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Sonntag, 29. Mai 2011

29.05.2011: Videos des Tages

Der amerikanische Waffenhersteller Ruger hat einen eigenen Youtube-Kanal, auf dem zahlreiche Videos angeboten werden. Die meisten beziehen sich auf Selbstverteidigungsszenarien (siehe unten das erste Video), aber es sind auch rein sportliche dabei (wie etwa im zweiten, worin es um Biathlon geht). Es lohnt sich, dort einmal zu stöbern.




Sonntag, 31. Oktober 2010

31.10.2010: Text des Tages

Alphonse Daudets Roman "Tartarin von Tarascon" habe ich vorgestern hier im Blog vorgestellt. Nachfolgend daraus ein Kapitel über den Selbstschutz des Helden bei seinem allabendlichen Gang in den Klub - genauso ironisch geschrieben wie das gesamte Buch:
"Wie Herr Tartarin seinen Club besucht

Die Tempelherren trafen ihre Vorbereitungen, wenn sie einen Ausfall gegen die Ungläubigen machen wollten, die sie belagerten; die chinesischen Krieger bereiten sich auf ihre ganz eigentümliche Weise zum Kampfe vor; der rothäutige Comanche trifft seine besonderen Vorkehrungen, wenn er sich auf den Kriegspfad begibt – das alles zusammengenommen will aber gar nichts heißen gegen die Art und Weise, wie sich Herr Tartarin aus Tarascon von Kopf bis Fuß ausrüstete, wenn er sich um neun Uhr des Abends in seinen Klub begab – eine Stunde, nachdem die langgezogenen Töne der Retraite verhallt waren. Alles klar zum Gefecht – so pflegen es die Matrosen zu nennen.

In der linken Hand trug Tartarin eine Keule mit eisernen Spitzen, einen echten alten Morgenstern, in der rechten einen Stockdegen, in der linken Tasche einen Schlagring, in der rechten einen Revolver. Auf der Brust blitzte, zwischen der Weste und der wollenen Binde, ein malayischer Kris. Einen Bogen und vergiftete Pfeile führte er übrigens niemals bei sich, was besonders anerkannt zu werden verdient; für einen tapferen Mann, der seinem Gegner kühn entgegenzutreten willens ist, ziemen sich solche Waffen nicht.

In der Stille und Dunkelheit seines Zimmers machte er, bevor er sich auf die Wanderschaft begab, einige leichte Übungen. Er zog den Degen, legte aus und schlug ein paarmal in die Luft; dann schoß er ein paar Kugeln gegen die Wände ab und ließ schließlich seine Muskeln spielen, um sich vom Vorhandensein der eigenen Körperkraft zu überzeugen. War er mit diesen Vorbereitungen zufrieden, so nahm er seinen Hausschlüssel und ging langsam und bedächtig quer durch den Garten. Aber immer hübsch langsam, sich nur nicht beeilen – immer vorsichtig, wie die Engländer, das ist die einzig richtige Methode. An der Gartenmauer angelangt, wartete er einen Augenblick und öffnete dann die breite eiserne Türe; er stieß sie schnell, heftig, mit einem gewaltigen Ruck auf, so daß sie außerhalb des Gartens an die Mauer anschlug. Wenn »sie« sich etwa hinter ihr versteckt gehalten hätten, »sie« wären unfehlbar zu Brei gequetscht worden. Unglücklicherweise hatten »sie« sich aber niemals dahinter versteckt.

Nun war die Türe offen und Tartarin trat hinaus; schnell warf er noch einen Blick nach rechts und links, warf dann geschwind die Türe ins Schloß und drehte den Schlüssel zweimal um. Nun befand er sich auf der Straße.

Auf der Chaussee nach Avignon war um diese späte Stunde gewöhnlich auch nicht eine Katze sichtbar. Die Häuser waren geschlossen, die Lichter hinter den Fenstern ausgelöscht. Rings alles still und dunkel, nur ganz vereinzelt standen die Straßenlaternen, und auch deren Licht vermochte kaum durch den dichten, aus der Rhone aufsteigenden Nebel hindurchzudringen.

Stolz und würdevoll ging nun Herr Tartarin in die Nacht hinaus, trat kräftig auf, so daß seine Schritte in schönstem Takte durch die stillen Straßen hallten und schlug von Zeit zu Zeit mit der eisernen Spitze seines Stockes, in dem der Degen nur lose saß, auf die Pflastersteine, daß die Funken stoben. Ob er nun durch Straßen, durch Gassen oder Gäßchen ging, immer nahm er seinen Weg hübsch in der Mitte des Fahrdammes. Das ist eine ausgezeichnete, gar nicht genug zu empfehlende Maßregel der Vorsicht; man bemerkt beizeiten die drohende Gefahr und vermeidet so allerhand merkwürdige Dinge, die in den Straßen von Tarascon des Abends manchmal zum Fenster herausfallen. Man sieht also, es war pure Vorsicht, was Tartarin bewog, sich von den Häuserreihen entfernt zu halten; Vorsicht, und nicht etwa Furcht.

