Posts mit dem Label Befreiungskriege werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Befreiungskriege werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 26. November 2009

26.11.2009: Bilder des Tages


Vom 26. bis zum 28. November 1812 tobte in Weißrußland die Schlacht an der Beresina. Napoleons Grande Armee befand sich auf dem Rückzug, nachdem die Invasion des Russischen Reiches gescheitert war. Der Übergang über den Fluß Beresina mußte nicht nur erst von den französischen Pionieren hergestellt, sondern auch gegen ständige russische Angriffe erzwungen werden.
Besonders hervorgetan haben sich dabei die Schweizer Regimenter, die - der Reisläufertradition folgend - in Napoleons Diensten standen. An ihren Heldenmut erinnert das Beresinalied - so, wie der Löwe von Luzern an ihre Vorgänger im Dienst der französischen Könige.
An diese Schlacht soll mit den heutigen Bildern - Historiengemälden - erinnert werden.





Samstag, 26. September 2009

26.09.2009: Spielfilm des Tages

Der Regisseur Sergej Bondartschuk hat mehrere Meisterwerke hinterlassen, darunter seine Verfilmung des Tolstoj-Klassikers "Krieg und Frieden". Daraus stammen die vier folgenden Szenen, die die Schlacht bei Borodino am 07.09.1812 darstellen.













Verwandte Beiträge:
Das Museum der Schlacht bei Borodino

Montag, 7. September 2009

07.09.2009: Bilder des Tages


Am 7. September 1812 fand in Borodino vor den Toren Moskaus eine der blutigsten Schlachten der napoleonischen Kriege statt. (Im Februar hatte ich hier schon darüber berichtet.) Aus diesem Anlaß heute ein paar Historiengemälde dieses dramatischen Ereignisses mit unentschiedenem Ausgang.









Samstag, 2. Mai 2009

02.05.2009: Text des Tages

Der preußische General Carl von Clausewitz ist vor allem als Kriegstheoretiker und Autor des epochalen Werkes "Vom Kriege" bekannt. Ein weniger bekannter Teil seiner Vita ist sein 1812 erfolgter Übertritt in russische Dienste, um nicht als Deutscher und preußischer Offizier für Napoleon kämpfen zu müssen. Aus diesem Anlaß ist die folgende Bekenntnisschrift entstanden, die auf den ersten Blick nur wenig mit dem abgeklärten Philosophen des Spätwerkes gemein hat. Und doch war es derselbe Mann.

Man stelle sich das bitte vor: Preußen war 1806 in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt vernichtend geschlagen worden, was einen weitgehenden Zusammenbruch der Armee zur Folge hatte. Der Korse wurde in der Berliner Schickeria als Verkörperung des Weltgeistes gefeiert. Dann kam ein vom französischen Kaiser oktroyierter Friedensvertrag mit erheblichen Gebietsabtretungen etc. Seit 1807 war die einst legendäre preußische Armee unter der Leitung von Boyen und Scharnhorst mühsam reorganisiert worden. Und dann soll Preußen auch noch Truppen für die Grande Armee stellen, um - entgegen seinen Interessen - am Rußlandfeldzug Napoleons teilzunehmen.

Für Clausewitz als politisch denkenden Offizier war das zuviel. Er nahm seinen Abschied aus der Armee und verfaßte die "Drei Bekenntnisse", nahm aber von einer Veröffentlichung Abstand. Im Mai 1812 traf er schließlich in St. Petersburg ein und wurde Oberstleutnant, was er bis zu seiner Rückkehr ins preußische Heer 1814 blieb. Um den Jahreswechsel 1812/1813 sollte er schließlich bei den Verhandlungen über die Konvention von Tauroggen eine maßgebliche Rolle spielen. Dieser an sich unscheinbare Vertrag war der Anfang vom Ende der französischen Besetzung Deutschlands.

"Ich sage mich los:

Von der leichtsinnigen Hoffnung einer Errettung durch die Hand des Zufalls;
von der dumpfen Erwartung der Zukunft, die ein stumpfer Sinn nicht erkennen will; von der kindischen Hoffnung, den Zorn eines Tyrannen durch freiwillige Entwaffnung zu beschwören, durch niedrige Untertänigkeit und Schmeichelei ein Vertrauen zu gewinnen;
von der falschen Resignation eines unterdrückten Geistesvermögens;
von dem unvernünftigen Mißtrauen in die uns von Gott gegebenen Kräfte;
von der sündhaften Vergessenheit aller Pflichten für das allgemeine Beste;
von der schamlosen Aufopferung aller Ehre des Staates und Volkes aller persönlichen und Menschenwürde!

