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Samstag, 12. November 2011

12.11.2011: Video des Tages

Im folgenden Video besucht die Reporterin eines russischen Fernsehsenders ein Zentrum für die Förderung des Schützennachwuchses im Moskauer Umland. Die Dame läßt es sich nicht nehmen, auch selbst zu schießen und ist ob ihrer 8 Ringe ganz begeistert.





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Mittwoch, 14. September 2011

Der neue Schaft ist angekommen


Einige Wochen hat es gedauert, doch vor wenigen Tagen konnte ich den neuen Schaft für mein Weihrauch HW 95 in Empfang nehmen: ein Modell No. 9 aus der italienisch-indonesischen Werkstatt von Andrea Gentlini. :-) Es ist bereits das zweite "Ginb"-Produkt, das ich besitzen darf; die Qualität steht außer Zweifel.

Ein schöner Lochschaft: führig, aber nicht so leicht wie der Standardschaft, andererseits auch nicht zu schwer die viele Matchschäfte. Das Luftgewehr schießt sich damit viel angenehmer, denn das berüchtigte "Springen" hat durch die zusätzliche Masse stark nachgelassen.

Nun warte ich noch auf das 7,5-Joule-V-Mach-Kit, was wohl erst im Oktober fertig sein wird.





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Freitag, 12. August 2011

Pausenfüller


Während der derzeitigen Sommerpause im Schießsport habe ich die freie Zeit genutzt und wieder häufiger mit meinem "Universal-Luftgewehr" HW 95 geschossen. Das Schießen im Garten ist schon etwas ganz anderes als auf dem geschlossenen Stand. Um den Erholungseffekt und die Abwechslung vom "Löchlestanzen" zu vergrößern, verwende ich derzeit kaum Ringscheiben, sondern symbolische Darstellungen wie Glücksscheiben oder Tierscheiben. Von beidem bieten diverse Scheibenhersteller wie Braundruck oder Wuttkedruck ein relativ großes Sortiment an.

Das Zielen, insbesondere auf die jagdlichen Scheiben, ist alles andere als leicht. Man sieht durch das Zielfernrohr keine kontrastreichen Ringe in Schwarz-weiß, sondern muß auf den relativ kontrastarmen Tierkörper schießen, wobei der Zielraum nur ungefähr bekannt ist (über bzw. kurz hinter den Vorderbeinen).

Dabei hat sich auch gleich die Gelegenheit ergeben, einige Munitionssorten zu testen, die mir ein Bekannter freundlicherweise überlassen hatte. Dabei haben die von Haender & Natermann für den britischen Markt gefertigten Bisley Long Range ganz hervorragend abgeschnitten. Sie liefen besser als ihren deutschen Verwandten, die H&N Field Target Trophy und genau so gut wie die JSB Jumbo Express. Rundkugeln, wie z.B. von Gamo, sind für LGs wohl nicht zu empfehlen. Sie machen zwar große Löcher in die Scheibe und gehörigen Lärm im Kugelfang, doch ist die Präzision sehr mäßig. Hingegen sind die Flachkopf-Dias von Crosman sehr gut zum Scheibenschießen auf kürzere Distanzen geeignet.

Ach ja, das billige Fernost-Zielfernrohr, welches seit zwei Jahren die HW 95 ziert, hält nach fast 2000 Schuß immer noch, ohne daß es bisher Probleme wegen der aufgetretenen mechanischen Belastungen gegeben hätte.

Im September stehen einige Veränderungen an der Waffe an. Zunächst soll sie einen neuen Schaft bekommen. Ferner wurde bei Steve Pope ein 7,5 Joule-V-Mach-Kit in Auftrag gegeben, was eine Einzelanfertigung sein wird. Und vielleicht kommt auch noch ein neues ZF auf das Gewehr, denn das jetzige hält zwar, ist jedoch nicht gerade lichtstark.


