISSF-Weltmeisterschaft in München ist in ihre zweite Phase eingetreten, in der verstärkt die nicht-olympischen Schießdisziplinen ausgetragen werden. Damit wird es auch um die Berichterstattung etwas ruhiger werden. ISSF TV möchte von diesen Wettbewerben immerhin Video-Zusammenfassungen produzieren.
Zur WM-Halbzeit hat die ISSF gestern mittag einen vorläufigen Medaillenspiegel veröffentlicht. Sonach sieht die Bilanz für Rußland (Platz 2 mit 6 Gold, 4 Silber, 6 Bronze) und, mit ein paar Abstrichen, auch für Deutschland (Platz 6 mit 2 G., 3 S., 2 B.) gar nicht so schlecht aus. Die Chinesen sind natürlich nicht zu schlagen, oder, wie es vorgestern ein Amerikaner formuliert hat: Der chinesische Schießsportverband ist der stärkste der Welt.



Ein Exempel dafür bot am Mittwoch das Medal Match der Frauen in der Disziplin Laufende Scheibe. Gold und Silber gingen an zwei relativ junge Chinesinnen, während Irina Ismalkowa aus Rußland nur auf Platz 3 kam - obwohl sie älter war und das Schießen auf die Laufende Scheibe ältere Teilnehmer begünstigen soll, da diese geduldiger seien. ;-) Die beste deutsche Starterin Anne Weigel kam auf Platz 8, die in Rußland sehr erfolgreiche Julia Ejdenson auf Rang 7.
Wenn man die Ergebnistabelle vom Juniorinnenwettbewerb in derselben Disziplin betrachtet, so ist es kaum übertrieben, von einer ukrainischen Dominanz zu sprechen, allerdings waren dort keine Schützinnen aus China am Start. In der Mannschaftswertung gewannen die Ukrainerinnen Gold, die deutschen Damen Silber und die russischen kamen auf Platz 3.



Das Highlight des Mittwochs war ohne Zweifel das Finale der Männer im Dreistellungskampf mit dem KK-Gewehr. Es war spannend, doch am Ende konnte Peter Sidi aus Ungarn trotz eines technischen Problems den Weltmeistertitel und damit nach der silbernen mit dem LG seine zweite Medaille bei dieser WM erringen (1275,6 Ringe). Silber ging an Jinseop Han (Südkorea) und Bronze an Nemanja Mirosavljev aus Serbien; Konstantin Prichodtschenko (Rußland) kam "nur" auf Platz 4; bester Deutscher war Maik Eckhardt (14.).
Sidi ist m.E. der stärkste Gewehrschütze dieser WM; heute tritt er schon wieder an, diesmal im Liegendkampf auf 300 m mit dem GK-Freigewehr. Er macht - ebenso wie der KK-Liegendweltmeister Sergej Martinow - einen sehr sympathischen Eindruck. Vielleicht könnte man beide als Aushängeschilde für unseren Sport verwenden, sind sie doch - wie 99,99 % aller WM-Teilnehmer - das Gegenteil jenes Menschenschlages, als der wir Schützen und Waffenbesitzer oft dargestellt werden.
Ein wenig verwundert hat mich in den Gewehrdisziplinen das nicht besonders gute Abschneiden von Matthew Emmons aus den USA. Woran dies wohl liegen mag?



Bei den Juniorinnen mit der Luftpistole waren gestern die Starter aus Asien wieder führend; Gold ging mit 382 Ringen an Tsagaandalai Khongorzul aus der Mongolei, die schlechteste Schützin (Elvira Teberga) kam auf 343. Olga Kaweschnikowa (geb. Nikulina), die mit der KK-Sportpistole Gold gewonnen hatte, wurde mit 367 Ringen nur 41. Beste Russin im Wettkampf war Swetlana Medwedewa (28.), beste Deutsche Carolin Schiller (42.).
Immerhin konnten die jungen Polinnen in der Mannschaftswertung Bronze erringen. Im übrigen scheint das Pistolenschießen den Mongolen gut zu liegen, man denke nur an die mittlerweile eingedeutschte Schützin Munkhbayar Dorjsuren. ;-)



