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Montag, 28. September 2009

Alles Übungssache


In diesem Beitrag möchte ich kurz zwei interessante Webseiten anzeigen. Hier wird anschaulich demonstriert, wie man eine Kalaschnikow sachgerecht und schnell feldmäßig zerlegen kann (siehe auch hier).
Das weißrussische Verteidigungsministerium bietet auf seiner Seite zudem interaktives Schießen an, sei es mit der Makarow-Pistole, dem Kalaschnikow-Sturmgewehr oder einer Haubitze. Ferner kann man dort ebenfalls das Zerlegen und Zusammensetzen der AK-74 üben. Eine nette Spielerei fürs Büro. ;-)


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Foto: www.ratnikmo.ru

Freitag, 28. August 2009

28.08.2009: Videos des Tages

Und noch zwei Videos über die neue CO2-Makarow von Umarex. Diesmal aus Bulgarien.







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Donnerstag, 13. August 2009

13.08.2009: Video des Tages

Heute: Ein Auszug aus dem "Makarov Pistol Armorer's Course"-Video des American Gunsmithing Institute.



Mittwoch, 5. August 2009

05.08.2009: Video des Tages

Im heutigen Video, das aus Polen stammt, wird die neue CO2-Version der Makarow-Pistole aus dem Hause Umarex vorgestellt.




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Sonntag, 7. Juni 2009

07.06.2009: Videos des Tages

In den heutigen Videos erläutert ein amerikanischer Sammler die Makarow-Pistole.










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Dienstag, 19. Mai 2009

Glock-Pistolen in russischen Diensten


Bereits im Februar 2009 hat die Meldung, wonach russische Beamte in Zukunft auch ausländische Pistolen verwenden dürfen, für Furore gesorgt. Konkret handelt es sich um einen Erlaß der Regierung, der es den Mitarbeitern der Generalstaatsanwaltschaft der RF (und insbesondere ihres Ermittlungskommitees) gestattet, neben Waffen russischer Provenienz auch dienstlich gelieferte Glock 17, CZ 75 oder Beretta 92 zur Selbstverteidigung zu führen. Bisher mußten sie sich mit der Makarow und der PSM begnügen. (Immerhin sind die Staatsanwälte schon seit 1999 bewaffnet, so daß dieser bissige Kommentar in der Sache unbegründet ist.)

Nicht zum ersten Mal ist damit deutlich geworden, daß sich die Glock-Pistolen auch in Rußland großer Beliebtheit erfreuen (siehe z.B. hier). Sie werden etwa von Spezialkräften der Polizei und anderer Sicherheitsbehörden geführt, die im Gegensatz zum Verteidigungsminsterium nicht dazu verpflichtet sind, ausschließlich im Inland produzierte Waffen und Ausrüstungen zu beschaffen. Ein Beispiel dafür ist die Spezialeinheit "Saturn" des Föderalen Strafvollzugsdienstes, deren Arsenal man hier besichtigen kann. Vor allem die dem Innenministerium nachgeordneten Behörden haben dem Vernehmen nach ein ganzes Sammelsurium an ausländischen Waffen zusammengetragen, inklusive H&K MP 5 und diversen Flinten.

Eines kann man aus der o.g. Entscheidung außerdem ablesen: Die im vergangenen Jahr begonnene Umrüstung der Kurzwaffen auf das Kaliber 9 x 19 mm ist ernstgemeint und wird fortgesetzt. Fraglich ist allerdings in Zeiten der Wirtschaftskrise, wieviel Zeit man dafür brauchen wird. Ferner dürfte klar sein, daß die normalen Streifenpolizisten niemals mit einer Glock oder Beretta ausgestattet werden; die teuren Importwaffen werden der Elite (oder solchen Beamten, die sich dafür halten) vorbehalten bleiben.

PS: Leider konnte ich kein zweifelsfrei authentisches Foto finden, welches einen russischen Polizeibeamten oder Soldaten mit einer Glock zeigt. Aber ich werde bei Gelegenheit weitersuchen.


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Dienstag, 12. Mai 2009

12.05.2009: Video des Tages

Die CO2-Pistole Ti-Reks (im Deutschen auch Tirex oder Tyrex geschrieben) ist sehr stark an die MPis Kedr / Klin angelehnt (so wie die Yunker-3 an die AK-74 M). Diesen interessante CO2-Modell ist das Produkt der Kooperation der Firmen Zlatmash und Sagittarius, wobei die Fertigung in Slatoust erfolgt. (Zlatmash hat auch darüberhinaus ein paar nette Waffen im Programm.) Im folgenden Video wird die Ti-Reks nun vorgestellt und mit der CO2-Variante der Makarow-Pistole verglichen.