Ich glaube und bekenne:

Daß ein Volk nichts höher zu achten hat als die Würde und Freiheit seines Daseins;
daß es diese mit dem letzten Blutstropfen verteidigen soll;
daß es keine heiligere Pflicht zu erfüllen, keinem höheren Gesetz zu gehorchen hat;
daß der Schandfleck einer feigen Unterwerfung nie zu verwischen ist;
daß dieser Gifttropfen im Blut eines Volkes in die Nachkommenschaft übergeht und die Kraft später Geschlechter lähmen und untergraben wird;
daß man die Ehre nur einmal verlieren kann;
daß die Ehre des Königs und der Regierung eins ist mit der Ehre des Volkes und das einzige Palladium seines Wohles;
daß ein Volk unter den meisten Verhältnissen unüberwindlich ist in dem großmütigen Kampfe um seine Freiheit;
daß selbst der Untergang dieser Freiheit nach einem blutigen und ehrenvollen Kampfe die Wiedergeburt des Volkes sichert und der Kern des Lebens ist, aus dem einst ein neuer Baum die sichere Wurzel schlägt!

Ich erkläre und beteuere der Welt und Nachwelt:

Daß ich die falsche Klugheit, die sich der Gefahr entziehen will, für das Verderblichste halte, was Furcht und Angst einflößen können;
daß ich die wildeste Verzweiflung für weiser halten würde, wenn es uns durchaus versagt wäre, mit einem männlichen Mute, das heißt: mit ruhigem, aber festem Entschlusse und klarem Bewußtsein der Gefahr zu begegnen;
daß ich die warnenden Begebenheiten alter und neuer Zeit, die weisen Lehren ganzer Jahrhunderte, die edlen Beispiele berühmter Völker nicht im Taumel der Angst unserer Tage vergesse und die Weltgeschichte hingebe für das Blatt einer lügenhaften Zeitung;
daß ich mich rein fühle von jeder Selbstsucht;
daß ich jeden Gedanken und jedes Gefühl in mir vor allen meinen Mitbürgern mit offener Stirn bekennen darf;
daß ich mich nur zu glücklich fühlen würde, einst in dem herrlichen Kampfe um Freiheit und Würde des Vaterlandes einen glorreichen Untergang zu finden!

Verdient dieser Glaube in mir und in den mir Gleichgesinnten die Verachtung und den Hohn unserer Mitbürger? Die Nachwelt entscheide hierüber! Auf dem heiligen Altare der Geschichte lege ich dieses leichte Blatt nieder, im festen Vertrauen, daß, wenn der Sturm der Zeit es hinwegweht, einst ein würdiger Priester dieses Tempels es sorgfältig aufheben und in das Jahrbuch des vielbewegten Völkerlebens einheften werde. Dann wird die Nachwelt richten und von dem Verdammungsurteile die ausnehmen, welche dem Strom der Verderbtheit mutig entgegengerungen und das Gefühl der Pflicht treu wie einen Gott im Busen bewahrt haben."

Mittwoch, 22. April 2009

22.04.2009: Gedicht des Tages

Ernst Moritz Arndt: "Der Gott der Eisen wachsen ließ"
(entstanden 1812)

"Der Gott, der Eisen wachsen ließ
der wollte keine Knechte,
drum gab er Säbel, Schwert und Spieß
dem Mann in seine Rechte;
drum gab er ihm den kühnen Mut
den Zorn der freien Rede,
daß er bestände bis aufs Blut
bis in den Tod die Fehde.

So wollen wir, was Gott gewollt
mit rechter Treue halten
und nimmer im Tyrannensold
die Menschenschädel spalten.
Doch wer für Tand und Schande ficht
den hauen wir zu Scherben,
der soll im deutschen Lande nicht
mit deutschen Männern erben.

O Deutschland, heil'ges Vaterland!
O deutsche Lieb' und Treue!
Du hohes Land, du schönes Land!
Dir schwören wir aufs neue:
Dem Buben und dem Knecht die Acht!
Der fütt're Krähn und Raben.
So ziehn wir aus zur Herrmansschlacht
und wollen Rache haben.

Lasst brausen, was nur brausen kann
in hellen, lichten Flammen!
Ihr Deutschen alle, Mann für Mann,
fürs Vaterland zusammen!
Und hebt die Herzen himmelan
und himmelan die Hände,
und rufet alle, Mann für Mann:
Die Knechtschaft hat ein Ende!