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Bekennender JSB-Fan ;-)

Samstag, 16. April 2011

Wettkampfeindrücke und Alterserscheinungen


In der vergangenen Woche konnte ich am 14. Flämingpokal der Schützengilde Burg teilnehmen, einstweilen nur mit der Luftpistole. In Anbetracht meiner Trainingsergebnisse der letzten Wochen, die bei etwa 340 Ringen lagen, hatte ich – wie bei anderen Wettkämpfen zuvor – mit einem ähnlichen Wettkampfresultat gerechnet. Doch daraus wurde nichts. Die ersten beiden Serien liefen ganz gut, doch dann begann unmittelbar neben mir auf dem 25-m-Stand, nur durch eine nicht allzu dicke Wand getrennt, ein GK-Pistolenschütze sein Schießen. Da hat auch der Gehörschutz nicht mehr geholfen, die Konzentration war dahin. Am Ende bin ich nur auf ein mageres Ergebnis gekommen, das ich hier besser verschweige. ;-)

Die Kollegen in Burg haben es übrigens ganz nett. Und, was mich positiv überrascht hat: Es gibt eine ganze Zahl von Frauen im Verein. Dies hat man auch sofort gemerkt, denn das Klima war viel entspannter als wenn nur Kerle gemeinsam schießen. ;-) Bedauerlicherweise gibt es in unseren Schützenvereinen viel zu wenige Damen. Das führt ebenso wie die zunehmende „Veraltung“ (mehr als zwei Drittel der DSB-Mitglieder in Sachsen-Anhalt sind älter als 45 Jahre) zu Ungleichgewichten und negativen Auswirkungen auf den Trainings- und Wettkampfbetrieb. Man könnte es drastischer formulieren, ohne es freilich böse zu meinen: Beim Blick in manche der hiesigen Vereine entsteht der Eindruck, als sei das Schießen primär ein Sport für alte Männer.

Überrascht war ich, als ich die 2011er Ergebnisliste des Wettschießens zur Erinnerung an Polens erste „Vermählung mit dem Meer“ gesehen habe, welches der Schießklub „Grot“ in der Ostseestadt Puck alljährlich veranstaltet und das durchaus überregionale Bedeutung hat. Dort scheint das hierzulande übliche Altersverhältnis umgekehrt zu sein: In allen Disziplinen traten durchweg mehr männliche und weibliche Junioren an als erwachsene Schützen. Die meisten Teilnehmer gab es mit 22 Schützinnen in der Luftgewehrdisziplin der Juniorinnen. Wie schaffen die Polen es bloß, derart viele junge Frauen für den Schießsport zu begeistern?


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Foto: http://www.pzss.org.pl.

Montag, 6. Dezember 2010

Ein erster Erfolg


Schon mehrere Wochen habe ich hier im Blog nicht mehr über meine schießsportlichen Aktivitäten berichtet. Dennoch war ich nicht faul und habe, von einer krankheitsbedingten Pause abgesehen, fleißig trainiert. Überraschenderweise stellte sich bereits ein erster Erfolg ein. Im November wurde ein Pokalschießen anläßlich des zwanzigjährigen Bestehens meines Vereins ausgetragen: Luftgewehr 10 m, sitzend aufgelegt, mit Teilerwertung. Daran nahm ich wie die meisten Mitglieder teil, rechnete mir aber keinerlei Chancen aus. Um so größer war die Überraschung, als ich erfuhr, daß mein Ergebnis (Teiler 29) das beste gewesen sei. Und obgleich ich diesen Wettkampf aufgrund der besonderen Bedingungen nicht übermäßig ernstnehme, freute ich mich dennoch, als ich am Samstag den Pokal und die Urkunde entgegennehmen konnte. Das ist es, was ich von der Mitgliedschaft in einem Schützenverein erwartet habe. :-)

Ebenfalls am Samstag habe ich die Vereinsmeisterschaft 2011 mit der Luftpistole geschossen. Die dabei erreichten 329 Ringe liegen ein wenig unter meinem Trainingsschnitt von ca. 332. Dennoch könnte ich wegen der wenigen Mitglieder in der Schützenklasse Aussicht auf eine vordere Plazierung haben. ;-)
Aussagekräftiger hinsichtlich meiner Leistungsfähigkeit werden jedoch ein paar andere Wettbewerbe sein, die für die nächsten drei Monate geplant sind. Und vielleicht schaffe ich ja bis dahin den nächsten "Leistungssprung".