Als bester Beweis dafür, daß Tartarin keine Furcht kannte, mag gelten, daß er bei der Heimkehr aus dem Klub nicht etwa so schnell er irgend konnte nach Hause lief, sondern daß er ruhig und unerschrocken durch die Stadt ging, durch ein Gewirr kleiner, stockdunkler Gäßchen, an deren Ende man die Rhone unheimlich blinken sah. Der Ärmste hoffte, wenigstens auf dem Rückwege einen von jenen Beutelschneidern und Mordgesellen zu begegnen; er glaubte bei jedem Schritte, jetzt würden »sie« aus dem tiefen Schatten plötzlich auftauchen und ihn von hinten anzufallen suchen. Oh, »sie« würden hübsch empfangen werden, das war sicher. Aber ein tückisches Geschick fügte es, daß Herr Tartarin niemals, absolut niemals das Glück hatte, mit dem Gesindel zusammenzutreffen. Kein Trunkenbold, kein Hund stellte sich ihm in den Weg. Nichts! Es war zum Verzweifeln.

Einmal glaubte er seiner Sache sicher zu sein und sein Sehnen erfüllt zu sehen; es war aber blinder Lärm. Er hörte das Geräusch von Schritten und flüsternde Stimmen. Tartarin stand wie angedonnert. »Aufgepaßt!« sagte er zu sich selbst. Er stellte sich zuerst so, daß sein Schatten ihn nicht verraten konnte und der Wind nicht von ihm zu jenen hinblies, dann legte er das Ohr an den Erdboden, um genau zu hören; das alles waren Kunstgriffe, die er in den Indianergeschichten gefunden und sich wohl eingeprägt hatte.

Die Schritte nähern sich, die Stimmen werden immer lauter, schon lassen sie sich deutlich voneinander unterscheiden, kein Zweifel: »Sie« kommen, »sie« sind schon da. Tartarins Auge blitzte, seine Brust hob und senkte sich stürmisch; schon kauert er sich nieder wie ein Jaguar, der zum Sprunge ansetzt, schon will er sein lange eingeübtes Kriegsgeschrei ausstoßen – da tauchen die Gestalten aus dem tiefen Schatten auf, und zugleich hört er sich in aller Gemütlichkeit im echten unverfälschten tarasconischen Dialekt anrufen:

»Sieh da! da steht ja Tartarin! Guten Abend, Tartarin, und gute Nacht!«

Verdammt! Das war der Apotheker Bezuquet, der in Begleitung seiner Familie von Costecalde kam, wo er »sein Lied« gesungen hatte.

»Guten Abend! Guten Abend!« brummte Tartarin, wütend über das Zunichtewerden seiner Hoffnungen und Träume. Grimm im Herzen und den Spazierstock über dem Haupte schwingend, verschwand er im Dunkel.

Wenn er vor dem Hause angelangt war, in dem der Klub sein Versammlungslokal hatte, pflegte der mutige Tarasconese, bevor er eintrat, noch ein Bißchen vor der Türe auf und ab zu spazieren. Schließlich wurde er jedoch müde, noch länger auf »sie« zu warten; es wurde ihm zur Gewißheit, daß sie auch heute wieder sich ihm nicht zu zeigen wagten.

Noch einen letzten Blick voll Verachtung warf er in die dunkle Nacht und murmelte dann mit hörbarer Erregung:

»Also nichts! nichts! und wieder nichts!«

Darauf trat der Biedermann in das Lokal und begann mit seinem Freunde, dem Kommandanten, ein Spielchen."

Freitag, 30. April 2010

Ganz unerwartete Wendungen ...

... nehmen bisweilen Äußerungen in Politik und Medien, wenn es um das Thema Waffen geht. Zwei dieser seltenen Momente konnte man am Donnerstagabend im deutschen Staatsfernsehen bestaunen, wobei die Besonderheiten den zuständigen Journalisten in ihrer Einfalt kaum bewußt gewesen sein dürften.