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Mittwoch, 11. März 2009

11.03.2009: Video des Tages

Heute: Die Pistole Makarow im Porträt.



Mittwoch, 21. Januar 2009

Meine persönlichen Shot-Show-Highlights


Nach den vielen Videos und Links möchte ich heute noch etwas über meine persönlichen Highlights auf der Shot Show 2009 schreiben. Wäre ich Journalist, müßte ich an erster Stelle natürlich den neuen Ruger LCR erwähnen und ausführlich besprechen. Da ich aber kein besonderer Revolverfan und zudem nicht in offizieller Mission unterwegs bin, soll hier die bloße Nennung genügen. ;-) Schon mehrere Tage vor Messebeginn hatten Gerüchte um eine taktische Variante des Ruger Mini-14 die Runde gemacht. Ruger hat tatsächlich zwei derartige Waffen vorgestellt, wobei die Reaktionen gemischt ausgefallen sind. Nichtsdestotrotz zwei interessante Modelle.

Überhaupt standen Selbstladegewehre in diesem Jahr im Rampenlicht, da die befürchteten Gesetzesänderungen infolge der Wahl Barack Obamas in diesem Segment zu einem wahren Kaufrausch geführt haben. Insbesondere der Klassiker AR-15 wurde mehrfach als das meistverkaufte Gewehr bezeichnet - wohlgemerkt: nicht nur unter den Selbstladern. Damit zeigt sich, daß es gelungen ist, SL-Gewehre auch im Bereich der Sport- und Jagdwaffen zu etablieren. Von letzteren zeugen etwa die tarnfarbenen Varianten, die u.a. Remington anbietet. Tarn- oder Erdfarben werden für Waffen immer populärer, so auch bei SIG Sauer (siehe hier und hier) oder dem AUG von MicroTech, was - wenn es gut gemacht ist - meinen Geschmack eher trifft als eine ganz in Schwarz gehaltene Waffe. ;-) Aber auch letztere können schön aussehen, wie etwa dieses Gewehr.

Mit viel Pomp wurde von Umarex eine Kleinkaliberversion des AR-15 vorgestellt und hat eine entsprechende Aufmerksamkeit erfahren. Bescheidener ging es insofern bei Smith & Wesson zu, die ebenfalls eine KK-Variante ihres unter der Bezeichnung M&P 15 produzierten AR-15 ausgestellt haben (vgl. auch hier). Fragt sich nur, ob die beiden Gewehre auch in Deutschland erhältlich sein werden - und wenn ja, zu welchen Bedingungen (evtl. nur auf Jagdschein?). Angesichts einschlägiger Erfahrungen mit Umarexprodukten würde ich persönlich vielleicht eher zu der S&W-Waffe neigen. ;-) Auf den gleichen Trend ist jetzt übrigens auch SIG Sauer mit dem SIG 522 aufgesprungen. :-)
Interessant ist, daß dies nicht die ersten KK-Varianten großkalibriger Selbstladewaffen sind, die in den letzten Jahren in den Markt eingeführt wurden, man denke da z.B. an die GSG-5 und die GSG AK-47.
Volquartsen, für seine Tuningarbeiten an KK-Gewehren wie dem Ruger 10/22 bekannt, hat ein neues Präzisiosngewehr vorgestellt: das Volquartsen Fusion, welches nicht nur in .22 l.r., sondern auch in weiteren Kalibern wie .17 HMR und .22 WMR angeboten wird.

(Angesichts dieser beeindruckenden Fülle an interessanten KK-Selbstladern könnte man als Deutscher ob der Restriktionen, denen diese Gewehre hierzulande unterworfen sind, schon in leichte Depressionen verfallen. :-( )

Wenn man die Selbstlader, insbesondere den AR-15-Varianten, betrachtet, fällt auf, wieviel Wert man in den USA offensichtlich auf eine offene Visierung am Gewehr legt. Während - meiner Beobachtung nach - hierzulande der Trend zu ausschließlich mit einer Zieloptik bestückten Langwaffen geht und man das Schießen über Kimme und Korn als tendenziell überflüssig betrachtet, will man jenseits des Atlantik offensichtlich nicht auf gute "Iron Sights" verzichten. Dies hat mit Sicherheit auch mit den behördlichen Waffennutzern zu tun, erscheint mir dennoch so relevant, daß es hier festgehalten werden soll.

