Donnerstag, 30. April 2009

Konsequenzen in der Moskauer Miliz

Der Amoklauf eines Moskauer Polizeioffiziers am Montag hat schnelle und harte Konsequenzen nach sich gezogen. Bereits am Dienstagabend hat Präsident Medwedew sowohl den Moskauer Polizeichef, Wladimir Pronin, als auch den Polizeichef des Stadtkreises Süd, Viktor Agejew, abgesetzt. Ebenso wurden drei Stellvertreter Agejews entlassen. Das ist eine Reaktion auf das Fehlverhalten von Amtspersonen, die in Rußland leider noch viel zu selten vorkommt. Statt dessen wird oftmals nach dem Motto "Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus" verfahren. Aber vielleicht äußert sich hierin Medwedews neuer Stil bei der Bekämpfung von Amtsmißbrauch und Korruption.

Dem Täter droht eine lebenslange Haftstrafe. Über den Hergang der Tat berichtet Rußland Aktuell:
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Die drei Streifenpolizisten, die den Mörder stellten und überwältigten, werden jetzt Auszeichnungen erhalten. Besonders lobenswert sei, dass sie den Amok laufenden Miliz-Major Denis Jewsjukow lebend stellten und nicht erschossen, obwohl sie in dieser Situation dazu das volle Recht gehabt hätten.
In einem Interview erklärte einer von ihnen, sie hätten ihren durchgedrehten Kollegen das erste Mal im Scheinwerferlicht ihres Streifenwagens im Hof hinter dem Supermarkt gesehen, als dieser mehrere Frauen herausführte und an die Wand stellte. Zuvor hatten sie den erschossenen Autofahrer und einen tödlich verletzten Supermarktkunden gefunden.

Rettender Müllcontainer

Die Aufforderung, die Waffen niederzulegen, beantwortete der Amokläufer mit Schüssen, worauf sich einer der Milizionäre in einen Müllcontainer warf. Dies rettete ihm möglicherweise das Leben, weil der Behälter über 30 Meter Distanz den Pistolenkugeln des Schützen standhielt.
Gemeinsam mit einer zweiten Streifenwagen-Besatzung und Wachleuten des Supermarkts wurde dann der Hof durchsucht, in dem sich Täter versteckt hatte. Schließlich feuerte dieser aus nur zwei Meter Entfernung auf einen seiner Kollegen, der nicht einmal eine schutzweste trug – und verfehlte ihn. Daraufhin gelang es dem Polizisten, dem Amokläufer die Waffe aus der Hand zu schlagen.

Der Täter wehrte sich bis zum Schluss

„Es begann ein Kampf. Der Mörder wehrte sich verbissen, aber zu dritt haben wir ihn überwältigt und ihm Handschellen angelegt. Jewsjukow war dem Anschein nach nicht besonders betrunken. Aber sein Blick war völlig sinnentlehrt, irgendwie tierisch. Er schimpfte und schrie herum, er werde uns umbringen und versetzen lassen", so einer der drei an der Festnahme beteiligten Milizionäre.
"Wir haben in dem Moment nicht geglaubt, dass er Milizionär ist“, fügte er hinzu - trotz der Uniformjacke, die der Amokläufer getragen hatte."
Weitere interessante Hintergründe und weshalb sich Milizionäre und Banditen psychologisch ähnlich sind, erläutert Gisbert Mrozek in seinem Kommentar.


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