Zunächst hat das für seine bösartigen und waffenbesitzerfeindlichen Beiträge bekannte NDR-Magazin Panorama einen Bericht über Mängel bei der Ausbildung der in Afghanistan eingesetzten Bundeswehrsoldaten gebracht. Darin wurde u.a. explizit die unzureichende Ausbildung an Schußwaffen beklagt. Ja, wo sollen die jungen Männer und Frauen denn schießen lernen? Der Bund hat dafür kein Geld (wohl aber für teure Prestigeprojekte des BMVg) und die Schützenvereine sehen sich als rein zivil-sportliche Organisationen, deren Jugendarbeit zudem immer weiter erschwert wird. Freilich fehlt es den Panorama-Journalisten an Intelligenz und Einsichtsfähigkeit, um zwischen beiden Themen einen Zusammenhang herzustellen - etwas anderes hätte mich auch überrascht.

Die zweite "Bombe" platzte in Baden-Württemberg. Der dortige Justizminister Ulrich Goll, der im vergangenen Jahr ebenfalls - entgegen der Linie seiner Partei - für weitere Verschärfungen des Waffenrechts eingetreten war, weigert sich nun, seine eigenen Waffen abzugeben. Tja, da sind die Bonzen eigen: die einfachen Bürger sollen sich entwaffnen lassen, aber man selbst bitteschön nicht. Der SWR berichtet:
"[...]

Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) will seine Pistolen trotz der Kritik von Grünen und Eltern von Amoklauf-Opfern nicht abgeben. Die Grünen wollen das Thema nun im Landtag zur Sprache bringen. Goll verzichtet seit 1996 auf Personenschutz, so sein Ministerium. Statt dessen hat er zwei Waffen.

Ich habe keine Neigung, diesen Aufforderungen zu folgen", sagte Goll am Donnerstag in Stuttgart. Da er auf Personenschutz verzichte, wolle er wenigstens die Möglichkeit haben, sich selbst gegen Angriffe zu wehren. Es gebe durchaus "Grenzgänger" wie ehemalige Gefängnisinsassen, die ihn bedrohten. Personenschutz komme aber für ihn auch in Zukunft nicht infrage: "Ich sehe das für mich nicht als hilfreich an". Goll erklärte, er sei durchaus befugt, sich gegen Angreifer mit der Schusswaffe zu schützen. "Wenn jemand mit dem Messer auf mich losgeht, könnte ich von der Waffe Gebrauch machen."

Die Grünen im Landtag und das Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden forderten Goll erneut auf, Vorbild zu sein und seine Waffen abzugeben. "Wir sind ja schließlich nicht im Wilden Westen, sondern in einem Rechtstaat, in dem die Polizei für Schutz und Ordnung sorgt", sagte Grünen-Innenexperte Hans-Ulrich Sckerl.

Grüne: Keine Waffen in privater Hand

Die Grünen wollen nun in einer Anfrage an den Landtag wissen, ob es für den Minister eine dienstliche Veranlassung gebe, Waffen zu besitzen. Eine weitere Frage sei, inwiefern sich der Waffenbesitz mit dem vom Goll erklärten Ziel, so wenig Waffen wie möglich in privater Hand zu belassen, vereinbaren lasse, teilte Sckerl mit. Sckerl will zudem wissen, "ob weitere Mitglieder der Landesregierung ebenfalls Waffen im Privatbesitz haben". Diese müssten komplett darauf verzichten. Ein Privatbesitz von Waffen durch ein Mitglied der Landesregierung konterkariere das Ziel, dass möglichst wenig Waffen in Privatbesitz sein sollten. "Wenn Goll sich latent bedroht fühlt, soll er endlich den Personenschutz für sich in Anspruch nehmen", verlangte Sckerl.

Hardy Schober vom Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden warf Goll vor, sich einer Verschärfung des Waffenrechts zu verweigern. "Man sieht, dass die Waffenlobby auch in der Landesregierung sitzt."

Waffen im Tresor und Schießübungen

Goll will sich nicht dazu äußern, ob er seine Waffen bei sich führt. Er hatte am Dienstag erklärt, eine Waffenkarte zu besitzen und eine Neun-Millimeter-Pistole und einen 22-Millimeter-Revolver bei sich zu Hause in einem Tresor aufzubewahren. "Den Code kenne nur ich", sagte Goll. Alle sechs bis acht Wochen nehme er am Schieß-Trainingsprogramm der Polizei teil.

Innenminister Heribert Rech und Finanzminister Willi Stächele (beide CDU) gaben an, selbst keine Waffe zu besitzen. Im Schützenverein sei er allerdings, sagte Rech. Stächele fügte hinzu, seine Frau bewahre ihre Waffe in einem Jagdschrank auf."
Nicht, daß ich Goll diese Probleme nicht ein wenig gönnen würde. ;-) Er hat selbst dabei geholfen, jene Anti-Waffen-Stimmung am Leben zu erhalten, die sich jetzt gegen ihn wendet.