Im Doppeltrap der Männer kam es zu einigen Überraschungen. Wassilij Mosin aus Rußland hatte den Vorkampf als Erster abgeschlossen und dabei den Weltrekord egalisiert (147 Treffer - von 150). Im Finale mußte der Arzt aus Kasan dann allerdings dem Amerikaner Joshua Richmond den Vortritt lassen, der mit 50 von 50 Treffern den Finalweltrekord egalisierte (insgesamt 196 Treffer). Sodann kam es zum Stechen um Platz 2 zwischen Mosin und dem Chinesen Binyuan Hu, das Mosin erst nach 30 Schuß für sich entscheiden konnte.
Mosin konnte damit (nach Alexej Alipow im Trap) die zweite WM-Medaille für die Rußländische Schützenunion in den Flintendisziplinen gewinnen.
Noch kurz zu den Mannschaftswertungen: Im Doppeltrap der Männer siegte das Team der USA vor Rußland und Großbritannien, die deutsche Mannschaft kam auf Platz 10. Bei den Junioren war die Rang- und Medaillenfolge Rußland, Italien, USA.



Was gibt es sonst noch zu berichten? Im am Mittwoch ausgetragenen Juniorenwettbewerb mit der KK-Sportpistole hat Alexander Alifirenko (Rußland) Bronze geholt, bester Deutscher war Andreas Heise (8.). Im (nicht übertragenen) Wettkampf Laufende Scheibe Mixed der Frauen am Donnerstag gingen alle Einzelmedaillen nach China; in der Mannschaftswertung kam Rußland nach China auf den Silberrang, Bronze holten die ukrainischen Schützinnen und die deutschen wurden vierte.



Die Frage, mit welchen Waffen bei der WM die Siege errungen wurden, treibt offenbar viele Schützen um. Es ist nicht einfach, Informationen darüber zu erhalten. Immerhin hat Igor Ruljow für einige Kurzwaffendisziplinen statistische Übersichten erstellt. Die Firma Walther hat auf ihrer Webseite die mit Walther-Waffen erzielten Erfolge aufgelistet. Außerdem finden sich dort Bilder und Berichte ebenso wie Videos (Youtube) von der WM.



Aprospos Waffe. Auf der WM wurden nicht nur die neuen LG- und LP-Modelle von Walther vorgestellt, sondern auch die neue KK-Sportpistole SP-08 (auch bekannt als SP 22 oder SP 1). Maßgeblich entwickelt wurde sie von Jefim Chajdurow, auf den Weg gebracht von der Firma Demjan aus Moskau, die eigens dafür eine Tochter in Österreich gegründet hat. Nunmehr ist auch der bekannte österreichische Waffenkonstrukteur und Geschäftsmann Gerd-Carlo Männel in das Projekt eingestiegen. Ich bin gespannt, wie sich das fertige Produkt schlagen und vor allem wann es auf den Markt kommen wird.



Abschließend noch eine etwas tiefsinnigere Anmerkung: Bei den Gewehrwettbewerben ist mir bei einigen (nicht allen!) Schützen aus Rußland aufgefallen, daß sie ihr Gewehr in den kurzen Pausen zwischen den Schüssen nicht auf dem Ständer ablegen, sondern lieber festhalten. Das ist m.E. aus psychologischer Sicht interessant (sofern man keine Vulgärpsychologie betreibt und in jeder Waffe einen Penisersatz sieht). Haben diejenigen, die ihr Gewehr ablegen, ein distanzierteres Verhältnis zu ihrer Waffe?
Ähnlich auch, wenn man die Übertragungen bzw. Videoaufzeichnungen der Finals ansieht. Manche Schützen legen ihre Waffe sofort weg oder bekommen sie weggenommen, andere halten sie hingegen siegesbewußt in die Höhe oder küssen sie sogar, während ins Publikum gelächelt wird und selbiges applaudiert. Es ist überhaupt schön zu sehen, daß sich das Schießen immer mehr zu einem zuschauerfreundlichen Sport entwickelt hat. Und wie jeder Sport, so braucht auch das Schießen seine Rituale.



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Fotos: ISSF, www.shooting-russia.ru.

Dienstag, 3. August 2010

Am 4. August ist Flintentag


Morgen wird Eurosport, sofern es nicht noch kurzfristige Programmänderungen gibt, von der diesjährigen Europameisterschaft im Wurfscheibenschießen, die vom 25.06. bis 04.07. in Kasan (Rußland) stattgefunden hat, berichten. (Nebenbei bemerkt: Tatarstan, dessen Hauptstadt Kasan ist, ist eines der Zentren des Flintenschießens in der RF. Hier gibt es eine große Bildergalerie von der EM.)

