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Sonntag, 13. Februar 2011

Raketen über See

Vorab: Ich interessiere mich nicht besonders für militärisches Großgerät wie Panzer, Schiffe oder Flugzeuge. Doch das heute anzuzeigende Buch geht weit über rein technische Fragen hinaus: "Raketen über See - Die taktische Seezielrakete P-15 (Styx) im Kalten und heißen Krieg" von Holger Neidel und Egbert Lemcke ist im Jahre 2008 erschienen. Wie schon mit dem vom selben Verlag herausgebrachten Buch von Frank Preiß werden dem Leser, welcher der russischen Sprache nicht oder nur bedingt mächtig ist, erstmals in seriöser und kompetenter Weise Informationen über das Militär der heutigen Rußländischen Föderation sowie der früheren Sowjetunion präsentiert. Hier geht es zuvörderst um die in den 1950er Jahren entwickelte Seezielrakete P-15 (NATO: Styx) und ihre diversen Abarten und Nachfolgemodelle, wobei die behandelte Zeitspanne von den 1950er Jahren bis 2007 reicht. Schiffsgestützte Flugkörper, die erstmals von der UdSSR gebaut und eingesetzt wurden, waren eine kleine Revolution des Marinewesens.

Dabei werden nicht nur die technischen Entwicklungen detailliert nachvollzogen, die Autoren stellen sie auch in den notwendigen sicherheitspolitischen Kontext: Welchen Sinn ergeben see- und landgestützte Seezielraketen? Sie ermöglichen auch einem vergleichsweise schwachen Staat die kostengünstige Abwehr überlegener Marinekräfte des potentiellen Gegners. Die beiden Autoren vertiefen diese und ähnliche Fragen mehrfach, wenn sie nicht nur Fallbeispiele aus der Sowjetunion selbst, sondern auch aus den Staaten analysieren, die von der SU oder China mit diesen Waffensystemen beliefert worden sind (z.B. DDR, Indien). Neben der Vorstellung der verschiedenen Raketen werden auch ihre Trägerplattformen, insbesondere die damals neuartigen Raketenschnellboote, vorgestellt und ihre Entwicklung nachvollzogen.

Der Band ist durchgängig mit instruktiven Tabellen, Fotos und Zeichnungen versehen. Das alles macht dieses Werk zu einer Fundgrube sowohl für Marineinteressierte als auch für jene, die die Wechselwirkung zwischen Strategie und Technik studieren wollen. Überdies wird man nach der Lektüre besser dazu fähig sein, manches aktuelle militärische Problem zu verstehen. Freilich muß man den beiden Autoren nicht bei jeder Bewertung oder Schlußfolgerung folgen, doch tut dies dem Wert ihres Werkes keinen Abbruch.



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Militärstruktur und Rüstungsprojekte in Rußland

Foto: RIA Nowosti.

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Eindrücke aus Bombay


Im Belmont Club hat Richard Fernandez einige interessante Eindrücke und Gedanken zu den Terroranschlägen in Bombay in der letzten Woche zusammengetragen:
"[...]

The routine machinery of the great city fed more victims into the maw. Trains filled with new passengers disgorged yet more victims into the line of fire. Later D’Souza would reflect upon the blind panic which paralyzed the beat cops. Perhaps we shouldnt be too hard on these Mumbai flatfeet. They had probably never encountered something that shot back with an automatic weapon. In its own way the Mumbai event underlines what the NRA has been saying for years. Guns don’t shoot themselves. People are needed to pull the trigger. Without anyone willing to open fire, the police pistols which stayed in their owner’s holsters might as well have been bouquets of flowers.

But what angered Mr D’Souza almost as much were the masses of armed police hiding in the area who simply refused to shoot back. “There were armed policemen hiding all around the station but none of them did anything,” he said. “At one point, I ran up to them and told them to use their weapons. I said, ‘Shoot them, they’re sitting ducks!’ but they just didn’t shoot back. … ‘I told some policemen the gunmen had moved towards the rear of the station but they refused to follow them. What is the point if having policemen with guns if they refuse to use them? I only wish I had a gun rather than a camera.’”

[...]

Maybe the most important effect of the Second Amendment is that it it implants the germ of the idea that resistance is a viable option. It’s a germ which must be nurtured by a little training. The gun is an easy thing to find. It’s is the making of a shooter which is harder.

[...]"
(Foto: Reuters)