Viel schlimmer ist allerdings die Reaktion der Grünen und des ABW. Der spinnerte Hardy Schober wittert schon wieder eine sinistre Verschwörung der angeblich allgegenwärtigen "Waffenlobby" - und macht sich damit schon wieder lächerlich. Noch absurder ist freilich die Forderung, Goll solle auf seine Privatwaffen verzichten und statt dessen Personenschutz annehmen. Was das den Steuerzahler kosten würde! Diese Mischpoke ist, mitten in einer großen Wirtschaftskrise, bereit, ohne mit der Wimper zu zucken Steuergelder zu verschwenden, nur damit sie ihrer absurden Utopie einer waffenfreien Gesellschaft näherkommen.

Man lese sich den grünen Stuß nur einmal genau durch. Diese Partei hat sich damit selbst die Fratze vom Gesicht gerissen. Noch im vergangenen Jahr hatte man sich öffentlich großzügig gegeben und so getan, als ginge es nur um die angeblich so gefährlichen Großkaliber-Kurzwaffen. Jetzt soll den Mitgliedern der Landesregierung jedweder Waffenbesitz untersagt werden. Besser hätte sich das Lumpenpack nicht entlarven können, denn nunmehr sollte auch dem letzten klar sein: Die Grünen wollen alle Waffen verbieten, ohne Ausnahme, weder für Jäger noch für gefährdete Personen. Wer denen den kleinen Finger reicht, bekommt den ganzen Arm abgerissen.

Dieser selbstgerechte, moralinsaure Ton paßt nicht zu einer Partei, deren Klientel hauptsächlich aus Straßenkämpfern, Pazifisten, Päderasten und Junkies besteht - und die seit langer Zeit fordert, Pädophilie zu entkriminalisieren:





Daß es sich dabei nicht um einzelne Verirrungen aus der Anfangsjahren der Grünen handelt, belegen die beiden folgenden Videos, in denen die Parteiprominenz in Gestalt von Daniel Cohn-Bendit und Volker Beck das Wort ergreift:








Eine Schweinebande. Da kann man Udo Goll nur eines raten: Standhaft bleiben! Seien Sie mannhaft und sorgen Sie für sich selbst - und lassen Sie sich nicht in den linksgrünen Polizei- und Nannystaat stecken! Aber bewahren Sie bitte auch Ihre Mitbürger vor diesem Schicksal!

PS: Man höre sich bei Gelegenheit auch einmal den eingebetteten SWR-Kommentar an, darin Goll im O-Ton.

PPS: Über den journalistischen Unsinn mit dem "22-Millimeter Revolver" wollen wir lieber den Mantel des Schweigens breiten.


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Mittwoch, 10. Februar 2010

Nur ein wehrloses Opfer ist ein gutes Opfer


Dieser Tage ist eine Nachricht durch die Medien gegangen, die für viel veröffentlichtes Entsetzen gesorgt hat. Dominik Brunner, der vor vier Monaten in München einigen bedrängten Jugendlichen beistehen wollte und deshalb totgeschlagen wurde, soll - Gott sei bei uns - irgendwann einmal in einer Boxschule trainiert haben. Zumindest behauptet das der Spiegel:
"[...]

Die Jugendlichen stiegen in die S-Bahn, in der auch Dominik Brunner saß, Markus Sch. und Sebastian L. folgten ihnen. Der 50-Jährige wollte die Jugendlichen beschützen und schlug ihnen vor, mit ihm in München-Solln auszusteigen. An der Haltestelle soll Brunner laut Zeugen dem Fahrer der S-Bahn zugerufen haben: "Jetzt gibt's hier hinten Ärger."

Brunner hat nach SPIEGEL-Informationen mindestens ein Jahr lang in einer Boxschule trainiert. Zeugen berichteten, er habe die Fäuste gehoben und sei auf die beiden Angreifer zugegangen. Dann habe er den ersten Fausthieb gesetzt und einen der beiden Täter ins Gesicht getroffen.

Bislang war nur bekannt, dass Brunner einem der Täter auf dem Bahnsteig zur Selbstverteidigung einen Schlag verpasst hatte. Laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" sollen die beiden Angeklagten in Richtung Brunner gelaufen sein, während dieser aggressiv gewirkt habe. Dies habe der S-Bahn-Fahrer ausgesagt. Andere Zeugen haben die Situation jedoch ganz anders wahrgenommen. Nicht Brunner, sondern die beiden mutmaßlichen Täter hätten sich aggressiv verhalten.

[...]"
Es dürfte kein Zufall sein, daß gerade dieses durch seine militante Anti-Waffen-Haltung bekannte Blatt diese Information lanciert, die dann auch von anderen Medien bereitwillig aufgegriffen wurde. Und es überrascht nicht, daß im selben Text deutlich auf den starken Alkoholkonsum der mutmaßlichen Täter hingewiesen wird. Denn damit haben wir zwei stichworte, die der verhausschweinte, von den linksliberalen Mainstreammedien verdummte Bundesbürger braucht, um den Fall Brunner neu zu bewerten.