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Sonntag, 5. September 2010

Ein neues altes Anschütz-Luftgewehr


Mitte August konnte ich via Egun ein Anschütz 250 erwerben und bin seither stolzer Besitzer einer Matchwaffe. Damit sind sogar zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen worden. Zum einen brauchte ich ein Luftgewehr mit Dioptervisierung, zum anderen wollte ich schon immer eine "antike" Waffe mit Geschichte besitzen. Und das ist bei diesem Anschütz 250 der Fall. Es wurde Ende der 1960er Jahre, noch vor Einführung des "F", gefertigt, ist also erheblich älter als ich es bin. ;-) Und es hatte mit der desaströsen Politik des derzeitigen Anschütz-Managements nichts zu tun.



Ein erster Test hat gezeigt, daß es nach wie vor Matchqualitäten besitzt, sofern man als Schütze damit umgehen kann. ;-) Das LG sieht im Original noch schöner aus als auf den Auktionsbildern. Und der oder die Vorbesitzer sind offenbar schonend damit umgegangen, denn es finden sich nur wenige Kratzer am Schaft (meist auf der Unterseite), die man ohne weiteres entfernen könnte. Bevor ich die Anschütz in den Schießbetrieb integrieren kann, müssen jedoch noch Wechselkorne beschafft werden, denn mit dem eingebauten Korn komme ich leider nicht zurecht. Doch dann sollte dem Schießspaß und den engen Streukreisen nichts mehr im Wege stehen. :-)





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Montag, 16. August 2010

Zuwachs und ein Abgang


Ein, zugegeben, mehrdeutiger Titel. ;-) Zuwächse kann ich hinsichtlich meiner Leistungen mit der Luftpistole vermelden. Im bis dato besten 40-Schuß-Programm, geschossen am 7. August, kam ich auf 322 Ringe; die besten 10er Serien lagen bei 85 Ringen. Das ist gewiß nicht überwältigend, aber für meine bescheidenen Anfänge doch schon viel. Die Leistungsentwicklung seit der Umstellung auf die internationale LP-Scheibe und zugleich den neuen FWK ist im obigen Diagramm dargestellt (die Ausschläge nach unten haben etwas mit meiner psychischen Form an den betreffenden Tagen zu tun).
Kurzfristig steht die Bestellung eines Rink-Formgriffes für meine IZh-46 an, damit ich mit der LP endlich besser klarkomme.

Kommen wir zu dem Abgang, den ich zu vermelden habe. Nach langem Zögern habe ich am Freitag via Egun mein HW 80 K verkauft und einen überraschend guten Preis erzielt. Das Luftgewehr war schön und ich werde wohl auf absehbare Zeit keine Waffe mehr besitzen, die so schön ist. Doch die Ästhetik alleine hilft nur bedingt weiter, auch wenn Dostojewskij einmal schrieb, daß Schönheit die Welt erlösen werde. Für ein LG in dieser Konfiguration hatte ich einfach keine Verwendung mehr: Einen Knicker habe ich mit dem HW 95 bereits, für Field Target und Benchrest präferiere ein prellschlagfreies Gewehr und nur für das Schießen mit Diopter hätte ich noch einmal 100 € in eine solche Zieleinrichtung investieren müssen. Kurzum, das HW 80 stand nur noch im Schrank und war, ökonomisch gesprochen, totes Kapital. Nun wurde selbiges verflüssigt.

Das hat mich in der vergangenen Woche dazu gebracht, über meinen mittelfristig absehbaren Luftgewehrbedarf nachzudenken. Da ich diese derzeit nicht sammeln möchte (hier stehen bzw. liegen schon genug Bücher und Messer herum ;-)), soll jedes LG eine bestimmte Funktion erfüllen. Einzige Ausnahme sind meine CO2-Waffen aus Rußland, die ich vor allem als Sammlerstücke und weniger als Gebrauchsgegenstände betrachte.

