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Freitag, 16. Dezember 2011

Zwei scharfe Klingen ...


... haben in den zurückliegenden drei Monaten ihren Weg in meine Sammlung gefunden. Dies war zunächst ein Strash (dt.: Wache) des rußländisch-dagestanischen Herstellers Kizlyar. Das Strazh ist ein netter kleiner Dolch, der gefällig in der Hand liegt. Messer und Scheide sind, wie von Kizlyar gewohnt, sehr gut verarbeitet. Das Messer ist hierzulande zwar nicht führbar (wegen § 42a WaffG), aber dennoch ein schönes und ausgefallenes Sammlerstück.

Zum Kauf des zweiten Messers wurde ich durch das Visier-Sonderheft 61, worin regionale französische Messer vorgestellt worden sind, animiert. Besonders sagten mir die etwas wuchtigeren Modelle zu, als Ergänzung zu den Opinels. Die Wahl fiel schließlich auf ein korsisch anmutendes Hirtenmesser U Ricorsu classique von Le Berger. Der Versand gestaltete sich zwar etwas schwieriger, da die Firma anscheinend kein Bankkonto besitzt, aber letztlich waren beide Vertragspartner befriedigt. Die Qualität ist angesichts des moderaten Preises hervorragend. Und auch optisch mach das Le Berger einiges her. :-)



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Sonntag, 11. September 2011

Zwei blanke Souvenirs

Die beiden Kampfmesser M 1955 und M 1992 auf dem Buch von Zbigniew Gwozdz.


Vor einigen Tagen konnte ich meine Sammlung osteuropäischer Blankwaffen um zwei Stücke polnischer Provenienz erweitern. Zum einen um den Nachfolger des Sturmmessers M 1955, das Truppenmesser M 1992 (poln.: Nóż wojskowy wz. 92).
Hersteller ist die Fa. Gerlach. Das Messer ist in sechs verschiedenen Varianten erhältlich: mit anderthalbfach geschliffener Klinge, mit doppelseitiger Dolchklinge und mit Rückensäge, wobei die Klinge entweder blank oder geschwärzt ist. Die Qualität ist in Ordnung, aber nicht atemberaubend. Für umgerechnet 40 € kann man allerdings nichts anderes erwarten, die Messer sind eben militärische Massenfertigung und keine "custom knives".




Die zweite Neuerwerbung ist überhaupt nicht spektakulär: ein Bajonett-Messer 6H4 für die polnischen AKM-Varianten. Es verfügt über die übliche Ausstattung wie eine Drahtschere etc. Charakteristisch ist der kantige braune Griff, den man sonst nur von AK-74-Bajonetten kennt.




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Donnerstag, 1. September 2011

EDC-Rapport


Nach fast zwei Jahren, in denen ich das Taschenmesser Gunhammer vom italienischen Hersteller Fox/FKMD sehr oft als EDC-Messer geführt habe, ist es an der Zeit, einen kurzen Bericht zu geben. Das Messer hat meine Erwartungen voll erfüllt; funktionelle Mängel sind nicht aufgetreten. Das Messer ist im Lieferzustand sehr schnitthaltig, ich mußte es noch nie schleifen. Allerdings hat das Äußere durch die nahezu tägliche Beanspruchung ein wenig gelitten. Der Kunststoff am Griff hat mittlerweile an manchen Stellen fast die Farbe der Hosentaschen angenommen und auch an einigen Metallteilen ist die schwarze Farbe abgeplatzt, so daß jetzt das blanke Metall durchschimmert. Ebenso hat sich der Hosenclip gelockert. Doch dies sind Mängel, die nach so langer Nutzungsdauer fast zwangsläufig auftreten.



Schon seit längerem liebäugele ich damit, zumindest am Wochenende und bei weniger formalen Anlässen statt eines Klappmessers ein feststehendes als „EDC“ zu führen. Nach dem Wälzen diverser Kataloge und dem Bestellen einiger Modelle (so z.B. das Muela Bison, siehe letztes Bild) habe ich mich schließlich für zwei verschiedene Modelle entschieden.