Erstens die rührselige Geschichte von den Jugendlichen, die auf die schiefe Bahn geraten sind und im Drogen- und Alkoholrausch fast gar nicht anders handeln konnten. Man kennt das ja ...

Und zweitens - das ist besonders brisant - wird Brunner zumindest implizit eine Mitschuld an seinem Tod zugesprochen. Wie kann man bloß in einer Boxschule trainieren und dann gegenüber den Schlägern auch noch die Arme hochnehmen?! Das ist ja aktive Gewaltanwendung! Aber dergleichen tut man doch nicht, schließlich leben wir im pazifistischen Deutschland. Hierzulande gilt: Nur ein wehrloses Opfer ist ein gutes Opfer. Wer es sich wagt, Angreifern ebenfalls mit Gewalt entgegenzutreten, wird mit denselben fast auf eine Stufe gestellt. Um so mehr, wenn es sich - wie im Fall Brunner - um Nothilfe (vgl. § 32 II StGB) zugunsten anderer Menschen handelt. Hierzulande wird viel von Zivilcourage und dergleichen gefaselt, doch wenn jemand wie Domik Brunner damit Ernst macht und der rechtswidrigen Gewalt aktiv entgegentritt, so wird ihm der posthume Heldenstatus schnell wieder aberkannt.

Diese jüngste Entwicklung hat mich wieder an drei Artikel in der Zeitschrift Eigentümlich frei erinnert, die mir schon im Herbst 2009 aufgefallen waren und die jetzt neue Aktualität erlangen. Wolfgang Halder denkt über Gewalt und Zivilcourage nach:
"[...]

Solange dieser Staat uns Bürgern keine effektive Selbstverteidigung mit Waffen gestattet, hat er auch kein Recht, von uns Zivilcourage zu verlangen, weil wir sonst entweder vom Pöbel ins Krankenhaus oder ins Grab geprügelt werden oder selbst zum Täter gemacht werden. Und solange dem so ist, sollten Eltern ihre Kinder – und auch sich selbst – auf solche Situationen vorbereiten, so weit das möglich ist, damit sie sich selbst helfen können und wissen, wie sie andere so zum Helfen bringen, dass niemand zu Schaden kommt, denn bis der Inhaber des Gewaltmonopols in Gestalt der Polizei da ist, ist es oft zu spät.

„Wie können Menschen so etwas tun?“ – das sei laut einem Kommentar der „Süddeutschen Zeitung“ der Kern des Problems. Falsch. So etwas haben Menschen schon immer getan. Es kommt darauf an, auf solche Situationen vorbereitet zu sein – damit Menschen wie Dominik Brunner für ihren Mut belohnt werden und nicht mit dem Leben bezahlen müssen.

[...]"
Andreas Tögel bezweifelt, daß Zivilcourage tatsächlich gefragt ist und brandmarkt das Versagen unseres verlogenen Staates:
"[...]

Dies deshalb, weil „Experten“, insbesondere Politiker, Psychologen und Polizeioffiziere, im Falle gewaltsamer Bedrohungen regelmäßig und ausnahmslos dazu raten, sich nur ja nicht zu wehren, um größeren Schaden (vom Täter?) abzuwenden. Routinemäßig wird von diesen „Experten“ das Davonlaufen als Ultima ratio empfohlen. Weil Widerstand oder gar Gegenwehr gegenüber Verbrechern seit Jahr und Tag geradezu als grobe Fahrlässigkeit gebrandmarkt werden. Nur nicht wehren! Nur nicht am Ende selbst zu Waffe greifen (über die ja – dank der kriminalitätsfördernd restriktiven Waffengesetzgebung unserer Nanny-Staaten beinahe nur noch Gangster verfügen), da diese vom Angreifer „entwendet“ werden und gegen ihren Besitzer eingesetzt werden könnte – was für ein zynischer Witz!

[...]"
Und Dirk Friedrich lobt Brunner als vorbildliches Individuum.