Das HW 95 dient mir als universelle "Haus- und Hofflinte" und wird auch mit am häufigsten genutzt. Das Thema Universalgewehr wäre damit abgehakt.

Zweitens braucht es ein LG mit Diopter. Die ISSF-Weltmeisterschaft hat mich daran erinnert, daß ich mich mehr im Schießen mit einer derartigen Waffe üben muß - in allen drei Anschlagsarten, versteht sich. Zu diesem Behufe konnte ich ebenfalls am Freitag ein älteres, aber gut erhaltenes und schönes Anschütz 250 erwerben, das sich jetzt schon auf dem Weg hierher befinden sollte. Keine moderne Matchwaffe, ich weiß, aber für meine Zwecke sollte es genügen. Lediglich die wohl schwierige Ersatzteilversorgung bereitet mir einige Sorgen.

Drittens will ich endlich das Field-Target- und Benchrestschießen intensiver in Angriff nehmen. Dazu hatte ich zunächst an ein Preßluftgewehr im Kaliber 4,5 mm gedacht. Doch dessen Kosten rechtfertigen einen Erwerb wohl kaum, denn ich befürchte, daß ich es nicht allzu oft verwenden werde. Mithin halte ich nunmehr Ausschau nach einem Vorkomprimierer von einem der einschlägigen deutschen Hersteller (Feinwerkbau, Walther, Anschütz), der mit möglichst geringem Aufwand hergerichtet werden soll. Das bezieht sich vor allem auf die Montage eines Zielfernrohrs.

Mittel- bis langfristig kann ich freilich nicht von Federdruckgewehren aus dem Hause Weihrauch lassen. Der Unterhebelspanner HW 97 K ist bekanntlich Kult und wird irgendwann auch einmal in meinem Arsenal zu finden sein - dann allerdings im interessanten Kaliber 5,0 mm, von dem ich mich trotz der Trennung vom HW80 nicht verabschiedet habe.


Ein Bild, was nicht mehr aktuell ist. Demnächst gibt es ein Update.


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Freitag, 6. August 2010

WM-Eindrücke III


Die ISSF-Weltmeisterschaft in München ist in ihre zweite Phase eingetreten, in der verstärkt die nicht-olympischen Schießdisziplinen ausgetragen werden. Damit wird es auch um die Berichterstattung etwas ruhiger werden. ISSF TV möchte von diesen Wettbewerben immerhin Video-Zusammenfassungen produzieren.
Zur WM-Halbzeit hat die ISSF gestern mittag einen vorläufigen Medaillenspiegel veröffentlicht. Sonach sieht die Bilanz für Rußland (Platz 2 mit 6 Gold, 4 Silber, 6 Bronze) und, mit ein paar Abstrichen, auch für Deutschland (Platz 6 mit 2 G., 3 S., 2 B.) gar nicht so schlecht aus. Die Chinesen sind natürlich nicht zu schlagen, oder, wie es vorgestern ein Amerikaner formuliert hat: Der chinesische Schießsportverband ist der stärkste der Welt.



Ein Exempel dafür bot am Mittwoch das Medal Match der Frauen in der Disziplin Laufende Scheibe. Gold und Silber gingen an zwei relativ junge Chinesinnen, während Irina Ismalkowa aus Rußland nur auf Platz 3 kam - obwohl sie älter war und das Schießen auf die Laufende Scheibe ältere Teilnehmer begünstigen soll, da diese geduldiger seien. ;-) Die beste deutsche Starterin Anne Weigel kam auf Platz 8, die in Rußland sehr erfolgreiche Julia Ejdenson auf Rang 7.
Wenn man die Ergebnistabelle vom Juniorinnenwettbewerb in derselben Disziplin betrachtet, so ist es kaum übertrieben, von einer ukrainischen Dominanz zu sprechen, allerdings waren dort keine Schützinnen aus China am Start. In der Mannschaftswertung gewannen die Ukrainerinnen Gold, die deutschen Damen Silber und die russischen kamen auf Platz 3.