Laßt klingen, was nur klingen kann -
Trompeten, Trommeln, Flöten.
Wir wollen heute Mann für Mann
mit Blut das Eisen röten.
Mit Henker- und mit Knechteblut,
o süßer Tag der Rache.
Das klinget allen Deutschen gut,
das ist die große Sache.

Laßt wehen nur, was wehen kann
Standarten wehn und Fahnen!
Wir wollen heut uns Mann für Mann
zum Heldentode mahnen:
Auf, fliege, stolzes Siegspanier
voran dem kühnen Reihen!
Wir siegen oder sterben hier
den süßen Tod der Freien."

Mittwoch, 18. Februar 2009

Das Museum der Schlacht bei Borodino



Am 24. Juni 1812 überschritt die von Napoleon geführte Grande Armée die Grenze des Russischen Reiches. Damit hatte der Krieg von 1812, in Rußland auch "Vaterländischer Krieg" genannt, begonnen. Nach vielen kleineren Gefechten wichen die Verteidiger immer weiter in die Tiefe des Landes zurück, wodurch sich die Kräfte der Invasionsarmee schon deutlich schwächten. Die Franzosen waren nur mit rund einem Drittel ihrer ursprünglichen Stärke (130.000 Mann) auf dem Schlachtfeld erschienen (darunter auch viele Deutsche aus den Rheinbundstaaten), die Russen hatten 120.000 Soldaten aufgeboten. Am 7. September 1812 lieferten sich beim Dorf Borodino vor den Toren Moskaus die beiden Kontrahenten schließlich eine der blutigsten Schlachten des 19. Jahrhunderts, ohne daß eine der Seiten sie klar für sich entscheiden konnte. Napoleons Verbände verloren 28.000 Mann, die des russischen Oberbefehlshabers Michail Kutusow 52.000, darunter auch General Bagration, einen der fähigsten Heerführer Rußlands. Trotzdem verlief die Schlacht ergebnislos und Kutusow entschloß sich zum weiteren Zurückweichen sowie zu einem Verzicht auf die weitere Verteidigung Moskaus.

In der Folge konnte sich Napoleon an der Einnahme der alten russischen Hauptstadt erfreuen. Freilich nur für kurze Zeit, dann mußte er sein Heer wieder zurückziehen. Es mangelte an Nachschub und der Winter stand vor der Tür. Der Rückmarsch verwandelte die einstmals strahlende Grande Armée in einen zerlumpten, von Hunger, Kälte und Krankheiten malträtierten Haufen. Somit wurde das Jahr 1812 zum Anfang vom Ende des kleinen großen Korsen.




Die Anfänge des Moskauer Borodino-Museums gehen zurück bis ins Jahr 1887. Das Panoramamuseum in seiner heutigen Form ist allerdings erst 1962 eröffnet worden. Sein Herzstück ist das große 360 Grad-Panorama von Franz Roubaud. Die zweite Großattraktion ist eine Rekonstruktion jener Hütte, in der Kutusow am 27.09.1812 den Kriegsrat abgehalten hat, in dessen Folge auf die Verteidigung Moskaus verzichtet worden ist. Daneben sind in den unteren Ausstellungssälen Gemälde, Fahnen, Schuß- und Blankwaffen, Orden und Ausrüstungsgegenstände der beteiligten Armeen zu sehen. Ein klassisches Militärmuseum eben. :-)




Das Museum ist erst kürzlich renoviert und die Ausstellung umgestaltet worden; alles ist sehr übersichtlich angeordnet. Ebenso wie das Petersburger Suworow-Museum ist das Borodino-Museum eine der Adressen für alle Touristen, die an den napoleonischen Kriegen interessiert sind.
Zeitmäßig sollte man für die Besichtigung, je nach Interesse, 1,5 bis 2 Stunden einplanen. Dazu kommt noch die Anfahrt, denn das Museum ist aus touristischer Sicht nicht sonderlich verkehrsgünstig gelegen. Dafür hat man auf dem Weg von und zur Metro Kutusowskaja einen schönen Blick auf die derzeit größte Baustelle der Stadt: Moscow City.




Obwohl es nichts mit dem Museum direkt zu tun hat, so sei abschließend noch erwähnt, daß die Schlacht von Borodino regelmäßig durch Reenactmentgruppen nachgestellt wird - ein Ereignis, welches bisweilen Volksfestcharakter trägt (siehe hier und hier).




Anschrift: Kutusowski Prospekt 38
(Link bei Google Maps)
Nächste Metrostationen: Kutusowskaja, Park Pobedy




Weiterführende Links:
Offizielle Webseite (russ.)
Wikipedia-Artikel (dt.)
Das Borodino-Museum bei Russland Aktuell (dt.)