Eine Gemeinheit haben sich Spiegel & Co. bisher jedoch verbeten: Brunner aufgrund seines Boxtrainings als potentiellen Killer zu diffamieren, der eine tickende Zeitbombe gewesen sei und nur auf eine Konfrontation gewartet habe, in welche die drei bedauernswerten Drogenkonsumenten dann zufällig hineingeraten seien.
Aber vielleicht kommt das auch noch, denn hier geht es weniger um die Person Brunners als vielmehr um die Folgen seines Todes: Einigen unserer Mitbürger dürfte seither klargeworden sein, daß der Staat sie bewußt in einem Zustand der Wehrlosigkeit hält, weshalb sie kriminellen Gewalttätern schutzlos ausgeliefert sind. Nachdem der Spiegel und andere Presseorgane im Frühjahr und Sommer 2009 die Waffenrechtsdebatte kräftig angeheizt hatten, drohte ihnen seit dem Tod Brunners die Deutungshoheit zu entgleiten. Denn die spontane Reaktion auf diesen Zwischenfall muß aus Sicht der Pazifisten und Waffengegner besorgniserregend gewesen sein: Wer wollte jetzt noch daran glauben, daß Passivität moralisch besser sei als Gegenwehr? Also muß man versuchen, an Brunners Image zu kratzen und einen dunklen Fleck in seiner Vergangenheit zu finden (das Boxtraining). Er weicht eben vom deutschen Idealbild des "guten" - weil wehrlosen und "unschuldigen" - Opfers ab und muß daher demontiert werden.

Fragt sich nur, ob dieses Unterfangen gelingt. Mich beeindruckt Brunners Mut jedenfalls nach wie vor und ich kann nur sagen: Gut, daß er seine vermutlich marginalen Nahkampffähigkeiten so gut einsetzen wollte. Gewiß, er ist mit seinem Versuch tragisch gescheitert, doch sollte er uns allen als Vorbild und sein Tod als Fanal dienen, um endlich mit der verfehlten Politik von gewaltloser Zivilcourage, dem Kult der Friedfertigkeit um jeden Preis und der Entwaffnung der rechtschaffenen Bürger Schluß zu machen. Positive Beispiele gibt es etwa aus Österreich zu vermelden.

Nachtrag: Einen konkreten, praktischen Zweck verfolgen die vermeintlichen Enthüllungen über Dominik Brunner außerdem. Es dürfte der Staatsanwaltschaft jetzt schwerfallen, seine Tötung vom Gericht als Mord einstufen zu lassen. Denn dazu fehlt es an der berühmten Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers.


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Foto: www.faz.net.

Freitag, 25. September 2009

25.09.2009: Video des Tages

Recht so, Crocodile Dundee! So geht man mit Gesocks um.



Samstag, 9. Mai 2009

Briganten am Wege

Vor einigen Wochen habe ich dieses kleine Büchlein beim Stöbern in einer Berliner Buchhandlung entdeckt: „Briganten am Wege“. Darin beschreibt Dieter Richter die Abenteuer deutscher Reisender im Italien des 18. und 19. Jahrhunderts. Neben allerlei typischen Reiseunbilden (wie der Lustseuche) hatten sie vor allem mit dem ausgeprägten Straßenräuberunwesen, dem „Brigantaggio“, zu kämpfen. Neben unbekannteren Zeitgenossen zitiert Richter auch aus den Reiseberichten eines Goethe und Fontane und vermittelt so einen recht lebendigen Eindruck davon, wie es früher auf den Bildungsreisen in das Heimatland der Klassik zugegangen ist.
Kurzum: Ein interessantes und kurzweiliges Buch über Reisegewohnheiten und -abenteuer unserer Altvorderen.

Dem Thema Selbstverteidigung gegen die Wegelagerer wird übrigens ein eigenes Kapitel gewidmet (S. 41 ff.):
"Natürlich machte man sich bewaffnet auf die Reise (auch Goethe trug in Italien ein Paar Pistolen bei sich). Aber welche Waffe war wirklich geeignet, um den Reisenden am Tag und in der Nacht wirksam vor Raubüberfällen zu schützen? Auch dazu machen sich Reiseführer und Reiseberichte Gedanken. Darüber hinaus hatten vor allem die in der Branche führenden englischen Reise-Ausrüster eine Reihe von nützlichen Erfindungen auf den Markt gebracht, die den Reisenden Schutz und Sicherheit versprachen.

[…]

Die sicherste Waffe auf der Reise ist ein Dolch

Johann Daniel Neigebauer, 1826

Es sei dahingestellt, ob der folgende Vorschlag aus Neigebauers „Handbuch für Reisende in Italien“ realistisch war oder nicht. Unbequem war seine Ausführung in jedem Fall.