Erstens für den Dozier Anchorage Pro Skinner von Böker entschieden. Mit einer Klingenlänge von 9 cm und einer Gesamtlänge von 20 cm ist der Skinner zwar nicht allzu kompakt, doch was nützt das schönste Messer, wenn es zu klein ist, so daß der Benutzer es nicht vernünftig in der Hand halten kann? Das vorliegende Modell wurde mit einem Holzgriff ausgeliefert. Dadurch und durch die schlichte, aber ordentlich verarbeitete Lederscheide wirkt das Messer nicht nur schön, sondern auch sehr zivil.



Zweitens für das Modell Chacal des spanischen Herstellers Nieto. Es besticht durch seine besondere Klingenform. Seine Abmessungen entsprechen in etwa denen des Skinners. Trotz des fast gleichen Preises ist die Qualität von Nieto nicht ganz so hoch wie bei Böker. Das merkt man vor allem an der Verarbeitung der Lederscheide. Dennoch ist es ein schönes Messer, was sich ebenfalls bereits als jagdlich wirkendes Freizeitmesser im Alltag bewährt hat.



Die vorerst letzte Veränderung in meinem Arsenal der täglich mitgeführten Utensilien betrifft die Taschenlampe. Die bisher verwendete Fenix L1T ist nach einer Beschädigung durch das Modell LD 15 desselben Herstellers abgelöst worden. Die neue Lampe ist zwar leichter und kleiner als ihr Vorgänger, doch zwingt der Verzicht auf einen Schalter zur Bedienung mit zwei Händen, was in Notsituationen von Nachteil sein könnte.



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Donnerstag, 28. Juli 2011

28.07.2011: Video des Tages

Heute stellt uns ein belgischer Messersammler die Produkte der spanischen Firma Nieto vor. Auch mir persönlich gefallen in letzter Zeit die eher klassischen Modelle von der iberischen Halbinsel immer mehr.



Mittwoch, 5. Januar 2011

Liebesgrüße aus Kisljar

Kizlyar-Werbung in einer russischen Waffenzeitschrift.


Seit Jahrhunderten ist der Kaukasus eine unruhige Gegend, weshalb dort naturgemäß das Waffenhandwerk eine lange Tradition hat. Lermontows Gedicht "Der Dolch" spielt nicht umsonst in dieser Region. (Vgl. dazu auch den Beitrag im DWJ 11/2009, S. 78 ff.) In der dagestanischen Stadt Kisljar, die nahe der Grenze zu Tschetschenien liegt, hatten früher zahlreiche Waffen- und Messerschmiede ihren Sitz. Deren Tradition wird seit 20 Jahren von der Firma Kizlyar fortgeführt. Zu deren Angebot zählen Messer und Blankwaffen aller Art – von traditionellen kaukasischen Säbeln bis hin zu Jagdmesser.



Die Annoncen für die Einsatzmesser von Kizlyar sind mir schon vor Jahren aufgefallen (s.o.) und einige dieser Modelle sehen sehr interessant aus. (Zu den Kunden des Herstellers gehören nach eigenen Angaben zahlreiche Soldaten und Mitarbeiter von rußländischen Sicherheitsbehörden.) Andere, vor allem aus dem Segment der Jagd- und Fahrtenmesser, reizen mich jedoch nicht, obwohl sie vom Design her typisch für Rußland sind. (Das hängt freilich auch mit der rechtlich bedingten Modellgestaltung zusammen.)
So habe ich mich nun endlich zum Erwerb des Modells Korschun, was auf Deutsch Milan heißt, entschlossen. Bestellt wurde beim deutschen Importeur, der Fa. Döppgen, und binnen 48 Stunden war das Messer bei mir. (Die Beratung von Frau Döppgen war übrigens hervorragend.)


"Korschun", zu Deutsch: Milan.


Das Messer ist hervorragend verarbeitet, dem Auge des Betrachters offenbaren sich keine Mängel. Dies gilt ebenso für die Lederscheide. Gut, für 135 € sollte man dies auch erwarten dürfen, doch habe ich auch in dieser Preisklasse leider schon anderes sehen müssen. Insofern muß sich Kizlyar nicht vor anderen bekannten Herstellern in Europa und Nordamerika verstecken.
Auch Handlage und Balance stimmen, was mich natürlich besonders freut. Obwohl das Korshun mit einer Klingenlänge von 16,3 cm nur eingeschränkt führbar ist (vgl. § 42a WaffG), werden sich dafür schon Anwendungen finden lassen. Es macht den Eindruck eines schönen und soliden Alround-Messers. Doch zuvörderst ist es ein Sammlerstück.