Bei den Repetiergewehren verdienen m.E. zwei Neuheiten besondere Aufmerksamkeit. Navy Arms hat eine Replika des US-Klassikers Springfield 1903 vorgestellt, die zum Teil aus Originalteilen besteht. Savage Arms hat mit dem Savage 10 BAS Tactical Rifle ein Präzisionsgewehr im Kaliber .308 Winchester präsentiert, welches sich u.a. dadurch auszeichnet, daß sich ein Teil des für das AR-15 bestimmten Zubehörs auch damit verwenden läßt.

Im Bereich der Druckluft- und CO2-Waffen gab es ebenfalls einiges zu sehen (ausführliche Berichte siehe hier und hier). Besonders erwähnenswert erscheint mir neben der von Umarex vorgeführten CO2-Makarow ein ebenfalls mit CO2 betriebenes Wechselsystem für das AR-15 im Kaliber 4,5 mm namens BF-17. Hersteller ist die Fa. Pilkington (siehe auch hier). Fragt sich nur, ob wir dieses irgendwann einmal auch als Komplettwaffe mit "F" in Deutschland erwerben können. Für ausgeschlossen erachte ich dies nicht, weder in technischer noch in rechtlicher Hinsicht.

Unter dem zahlreich vertretenen Zubehör ist mir als Messersammler natürlich das Pistolenbajonett von LaserLyte aufgefallen. Der potentielle Nutzwert ist zwar extrem gering, aber es ist auf jeden Fall ein netter Gag. Elektronikfreaks sollten sich überdies einmal das Scharfschützengewehr mit iPod ansehen. Schließlich sind noch die preiswerten Benchrestauflagen von Battenfeld zu erwähnen sowie ein neues Buch über Kalaschnikow- und SKS-Gewehre anzuzeigen (Vertrieb hier).

Das waren meine persönlichen Höhepunkte, soweit sich eine Veranstaltung in Florida von einem deutschen PC aus überhaupt einschätzen läßt. Es gäbe mit Sicherheit noch mehr zu schreiben. Freuen wir uns daher auf die kommenden Berichte in der deutschen Fachpresse, verfaßt von Leuten, die live dabei waren. ;-)


Nachtrag (26.01.): Auch dieser Blogger konstatiert einen Trend hin zu modernen KK-Selbstladegewehren.


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Bild: NRAhab.com (abgebildet ist ein S&W M&P-15 in .22 l.r.).

Mittwoch, 26. November 2008

Baikal MP-654 - Die CO2-Makarow


Da andernorts der Wunsch geäußert wurde, ich möge hier meine Sammlung doch weiter vorstellen, will ich dem gern nachkommen. Heute also die CO2-Pistole Baikal MP-654. Sie wird, wie die Yunker-3, in Izhevsk gefertigt und hat ebenfalls ein "scharfes" Vorbild: die Pistole Makarov, seit 1951 Standardwaffe der sowjetischen Armee und nach einer Modernisierung in den 1990er Jahren bis heute (in beiden Versionen) die am weitesten verbreitete Kurzwaffe im postsowjetischen Raum.


Die MP-654 beruht auf der modernisierten Makarow-Variante PMM, wie man am breiteren Griffstück und den ergonomischen "Combat"-Griffschalen, die für eine sehr gute Handlage sorgen, erkennt. Die Waffe verschießt Rundkugeln im Kaliber 4,5 mm, allerdings mit einer ziemlich niedrigen Anfangsgeschwindigkeit, so daß man bei fast leerer CO2-Kapsel den Kugeln beim Flug zum Ziel hinterherschauen kann. ;-) Die Pistole entspricht in ihren Abmessungen und der Bedienung weitgehend dem "echten" Vorbild, weshalb sie m.E. eine Alternative zu einer komplett funktionsuntüchtigen Dekowaffe darstellt. (Daher paßt sie auch nicht ohne weiteres in die alten Pistolentaschen der PM.)
Mal schauen, vielleicht spendiere ich ihr demnächst ein paar edle Griffschalen aus Holz, wie sie von Marschal Grips angeboten werden. Für eine Waffe, die mehr Sammlerstück denn Sportgerät ist, wäre dies jedenfalls nicht übertrieben. ;-)