„Die sicherste Waffe auf der Reise ist ein Dolch, den man im linken Rockärmel trägt, so daß er durchaus nicht bemerkt wird und doch im Augenblick der Gefahr mit der rechten Hand unter dem linken Handgelenk ergriffen werden kann. Da aber die Zollbeamten den Reisenden oft sehr genau durchsuchen, so kann man besonders im Piemontesischen in sehr große Unannehmlichkeiten kommen, wenn ein Dolch gefunden wird; indem dort so strenge Verordnungen bestehen, daß Reisenden selbst gewöhnliche Taschenmesser weggenommen worden sind, wenn sie sich nicht das Abbrechen der Spitze gefallen lassen wollten.“"
Beim letzten Satz mußte ich unwillkürlich an Großbritannien denken. Wie man sieht, sind restriktive und unsinnige Waffengesetze keine Erfindung unserer Epoche.



Danach schildert der Maler Ludwig Emil Grimm die während seiner Italienreise 1816 getroffenen Sicherheitsvorkehrungen (S. 44 f.):
"Morgens früh, nachdem die Pässe mit Essig geräuchert und bespritzt und alle Plackereien vorüber waren, alle Gewehre gut geladen, ging es weiter. Der Wirt riet mir, Bedeckung mitzunehmen; da andere Leute uns aber gesagt hatten, die Bedeckung sei nicht viel besser als die Räuber selbst, so reisten wir allein ab. Rechts stundenweit das Ufer des Meeres, links die hohen Gebirge mit ihren Schluchten, alles mit blühenden Myrtenbüschen. Ich hieb mit meinem Säbel Büsche ab und steckte sie an und in den Wagen.

[…]

Wir blieben in Molo di Gaeta und fuhren wegen der Hitze gerade den gefährlichsten Weg in der Nacht weiter; Carlucci [der Kutscher] bat zwar dringend, zu warten bis zum Tag. Unsere Pistolen, etwa zehn gute Schüsse, waren in Bereitschaft, als wir in die Nacht hineinfuhren. Es dauerte auch nicht lange, als uns Carlucci aufmerksam machte auf mehrere uns entgegenkommende Figuren; die Pistolen wurden ergriffen und in Bereitschaft gehalten, jeder sollte seinen Mann vornehmen, um keinen Fehlschuß zu tun; so erwarteten wir, was kommen würde. Der Prestel [ein mitreisender Maler] war sehr ängstlich, aber sehr froh, wie die Sache vorüber war: es waren vorüberziehende Wallfahrer, Mädchen, Frauen, Kinder und Männer.
"


Sonntag, 26. April 2009

Funktioniert Gegenwehr nicht?

Das ist zwar die Meinung der Berufspazifisten (zumindest solange, bis sie ihre eigenen Meinung mit Gewalt durchsetzen), die Realität lehrt aber das Gegenteil. So z.B. gestern vor der somalischen Küste:
"Piratenangriff auf Kreuzfahrtschiff abgewehrt

Vor der Küste Somalias ist ein deutsch-italienisches Kreuzfahrtschiff mit mehr als 1500 Menschen an Bord nur knapp einem Piratenangriff entkommen. Die "MS Melody" wurde am Samstagabend von einem Schnellboot angegriffen, wie der Kapitän telefonisch der italienischen Nachrichtenagentur ANSA berichtete. Im Golf von Aden kaperten Piraten erneut ein deutsches Schiff. Diesen Artikel weiter lesen

Nach Angaben von Kapitän Ciro Pinto griff ein Schnellboot gegen 21.35 MESZ mit sechs mit Kalaschnikows bewaffneten Piraten das Kreuzfahrtschiff an. Sicherheitsleute an Bord hätten das Feuer erwidert und so die Angreifer in die Flucht geschlagen, sagte er weiter. Niemand sei verletzt worden, die Piraten seien entkommen.

[...]"

Freitag, 6. Februar 2009

06.02.2009: Video des Tages

Heute: Grundlegende Kurzwaffen-Schießtechniken, insbesondere für die Selbstverteidigung.


Montag, 15. Dezember 2008

Eigensicherung mangelhaft

Trotz aller Betroffenheit wegen des Anschlags auf den Passauer Polizeichef am Samstag läßt mir seit gestern ein Gedanke keine Ruhe: Hatte der Herr Mannichl noch nichts von Eigensicherung oder, allgemeiner gesprochen, Selbstschutz gehört? Schließlich hat der Attentäter weder Sprengstoff noch Schußwaffen, sondern ein Messer aus dem Haushalt des Opfers (!) benutzt. Und bekommt nicht jede alte Oma in den Beratungsstellen der Kripo beigebracht, daß man nicht einfach so die Haustür aufmachen soll?