Das Highlight des Mittwochs war ohne Zweifel das Finale der Männer im Dreistellungskampf mit dem KK-Gewehr. Es war spannend, doch am Ende konnte Peter Sidi aus Ungarn trotz eines technischen Problems den Weltmeistertitel und damit nach der silbernen mit dem LG seine zweite Medaille bei dieser WM erringen (1275,6 Ringe). Silber ging an Jinseop Han (Südkorea) und Bronze an Nemanja Mirosavljev aus Serbien; Konstantin Prichodtschenko (Rußland) kam "nur" auf Platz 4; bester Deutscher war Maik Eckhardt (14.).
Sidi ist m.E. der stärkste Gewehrschütze dieser WM; heute tritt er schon wieder an, diesmal im Liegendkampf auf 300 m mit dem GK-Freigewehr. Er macht - ebenso wie der KK-Liegendweltmeister Sergej Martinow - einen sehr sympathischen Eindruck. Vielleicht könnte man beide als Aushängeschilde für unseren Sport verwenden, sind sie doch - wie 99,99 % aller WM-Teilnehmer - das Gegenteil jenes Menschenschlages, als der wir Schützen und Waffenbesitzer oft dargestellt werden.
Ein wenig verwundert hat mich in den Gewehrdisziplinen das nicht besonders gute Abschneiden von Matthew Emmons aus den USA. Woran dies wohl liegen mag?



Bei den Juniorinnen mit der Luftpistole waren gestern die Starter aus Asien wieder führend; Gold ging mit 382 Ringen an Tsagaandalai Khongorzul aus der Mongolei, die schlechteste Schützin (Elvira Teberga) kam auf 343. Olga Kaweschnikowa (geb. Nikulina), die mit der KK-Sportpistole Gold gewonnen hatte, wurde mit 367 Ringen nur 41. Beste Russin im Wettkampf war Swetlana Medwedewa (28.), beste Deutsche Carolin Schiller (42.).
Immerhin konnten die jungen Polinnen in der Mannschaftswertung Bronze erringen. Im übrigen scheint das Pistolenschießen den Mongolen gut zu liegen, man denke nur an die mittlerweile eingedeutschte Schützin Munkhbayar Dorjsuren. ;-)



Im Doppeltrap der Männer kam es zu einigen Überraschungen. Wassilij Mosin aus Rußland hatte den Vorkampf als Erster abgeschlossen und dabei den Weltrekord egalisiert (147 Treffer - von 150). Im Finale mußte der Arzt aus Kasan dann allerdings dem Amerikaner Joshua Richmond den Vortritt lassen, der mit 50 von 50 Treffern den Finalweltrekord egalisierte (insgesamt 196 Treffer). Sodann kam es zum Stechen um Platz 2 zwischen Mosin und dem Chinesen Binyuan Hu, das Mosin erst nach 30 Schuß für sich entscheiden konnte.
Mosin konnte damit (nach Alexej Alipow im Trap) die zweite WM-Medaille für die Rußländische Schützenunion in den Flintendisziplinen gewinnen.
Noch kurz zu den Mannschaftswertungen: Im Doppeltrap der Männer siegte das Team der USA vor Rußland und Großbritannien, die deutsche Mannschaft kam auf Platz 10. Bei den Junioren war die Rang- und Medaillenfolge Rußland, Italien, USA.



Was gibt es sonst noch zu berichten? Im am Mittwoch ausgetragenen Juniorenwettbewerb mit der KK-Sportpistole hat Alexander Alifirenko (Rußland) Bronze geholt, bester Deutscher war Andreas Heise (8.). Im (nicht übertragenen) Wettkampf Laufende Scheibe Mixed der Frauen am Donnerstag gingen alle Einzelmedaillen nach China; in der Mannschaftswertung kam Rußland nach China auf den Silberrang, Bronze holten die ukrainischen Schützinnen und die deutschen wurden vierte.