Die Zusammenfassungen der Titelkämpfe werden von Eurosport am Vormittag und Abend zu den folgenden Zeiten ausgestrahlt:
  • Teil 1: 8.30 - 9.00 Uhr,
  • Teil 2: 9.00 - 9.30 Uhr,
  • Teil 3: 19.10 - 19.40 Uhr,
  • Teil 4: 19.40 - 20.10 Uhr.
Nachfolgend ein kurzes Vorschauvideo:





Damit wird offenbar die bereits im Frühjahr begonnene Zusammenarbeit zwischen Eurosport und der Europäischen Schießkonföderation fortgesetzt, über die ich hier schon berichtet hatte. Diese insgesamt zwei Stunden Sendezeit sind zwar immer noch deutlich weniger als die sieben Stunden, welche der russische TV-Kanal Rossija-2 der EM gewidmet hat, aber sie sind natürlich besser als nichts. Es wäre sehr erfreulich, wenn derartige Fernsehberichte zu einer regelmäßigen Einrichtung würden. :-)



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Die Russischen Schießsport-Meisterschaften 2010
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Fotos: www.shooting-russia.ru.

Freitag, 7. Mai 2010

Beretta könnte Molot übernehmen


Vor einem Jahr war der russische Waffenhersteller Molot infolge der Weltwirtschaftskrise in finanzielle Schwierigkeiten geraten (ich hatte darüber berichtet). Heute hat nun die Moscow Times einen längeren Artikel veröffentlicht, wonach die italienische Firma Beretta eine Partnerschaft mit Molot eingehen könnte, um so besser auf dem russischen Markt Fuß zu fassen:
"[...]

Italian firearms maker Beretta agreed to consider opening a production unit in Russia, Russian Technologies chief Sergei Chemezov told Prime Minister Vladimir Putin, according to a government transcript released Thursday.

If the deal materializes, Beretta could supply the country's special forces and police, Chemezov said in a meeting late Wednesday with Putin and Kirov Governor Nikita Belykh.
A foreign producer would find the Russian market largely pristine because the country's own defense companies mainly supply the armed forces, experts believe.

Chemezov said talks were underway with Beretta about creating a joint venture on the premises of a floundering defense factory — named Molot [...] — near Kirov. Owned by Chemezov's state corporation, Molot makes hunting rifles, pellet pistols and a range of civilian goods, such as parts for oil and gas equipment.

At the meeting, Chemezov reported that the federal and local governments had made good on a promise to pay the factory's workers their back salaries, worth 300 million rubles ($9.9 million), which he described as the “biggest wage arrears” in Russia. As a way to keep the jobs, Molot may house the joint venture “planned” by Beretta, “hopefully in the beginning of next year,” he said.
In addition to pistols for police and special forces, the venture would crank out hunting and competition guns for sale in Russia and the former Soviet republics, Chemezov said.

Stefano Quarena, a Fabbrica d'Armi Pietro Beretta spokesman, said he was unaware of the talks.
“We need to investigate,” he said by telephone from Gardone Val Trompia, Italy. “I need to check with the owners of the company.”
He did say Russia was a “strategic” market for the company wh ere it set up a local distributor, named Russian Eagle, in 2008 to build a sales network and further study demand.

Boris Vesnin, a spokesman for Belykh, said the Kirov regional government was being informed about the talks but had no knowledge about the size of the planned investment.
A source familiar with the situation said contacts with the Italian company were at a very early stage and that neither side had named any financial estimates.

[...]

Russian gun manufacturers have fallen behind the worldwide trend of developing firearms that cater to the needs of special operations and law enforcement agencies, such as having a larger magazine to confront gangs, said Ruslan Pukhov, director of the Center for the Analysis of Strategies and Technologies, an independent defense industry think tank.
As a result, the country's agencies have taken to importing foreign-made firearms, he said.
Based in a country with closer ties to Russia than some other Western states, Beretta may well invest in a Russian production facility if it wants so, Pukhov said. Chemezov, on the other hand, is a heavyweight lobbyist capable of securing enviable sales, he said.