Donnerstag, 23. Oktober 2008

Jeff Cooper über die Kunst des Gewehrschießens

Lehrbücher für das Schießen im allgemeinen und das Gewehrschießen im besonderen gibt es einige, seien es die gesammelten Erfahrungen von (Berufs-)Jägern, Polizei- und Militärausbildern oder Olympiaschützen. Diesen haftet bisweilen aber der Mangel an, daß sie oft nur auf einen spezifischen Anwendungsbereich zugeschnitten sind. Zu welchem Titel sollte also jemand greifen, der sich mit dem Gewehrschießen für jede Lebenslage beschäftigen will, sei es der sportliche Wettkampf, die Jagd oder die Selbstverteidigung, ohne sich nur auf ein eng begrenztes Feld zu beschränken? Hier kommt Jeff Coopers Buch "The Art of the Rifle" zum Zuge.

Im etwas philosophisch wirkenden (und auch deshalb lesenswerten) ersten Kapitel charakterisiert Cooper das Gewehr als Königin der Handfeuerwaffen und stellt danach an seinen Leser die Frage, warum er das Gewehrschießen erlernen will. Sodann werden alle möglichen Einzelprobleme abgehandelt: Waffenhandhabung, Zielen, ballistische Kurven, Anschlagsarten und Körperhaltungen, Atemtechnik, Wind, Schießen auf bewegliche Ziele, Nachladen und Waffenzubehör. Zum Schluß werden seine Gedankengänge wieder etwas abstrakter, etwa, wenn es um "the mind of a rifleman" geht.

Das gesamte Buch spiegelt Coopers eigenes Leben und seine Erfahrungen wieder, die er als Soldat, Ausbilder von Sicherheitskräften, (Großwild-)Jäger und nicht zuletzt auch als Sportschütze erworben hat. Viel Wert wird auf eine möglichst universelle Anwendbarkeit der präsentierten Techniken gelegt, sei es z.B. bei der Jagd oder bei der Selbstverteidigung. Cooper lehrt, ohne dabei überheblich oder herrisch zu wirken (obwohl ihm manche diesen Vorwurf machen), sondern begründet seine Auffassungen eingehend, so daß das Lesen Spaß macht. Sein Ziel besteht in der Heranbildung eines guten Gewehrschützen (eng.: rifleman), nicht in der Züchtung von "Fachidioten". (Insoweit enthält das Buch auch zahlreiche Anspielungen auf das von ihm angeregte Scout Rifle-Konzept, ohne freilich detailliert darauf einzugehen.)

Beim Lesen merkt man auch, wie stark Cooper auch deutsche Autoren wie etwa David Schiller (Pseudonym: Jan Boger) beeinflußt hat, dessen Bücher hierzulande nach wie vor als Standardwerke nicht nur des Verteidigungsschießens gelten dürfen.

Wie unterschiedlich zwei als Standardwerke geltende Bücher das gleiche Problem angehen können, soll an einem Beispiel illustriert werden. (Hieran zeigt sich auch, daß beim Schießen vieles eben doch nur eine "Glaubensfrage" zu sein scheint. ;-))
Cooper empfiehlt in seinem Buch für Schüsse auf mittlere und größere Entfernungen einen liegenden Anschlag aufgrund der höheren Stabilität als besonders gut geeignet. Anders sieht dies John Taylor in "African Rifles and Cartridges". Aufgrund seiner als Berufsjäger im südlichen Afrika gemachten Erfahrungen hält er jeden anderen Anschlag als den stehenden für überflüssig.
Jeder mag selbst entscheiden, welche Auffassung ihm eher einleuchtet; ich kann Coopers Position besser nachvollziehen.

"The Art of the Rifle" ist verständlich geschrieben, setzt aber leidlich gute Englischkenntnisse voraus. Das Buch ist, wie man erwarten durfte, durchgängig bebildert – allerdings nur in Schwarz-weiß, was aber der Qualität keinen Abbruch tut.

Dieses Werk ist eines der wenigen Waffenbücher, die ich uneingeschränkt all denjenigen empfehlen würde, die sich für das Schießen mit Kugel-Langwaffen interessieren. Aus "The Art of the Rifle" wird man mehr solideres und im eigenen Leben besser anwendbares Wissen schöpfen als aus den meisten mythenumwobenen 'SEAL Special Forces Sniper Training Manuals', nach deren Lektüre oft ein fader Nachgeschmack und Enttäuschung ob der dürren Informationen zurückbleiben.
(Letzteres gilt m.E. auch für die meisten Militärhandbücher, v.a. amerikanischer Provenienz, zum Thema Survival. Diese völlig überteuert gehandelten Schriften – häufig nur schlecht gemachte Fotokopien fragwürdiger Herkunft – sind meist herausgeschmissenes Geld. Das einzige, was deren Reiz ausmacht, dürfte ihre paramilitärische Aura sein.)

PS: In einer ruhigen Stunde kann man sich auch einmal die früher im Guns & Ammo-Magazin veröffentlichten Kommentare Coopers zu Gemüte führen, welche bisweilen ganz hübsch sind.