Die Frage, mit welchen Waffen bei der WM die Siege errungen wurden, treibt offenbar viele Schützen um. Es ist nicht einfach, Informationen darüber zu erhalten. Immerhin hat Igor Ruljow für einige Kurzwaffendisziplinen statistische Übersichten erstellt. Die Firma Walther hat auf ihrer Webseite die mit Walther-Waffen erzielten Erfolge aufgelistet. Außerdem finden sich dort Bilder und Berichte ebenso wie Videos (Youtube) von der WM.



Aprospos Waffe. Auf der WM wurden nicht nur die neuen LG- und LP-Modelle von Walther vorgestellt, sondern auch die neue KK-Sportpistole SP-08 (auch bekannt als SP 22 oder SP 1). Maßgeblich entwickelt wurde sie von Jefim Chajdurow, auf den Weg gebracht von der Firma Demjan aus Moskau, die eigens dafür eine Tochter in Österreich gegründet hat. Nunmehr ist auch der bekannte österreichische Waffenkonstrukteur und Geschäftsmann Gerd-Carlo Männel in das Projekt eingestiegen. Ich bin gespannt, wie sich das fertige Produkt schlagen und vor allem wann es auf den Markt kommen wird.



Abschließend noch eine etwas tiefsinnigere Anmerkung: Bei den Gewehrwettbewerben ist mir bei einigen (nicht allen!) Schützen aus Rußland aufgefallen, daß sie ihr Gewehr in den kurzen Pausen zwischen den Schüssen nicht auf dem Ständer ablegen, sondern lieber festhalten. Das ist m.E. aus psychologischer Sicht interessant (sofern man keine Vulgärpsychologie betreibt und in jeder Waffe einen Penisersatz sieht). Haben diejenigen, die ihr Gewehr ablegen, ein distanzierteres Verhältnis zu ihrer Waffe?
Ähnlich auch, wenn man die Übertragungen bzw. Videoaufzeichnungen der Finals ansieht. Manche Schützen legen ihre Waffe sofort weg oder bekommen sie weggenommen, andere halten sie hingegen siegesbewußt in die Höhe oder küssen sie sogar, während ins Publikum gelächelt wird und selbiges applaudiert. Es ist überhaupt schön zu sehen, daß sich das Schießen immer mehr zu einem zuschauerfreundlichen Sport entwickelt hat. Und wie jeder Sport, so braucht auch das Schießen seine Rituale.



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Fotos: ISSF, www.shooting-russia.ru.

Sonntag, 1. August 2010

Junyj Pistoletschik*


Seit dem Frühjahr widme ich mich verstärkt dem Luftpistolenschießen; in letzter Zeit konnte ich erfreulicherweise mehrmals pro Woche trainieren. Meine Ergebnisse mit dem Luftgewehr stagnieren zwar :-(, doch dafür konnte ich meine LP-Ergebnisse deutlich verbessern. Der Wechsel des Fernwettkampfes hat einen nochmaligen Motivations- und auch Leistungsschub gebracht. Meine Ergebnisse liegen bisher zwischen 276 und 294 Ringen (von 400 möglichen), was prozentual gesehen weit über meinen früheren Resultaten liegt. Gerade beim Schießen darf man ja die psycholgische Komponente nicht unterschätzen.

Die Lektüre von Anatolij Poddubnyjs "Technik des Pistolenschießens" hat mir, ebenso wie Weinsteins Buch, wertvolle Anregungen gegeben und ich kann diesen Text nur weiterempfehlen (auch wenn sich die deutsche Übersetzung stellenweise ein wenig hakelig liest). Es hilft ungemein, hin und wieder über sein Schießen nachzudenken, selbst wenn man nicht alle Ratschläge befolgen kann oder will.
An einer Stelle hat Poddubnij Recht, wenn er meint, daß man nicht zu viel Energie auf das Zielen verwenden sollte und die Stabilisierung der Waffe wichtiger ist. Meine Erfahrungen sind ähnlich: Gut angeschlagen und schnell, fast instinktiv gezielt - Zehn. Intensiv gezielt, vielleicht sogar noch einmal neu angesetzt - Fünf. Ein alter Spruch lautet: Der Schuß soll den Schützen überraschen - und an dieser Erkenntnis dürfte etwas dran sein.