Donnerstag, 6. November 2008

Backyard Safari wird zitierfähig ;-)

Die hier bei Backyard Safari publizierte Ankündigung von der bevorstehenden Ausmusterung der Makarow-Pistole und des Kalaschnikow-Sturmgewehrs bei der russischen Polizei hat nun auch unsere amerikanischen Kollegen erreicht. Der Firearm-Blog berichtet darüber, wobei - auch in den Kommentaren - auch ein paar neue Aspekte zur Sprache gekommen sind:
Russian Police moving away from AK carbines and Makarov pistol
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Montag, 3. November 2008

Nochmals: Abschied von der Kalaschnikow


Wie ich erst heute bei der Durchsicht meines Feedreaders festgestellt habe, wurde das Thema auch schon von einem englischen Blogger behandelt: New guns for Russia’s cops - so what? Er geht dabei auch ein wenig auf die Hintergründe ein, allerdings im schönsten politisch korrekten Ton, mit der besonderen Vorliebe unserer heutigen Sozialwissenschaftler für das alles- und nichtssagende Wort "Reform":
"[...]

Let me explain. In the 1990s, Russia’s police had to cope with rising violent crime – especially that connected with organised crime – as well as shrinking budgets and declining public respect. Regrettably but understandably, they responded to this lethal combination of pressures by retreating into a form of bargain-basement paramilitarisation. Increasingly, police officers appeared festooned with army-surplus Kalashnikov rifles and bulky (and not very efficient) body armour. Even special armed-response police will generally have different tactical requirements than soldiers, and putting combat weapons designed specifically for delivering inaccurate but devastating salvos of automatic fire into the hands of nervous and poorly-trained officers proved often disastrous and tragic.

[...]

Even senior police officers did realise this, and recent years have seen attempts to address this. Beyond a general improvement in the MVD’s budgets in line with the upturn in the state budget overall, there have been a variety of local initiatives but there has been relatively little done on a national level. (Reform is also very slow: it was only with Federal Law no. 69-FZ of July 20, 2004 that the police officially shed a role, long since ignored, of registering colour copying facilities, a relic of the Soviet regime’s paranoia about the use of copiers to spread subversive literature.) The replacement of the police’s old Makarov pistol with the new Yarygin PYa ‘Grach’ and their Kalashnikov AKM-47 rifles and AKS-74U assault carbines with PP-2000 and PP-19 ‘Vityaz’ submachine guns actually does count as one such genuine reform, however drily technical it may sound.

The Makarov is a dated and underpowered design, compact but hardly impressive. A sound piece of advice I once heard was that its effective range is about as far as you could throw it. As such, it is a weapon which lacks authority on the streets. Hardened criminals were not overawed by it, the police themselves were not reassured by it. As a result, it was often ignored in favour of rifles and SMGs really designed for war. By being armed with a reliable, modern and more powerful pistol, Russia’s police can be encouraged not to escalate confrontations or, worse yet, use the inaccurate and indiscriminate weapons they otherwise had to carry as fall-backs.

Likewise, the PP-2000 is a compact but effective weapon, which gives the police greater firepower without being so obtrusive and overtly military. More to the point, the 9mm ammunition it fires has good stopping power but is much less likely to punch through a wall and hit some innocent bystander on the other side. The PP-19 looks much like the military AKS-74U it will replace, but again fires more controllable 9mm rounds.

According to First Deputy Interior Minister Lt. Gen. Mikhail Sukhodolsky, re-equipping all the police will take upwards of three years. What I haven’t heard yet is how much training will go with it (for armed police, the Russians are woefully under-trained in use-of-weapons, which is more a matter of knowing when not to shoot and how to make sure you only shoot who you are aiming at), but it nonetheless is a first step back from paramilitarisation. Of course, there is a lot more to be done, and most of it is cultural. But it represents one of the first practical steps away from the paramilitary model of policing which came to dominate in the 1990s and as such, even if it sounds just like new toys for the boys, it should be welcomed."
Mark Galeotti spricht in seinem Text ein paar interessante Punkte an, man darf allerdings mittlerweile bezweifeln, daß das englische Modell der Polizeiarbeit (von dem der Autor wohl ausgeht) effektiver ist als das "paramilitärische", welches ja auch in den USA eine zunehmende Verbreitung erfährt. Außer vielleicht in den Augen verweichlichter Pazifisten und Anti-Waffen-Intellektueller (von diesen Typen gibt es in Russland glücklicherweise nicht allzu viele). Ferner erschließt sich mir nicht, worin die angeblich fundamentalen Unterschiede zwischen (positiv gesehenen) Polizeiwaffen und (negativ bewerteten) Militärwaffen bestehen sollen, außer im "militärischen" Aussehen letzterer.