Mittwoch, 29. Oktober 2008

Das Suworow-Museum in St. Petersburg

In Deutschland weiß man kaum um ihn, in der Schweiz ist er hingegen wohlbekannt: Alexander W. Suworow (1729-1800), einer der berühmtesten und populärsten russischen Feldherren hat 1799 mit seiner legendären Alpenüberquerung Spuren in der Eidgenossenschaft hinterlassen. Er hatte sich bereits in den Türkenkriegen ausgezeichnet und der Zweite Koalitionskrieg war zugleich Höhe- und Schlußpunkt seiner Karriere, denn kurz danach verstarb er.
Suworow genießt in Rußland nach wie vor höchste Wertschätzung, so tragen z.B. Kadettenschulen seinen Namen, in der Sowjetunion hatte man während des Zweiten Weltkrieges ein Orden nach ihm benannt und vor der Petersburger Troizki-Brücke blickt er vom Sockel eines Denkmals auf Einwohner und Besucher der Stadt herab.



In St. Petersburg, wo er auch begraben liegt, wurde bereits 1904 ein Museum zur Erinnerung an seine Person eröffnet. Es ist nicht besonders groß, doch ist die Ausstellung interessant und gut gemacht, so daß ein Besuch jedem militärhistorisch interessierten Petersburg-Besucher unbedingt zu empfehlen ist. Es werden Blank- und Handfeuerwaffen, Uniformen, Fahnen, Orden, Dokumente, Dioramen u.a.m. aus der Zeit der Revolutionskriege gezeigt. Das Suworow-Museum ist somit ein klassisches Militärmuseum. Die Bilder dieses Beitrags vermitteln davon (hoffentlich) einen kleinen Eindruck.


Anschrift des Museums: Ulitsa Kirochnaya 43, St. Petersburg, 193015
(Link bei Goolge Maps)
Nächste Metrostation: Tschernyschewskaja


Weiterführende Links:

Webseite des Museums: Link 1 (russ./eng.), Link 2 (russ.)
Suworow-Museum bei Russland Aktuell (dt.)
Wikipedia (eng.)
Reisebericht (dt.)
Schweizer Suworow Blog (dt.)
Wieso schickte Zar Paul I. 1799 General Suworow in den Krieg? (dt.)


Zu guter Letzt ein Text von Clausewitz, der Suworow in seiner Schrift über den Feldzug von 1799 wie folgt beschrieben hat:

"Berühren müssen wir nur, worin alle Stimmen einig sind, daß er ein Mensch von einem feurigen Willen, großer Kraft des Charakters und vielem natürlichen Verstande war, der in den Kriegen gegen die Türken eine tüchtige Schule durchgemacht hatte. Konnte diese Schule den Bedürfnissen einer Kriegführung gegen französische Armeen nicht ganz genügen und mußte seine rohe Wunderlichkeit einer einfachen verständigen Leitung so zusammengesetzter Tätigkeit, wie ein Krieg zwischen den gebildeten Völkern es ist, oft Schwierigkeiten in den Weg stellen, so weiß doch jedermann, daß jene Wunderlichkeit meistens eine angenommene Rolle war, die sein treffender Verstand nur auf der Außenseite der Dinge walten und nicht bis in die Hauptentscheidungen des Handelns dringen ließ. Wenn man dabei annimmt, daß in Beziehung auf die zusammengesetzteren Verhältnisse und Formen des Krieges zwischen gebildeten Völkern der österreichische Generalstab, an dessen Spitze ein sehr gebildeter und ausgezeichneter Mann (der Graf Chasteler) stand, manches erzeugt haben wird, so tritt man dadurch dem individuellen Verdienste Suwarows [sic!] in keiner Weise zu nahe. Der vollkommenste Generalstab mit den richtigsten Ansichten und Grundsätzen bedingt noch nicht die ausgezeichnete Führung einer Armee, wenn die Seele eines großen Feldherrn fehlt; die einer großen Feldherrnnatur angeborne Richtung des Blicks und des Willens aber ist auch da ein vortreffliches Korrektiv gegen die in ihre eigenen Pläne sich verwickelnde Generalstabsgelehrsamkeit, wo sie derselben im übrigen als Instrument nicht entbehren kann. Haben auch die Österreicher unter Kray bei Magnano einen Sieg erfochten, der ihren Waffen zur Ehre gereicht, so würden sie doch ohne Suwarow die Schlachten von Cassano, an der Trebbia und bei Rovi nicht gewonnen haben. Der eigentümliche Charakter seiner Energie und seines treffenden Blicks ist darin nicht zu verkennen."