Im übrigen muß ich noch an meiner Kondition arbeiten. Psychisch sind die 40-Schuß-Serien anstrengend. Nach Abschluß des Schießens brauche ich erst einmal eine halbe Stunde zur Erholung, sonst kann ich mich nicht richtig auf andere Tätigkeiten konzentrieren. Mit den körperlichen Belastungen komme ich hingegen immer besser klar. Vor acht Jahren hatte ich einen Unfall, wobei mein rechtes Handgelenk beschädigt wurde, aber leider nie richtig verheilt ist. Deshalb hatte ich immer Probleme, die LP für mehr als 20 oder 25 Schuß zu halten. In den letzten Monaten, seit ich häufiger trainiere, hat sie dies deutlich gebessert. :-)

Nun warten wir darauf, wer heute Mittag in München das WM-Finale in der Disziplin Freie Pistole gewinnen wird. Das Wettkampfprogramm ist hart: Gestern die Vorkämpfe mit 60 Schuß, heute für die glücklichen Gewinner der Hauptkampf, ebenfalls über 60 Schuß, und gleich danach das zehnschüssige Finale der besten Acht. Spannend ist auch die Frage, mit welcher Waffe der Weltmeister geschossen hat. Es wäre höchst amüsant, wenn der Veteran TOZ-35 den modernen Pistolen mit ihren elektronischen Abzügen und ähnlichen Späßen die Schau stehlen würde.


* Zu deutsch: junger Pistolenschütze. ;-))

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Sonntag, 18. Juli 2010

Bekennender JSB-Fan ;-)


Im Herbst 2009 bin ich zum Konvertiten geworden: Hatte ich zuvor nicht an die "Wunderkräfte" der Diabolos des tschechischen Herstellers Josef Schulz, Bohumin, geglaubt, so hat mich der praktische Test eines besseren belehrt. Nachdem im April der kleine JSB-Vorrat für mein HW 95 zuende gegangen war, konnte ich erst dieser Tage wieder Nachschub ordern - bei der bewährten Fa. Schneider, welche jetzt auch die etwas selteneren Sorten führt.
Binnen 36 Stunden wurden je 500 Schuß Exact Jumbo Express und Exact Jumbo RS im Kaliber 5,5 mm geliefert. Bei beiden Sorten handelt es sich um mittelschwere Rundkopfdiabolos, wobei die RS (die es auch in 4,5 mm gibt) noch etwas leichter sind und damit besonders für die Märkte gedacht sind, wo - wie in Deutschland - ein relativ niedriges Energielimit für Druckluftwaffen besteht. Die Gewichte liegen bei 0,93 g (Express) und 0,87 g (RS).

Die ersten Tests der beiden Sorten waren für mich wieder überraschend. Über zwei Monate mußte ich mich mit den H&N Field Target Trophy begnügen und meine Schießergebnisse haben sich signifikant verschlechtert. (Überdies sind die H&N FTT teurer als die JSBs.) Aber jetzt sind die Trefferbilder wieder deutlich besser geworden. Ich hätte noch vor einem Jahr nicht geglaubt, welche Unterschiede es zwischen zwei ähnlich konstruierten Dias mit demselben Gewicht geben kann.
Die Jumbo RS haben - freihändig auf 13 m geschossen - leicht bessere Resultate gebracht als die geringfügig schwereren Jumbo Expreß. Dennoch kann ich (bisher) nicht von wirklich deutlich wahrnehmbaren Unterschiede zwischen den beiden Sorten sprechen. Somit kann derzeit auch keine Empfehlung für eine davon ausgesprochen werden. Vielleicht sind mir demnächst ein paar Langstreckentests möglich.

Und damit dieser Beitrag nicht nur meinen unprofessionellen Äußerungen über technische Fragen dient ;-), nachfolgend noch ein Video von einem (Hunter-)Field-Target-Wettkampf im englischen Tawd Vale.