(In diesen Kontext paßt irgendwie auch der - wohl automatisch erzeugte - Link am Ende seines Blogposts: Should air rifles be restricted? Alles klar.)

Donnerstag, 30. Oktober 2008

Abschied von der Kalaschnikow?


Am 9. Oktober teilte der stellvertretende russische Innenminister Michail Suchodolski in einer Presseinformation mit, daß die seinem Ministerium nachgeordneten Polizeibehörden ihre Bewaffnung umstellen wollen. Dabei sollen die Pistole Makarow und das Sturmgewehr AKS-74 U durch modernere Waffensysteme ersetzt werden: die Pistole Jarygin und die Maschinenpistole PP-2000. Begründet wird die Einführung der neuen Waffen mit der geringeren Neigung zu unkontrollierbaren Querschlägern - was besonders bei Einsätzen im städtischen Bereich relevant ist - sowie der größeren Mannstoppwirkung.

Das besondere an dieser Neuigkeit besteht nicht nur darin, daß zwei seit Jahrzehnten geführte Waffensysteme aus dem Polizeidienst verabschiedet werden, sondern auch im absehbar erscheinenden Ende der Makarowpatrone (9 x 18 mm), die auch in russischen MPis verwendet wird und erst in den 1990er Jahren einer Modernisierung unterzogen wurde, um an die ballistischen Daten der Parabellumpatrone (9 x 19 mm) heranzukommen. Letztere hat nun das Rennen gemacht und wird zukünftig auch in Russland zum Standardkaliber der Rechtsschutzorgane werden.

Andrej Fedorow weist in einer längeren Reportage darauf hin, daß jetzt erstmals in der sowjetischen und russischen Geschichte spezielle Polizeiwaffen eingeführt werden sollen (es gibt außer den genannten Handfeuerwaffen auch neue Elektroschocker), bei denen es sich nicht um 'abgelegte' oder 'zweitverwendete' Militärwaffen handelt. Obwohl die Kalaschnikow-Sturmgewehre bewährte und zuverlässige Waffen sind, ist die Gefahr von Querschlägern, die Unbeteiligte gefährden könnten, zu groß - was angesichts einer Reichweite von 3000 m bei der Patrone 5,45 x 39 mm auch nicht verwundert.


Die Wahl der MPi legt m.E. Zeugnis vom Konkurrenzkampf zwischen den russischen Waffenherstellern ab. Obwohl sich mittlerweile das Pendel zugunsten der PP-2000 zu neigen scheint, dürfte die vom Izhewsker Kalaschnikowhersteller Izhmash in Zusammenarbeit mit der Spezialeinheit "Vityaz" entwickelte Maschinenpistole PP-19-01 "Vityaz" (dt.: Recke) noch nicht ganz aus dem Rennen sein. Auch diese Waffe verschießt das Kaliber 9 x 19 mm, ist aber im Design sehr stark an die Kalaschnikow angelehnt, was in der Polizeipraxis den Ausbildungsaufwand reduzieren dürfte. Bei einer Gesamtlänge von 69,8 cm (mit eingeklapptem Schaft 46 cm), einer Lauflänge von 23 cm und einem Gewicht von 3 kg erreicht die Waffe eine Kadenz von 750 Schuß/Minute.
Die MPi "Vityaz" ist bereits bei einigen Polizeibehörden und Sondereinheiten eingeführt und erfreut sich dem Vernehmen nach einer gewissen Beliebtheit. Sie wäre deshalb geeignet, den bei manchen Polizisten vernehmbaren Schmerz über den Verlust ihrer traditionellen Kalaschnikow zu reduzieren.


Die Maschinenpistole PP-2000 (die Abkürzung "PP" steht für "Pistolet-Pulemet", wörtlich übersetzt: Pistolen-Maschinengewehr) wird in der traditionsreichen Waffenstadt Tula von der Fa. KBP Instrument Design gefertigt. Im Gegensatz zur Vityas handelt es sich bei ihr nicht um eine vollausgewachsene Langwaffe, sondern um eine Klein-MPi im Sinne des Personal Defence Weapon-Konzeptes (wie ebenfalls die H&K MP 7). Dies zeigt sich auch an den technischen Daten: Gewicht 1,4 kg, Gesamtlänge 58,2 cm (mit eingeklapptem Schaft 34 cm). Als Kadenz werden 600 Schuß/Minute angegeben - bei Polizeiwaffen freilich ein eher theoretischer Wert.