The government in 2009 included Beretta-92 guns, along with some other foreign models, on the list of firearms that prosecutors and police investigators can wear for self-defense. The Interior Ministry, which received permission in 2007 to use foreign firearms, said in December that it had begun equipping its special units with Austria's Glock 17 pistols.
Other authorized foreign manufacturers include the Czech Republic's Ceska Zbrojovka, Austria's Steyr Mannlicher Gmbh & Co KG and Germany's Heckler & Koch.

[...]"
Die Verhandlungen wären - sofern es sich nicht um eine Presseente handelt - noch in einem sehr frühen Stadium, so daß noch kein Ergebnis abzusehen ist. Dennoch ist der Vorstoß von Beretta interessant, erfreuen sich doch italienische Jagdwaffen auf dem russischen Markt großer Beliebtheit, wie ein Blick auf zahlreiche Waffen- und Jagdmessen belegt. Mal sehen, was daraus wird, denn der Behördenmarkt alleine dürfte für die Italiener kaum den ganzen Aufwand lohnen.

Im übrigen ist der Artikel schlecht recherchiert, denn selbstverständlich bietet auch Baikal (Izhmekh) Großkaliberpistolen schon seit Jahren mit doppelreihigem Magazin an, die auch bei den Behörden der RF eingeführt sind. Wenn es - wie behauptet - nur darum ginge, müßte man keine ausländischen Kurzwaffen einführen. Journalisten eben ...

Nachtrag: Das ganze scheint doch keine Ente zu sein. Die gewöhnlich gut informierte Internetzeitung Lenta.ru behandelt das Thema in einem Artikel vom 06.05. ebenfalls recht ausführlich. Demzufolge sollen im neuen Gemeinschaftswerk neben GK-Pistolen vor allem Jagd- und Sportwaffen für den GUS-Markt gefertigt werden. Die Verhandlungen werden von der Rüstungsholding Rostechnologii geführt, die derzeit anscheinend versucht, nicht mehr rentablen Rüstungsunternehmen eine neue Perspektive zu eröffnen.
Lenta.ru deutet ferner an, daß demnächst in der rußländischen Waffenindustrie - z.B. bei Izhmash - weitere Umstrukturierungen ins Haus stehen könnten. Die dort produzierten Waffen seien im Vergleich zu solchen ausländischer Provenienz zu teuer. Das habe ich zwar in russischen Waffenforen auch schon mehrfach gelesen (einheimische Präzisionsgewehre wie das SW-98 sollen teurer sein als ein Sako TRG), kann es aber aufgrund meiner bescheidenen Kenntnis des deutschen Waffenmarktes und der hiesigen Preise nicht recht glauben.


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Mittwoch, 15. Juli 2009

15.07.2009: Bilder des Tages


Die Waffenrechtsdebatte der letzten Monate hat tiefe Spuren in der deutschen Öffentlichkeit hinterlassen. So wurden etwa in Bochum nach heftiger Kritik der Lokalpolitik die Schießsportangebote für Kinder aus dem städtischen Ferienprogramm gestrichen und stattdessen Kinogutscheine an die Schüler ausgegeben. (Als ob die Jugend von heute durch übermäßigen Medienkonsum nicht schon genug verdummt würde. :-( ) Mithin darf sich unser zartbesaiteter Nachwuchs, anstatt mit einem Luftgewehr zu schießen, auf Staatskosten ein paar Horrorfilme anschauen. Garantiert unbedenklich und für die seelische Entwicklung der lieben Kleinen förderlich. :-(

Ganz anders in unserem östlichen Nachbarland Polen. Dort veranstaltet z.B. die Lubliner Schulbehörde alljährlich ein Sommerlager, wo den Schülern u.a. auch das Schießen beigebracht wird. Nicht nur mit Druckluftwaffen (man beachte das weitverbreitete Haenel 312), sondern auch mit Klein- und Großkaliberwaffen. Tja, die Osteuropäer sind glücklicherweise noch nicht so verkommen wie wir, dort gibt es sogar Ligawettkämpfe zwischen verschiedenen Schulen im Schießen. Ach, ex oriente lux ...

Und so mögen denn die heutigen Bilder zeigen, was möglich sein könnte, wenn es um unsere Waffenkultur anders bestellt wäre. Und Amokläufer werden dort gewiß nicht ausgebildet. (BTW: Wieviele Schulmassaker hat es in Polen nach 1990 gegeben? Ich erinnere mich nicht an ein einziges.)













Fotos: kuratorium.lublin.pl.