PS: Auf dem obigen Bild liegen LG und Dias auf einer Feldjacke der Fa. Helikon.


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Freitag, 18. Juni 2010

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Nachdem gestern die technische Seite behandelt wurde, geht es heute um den Beginn des sportlichen Schießens mit Druckluftwaffen in der DDR. Die Artikel stammen ebenfalls aus der GST-Zeitschrift Der Sportschütze bzw. deren Vorgängerpublikation Sportschießen und Pferdesport.
1. Das Training mit dem Luftgewehr (1955):



2. Ist Leistungssport mit dem Luftgewehr möglich? (1956)



3. Im Jahre 1959 wurden erste nationale Wettkampfregeln entworfen:



4. Mit diesem kleinen Artikel sollen jugendliche LG-Besitzer für die Teilnahme am organisierten Schießsport motiviert werden (1960):



5. Jetzt werden die ersten internationalen Regeln vorgestellt (1960):



6. Abschließend ein Bericht vom ersten DDR-Vergleichsschießen für Luftgewehrschützen in Leipzig (Februar 1960), dem "Schützenmekka" der DDR in den 1950er und 60er Jahren:




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Donnerstag, 17. Juni 2010

Druckluftwaffen in der frühen DDR

Nachfolgend werden einige Artikel aus der GST-Zeitschrift Der Sportschütze (bzw. deren Vorgängerorgan Sportschießen und Pferdesport) aus den 1950er Jahren wiedergegeben, welche die technische Entwicklung von (Haenel-)Druckluftwaffen in den Anfangsjahren der DDR dokumentieren. (Ab 1957 waren LGs für die Allgemeinheit erhältlich.) Morgen wird es um die (wettkampf-)sportliche Seite gehen.
Zunächst ein Bericht über die Waffenherstellung im Ernst-Thälmann-Werk Suhl (1957):




Der zweite Artikel richtet sich an die Kunden und gibt Hinweise für Pflege und Handhabung (1957):




Jetzt wird das erste Wettkampf-Luftgewehr von Haenel, das Modell 4, vorgestellt (1959):



Abschließend noch zwei Berichte von der Leipiziger Messe aus den Jahren 1955, 1957 und 1959, in denen es u.a. um Druckluftwaffen aus Suhl und Brünn geht:





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Mittwoch, 2. Dezember 2009

02.12.2009: Bilder des Tages



Ein Flickr-Nutzer hat in seinem Fotostream dieses getunte Weihrauch HW 98-Luftgewehr vorgestellt.












Dienstag, 24. November 2009

Ich Ungläubiger ... ;-)


Lange Zeit habe ich die Lobreden auf die Diabolos von Josef Schulz, Bohumin, für Übertreibungen gehalten. Doch seit einigen Wochen bin ich eines Besseren belehrt. Von der niederländischen Firma Target-Master (die noch akzeptable Preise hat) habe ich 250 Geschosse Exact Jumbo Express im Kaliber 5,5 mm und 500 Exact im Kaliber 5,0 mm bezogen. Und ich bin begeistert. :-) Letztere laufen im Weihrauch HW 80 k deutlich besser als die H&N Field Target Trophy. Die Kombination aus dem HW 95 und den Exact Jumbo Express produziert ebenfalls engere Streukreise als es zuvor mit den H&N FTT in 5,5 mm der Fall war. Allerdings ist hier der Unterschied nicht so groß wie beim HW 80 k.
Trotzdem: Die JSB-Diabolos sind es wert, ihnen treu zu bleiben, sofern man nicht gerade an einen Händler mit Wucherpreisen gerät.


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Mittwoch, 4. November 2009

Präsentation


Glücklicherweise besteht hierzulande für WBK-freie Waffen (noch?) keine Tresorpflicht, so daß man mit ihnen ohne weiteres sein Wohn- oder Arbeitszimmer dekorieren kann. :-) Letzteres habe ich auch getan: Die Luftgewehre hängen in einem Waffenregal an der Wand (das nur in Holland zu bekommen war); die Luftpistolen und Messer befinden sich (vorerst) in einem der Bücherregale.