Für beide Maschinenpistolen steht umfangreiches Zubehör wie Zieloptiken, Laser, taktische Lampen und Schalldämpfer zur Verfügung. Zugleich mit den neuen Waffen soll auch neue Spezialmunition eingeführt werden, die u.a. dazu fähig sein soll, 8 mm dicke Stahlplatten auf eine Entfernung von 15 m zu durchschlagen.


Die Pistole Jarygin (Werksbezeichnung: MP-443 "Gratsch") entspricht dem, was man von einer modernen Dienstpistole erwarten darf: Gesamtlänge 19,8 cm, Lauflänge 11,2 cm, Gewicht 950 g, Magazinkapazität 17 Patronen. Die Waffe macht einen soliden Eindruck. Hersteller ist wiederum Izhmash.
(Hierin könnte auch der Grund für die o.g. Bevorzugung der PP-2000 liegen: vielleicht verfährt die Beschaffungsstelle nach dem Motto 'Wenn die einen schon die Standardpistole und das Standardgewehr bauen, dürfen die anderen die MPi herstellen'. So wäre schließlich für beide Unternehmen - und beide Städte - gesorgt. Wer weiß ...)


Standardpistole? Ja, die Jarygin hatte sich bereits anno 2000 in einem Wettbewerb als neue Seitenwaffe der Armee durchgesetzt und im Jahr 2003 erging ein Regierungsbeschluß, wonach sie (zusammen mit zwei anderen Modellen) die Makarow in allen Sicherheitsbehörden ablösen sollte. Passiert ist seitdem nicht allzuviel, es wurden wohl lediglich die in Tschetschenien dislozierten Einheiten mit neuen Pistolen ausgestattet. (Bei einigen Spezialeinheiten hat man außerdem Glock-Pistolen gesichtet.)
Diese Geschichte erinnert an das Sturmgewehr AN-94 "Abakan", welches in den Streitkräften die AK-74 ablösen soll. Nach dem Einführungsbeschluß sind nur wenige Gewehre tatsächlich in die Truppe gelangt - und die werden hauptsächlich von Spezialeinheiten geführt.

Aber vielleicht läuft es ja diesmal besser, obwohl die Finanzen bei Rüstungsprojekten in Russland immer der limitierende Faktor sind. Man darf nicht vergessen, daß die russische Verteidigungsindustrie Waffensysteme exportiert, die in den eigenen Streitkräften mangels Geld bisher nicht eingeführt werden konnten. Eingedenk dieser Erfahrungen hat denn auch das Innenministerium wohlweislich auf die Nennung konkreter Daten verzichtet und als Zeitraum für die Umrüstung der Miliz lediglich "mehrere Jahre" genannt.
Man darf mithin davon ausgehen, daß zuerst die Behörden der Großstädte die neuen Waffen erhalten, die meisten Dorfpolizisten hingegen werden noch viele Jahre mit der guten, alten Makarow auf Streife gehen. Und so wird der Abschied von den Konstruktionen der Herren Kalaschnikow und Makarow ein langsamer sein. In Anbetracht des "Abakan"-Debakels gilt gerade für die "Kaschi" der alte Satz: Totgesagte leben länger.

Nachtrag (31.10.): Von Interesse ist auch, wie sich die übrigen Sicherheitsbehörden, z.B. der Föderale Sicherheitsdienst (inklusive Grenzschutz) und Zoll, verhalten werden. Folgen sie der vom MWD eingeschlagenen Richtung oder gehen sie eigene Wege? Und kommt jetzt vielleicht auch in das Projekt AN-94 neuer Schwung?


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Freitag, 17. Oktober 2008

Das Kaliber 9 mm Makarow

1984 Bulgian Makarov
1984 Bulgian Makarov,
originally uploaded by islamaphobic.
Das Handguns Magazine hat einen recht interessanten Artikel über Waffen und Munition im Kaliber 9 mm Makarow (9 x 18), dem Standardkurzwaffenkaliber des Warschauer Paktes:

Leroy Thompson: The 9x18mm Makarov - Standbys of the Old Warsaw Pact