Beim „Spielen“ mit dem Neuerwerb mußte ich unwillkürlich neun Jahre zurückdenken. Damals stand eine Kanutour mit Freunden bevor, wofür ich noch ein Outdoormesser brauchte. Zuvor hatte ich für solche Anlässe Bajonette aus meiner Blankwaffensammlung genutzt, doch war diese Lösung alles andere als optimal. Ein richtiges Fahrtenmesser sollte also her.
Entschieden habe ich mich schließlich für einen Klassiker: das Ka-Bar. Dies war ein Fehler, denn mit dem Messer bin ich nicht glücklich geworden: schlechte Handlage, keine Möglichkeit, den rechten Daumen zum Schneiden auf die Klinge zu legen u.a.m. Noch während der Tour entschied ich, daß das Ka-Bar nur eine Zwischenlösung sein kann. Seither habe ich verschiedene Messer getestet und auch für gut befunden. Hätte es damals schon das Korschun oder ein ähnliches Modell von Kizlyar gegeben, ich glaube, mir wäre manch negative Erfahrung erspart geblieben.


"KISLJAR. Sdjelano w Rossii" (hergestellt in Rußland).


Bleibt nur noch eine Bitte: Vielleicht findet sich endlich ein richtiger deutscher Importeur für die zahlreichen Messer der Firmen AiR (A & R) und Melita-K.

Die Seriennummer.


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Mittwoch, 3. November 2010

Mora ist gar nicht so schlecht


Für etwas rauhere Tätigkeiten, die ich keinem teuren Messer zumuten möchte, da eventuell mit einem Totalverlust zu rechnen ist, habe ich nach einem billigen und trotzdem akzeptablen feststehenden Messer gesucht. Nach der Empfehlung eines Forenkollegen bin ich schließlich beim Mora Bushcraft Forest 2010 gelandet - und bin positiv überrascht. Das Messer ist für einen Preis unter 30 Euro erstaunlich gut verarbeitet und durchdacht. Die Klinge hat zwei unterschiedliche Ausprägungen: vorne für feinere Arbeiten, hinten für grobere. Die Klingenlänge von 10,7 cm macht das Mora außerdem legal führbar und es ist somit das erste "Fixed", welches ich desöfteren als EDC geführt habe.
Kurzum: Das Mora ist im wahrsten Sinne des Wortes preiswert, denn man erhält viel Messer für relativ wenig Geld.


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Montag, 11. Oktober 2010

Das Endziel der Waffengegner

Verehrte Leser, vermutlich haben Sie sich schon einmal gefragt, was die Waffengegner, die von den deutschen Medien so einseitig hofiert werden, im Schilde führen. Diese Typen sind gegen Waffen, klar, nur was verstehen sie genau darunter? Und wie weit wollen sie in ihrem Verbots- und Regulierungswahn gehen?

Insofern fällt auf, daß etwa die Initiative "Sportmordwaffen" vor einem Jahr nur GK-Waffen als angebliche "Mordwaffen" tituliert hat, während seit Lörrach auch Kleinkaliberwaffen dazuzählen. Der polemische, aber inhaltlich völlig unscharfe (und zudem irreführende) Begriff "Mordwaffe" bietet sich dafür geradezu an. Und wie wir im Frühjahr diesen Jahres gesehen haben, wollen die Grünen noch weiter gehen und im Ergebnis sogar Schreckschuß- und Druckluftwaffen verbieten.

Selbst wenn diese kranken Verbotsphantasien eines (hoffentlich fernen) Tages zu geltendem Recht würden, wäre damit noch lange nicht Schluß. Sodann würde sich der Furor der fanatischen Waffengegner gegen die so furchtbar gefährlichen Messer richten. Diesbezüglich sind einige der angelsächsischen Staaten ein negatives Vorbild. Zum Beispiel Australien, über dessen neueste Gesetzgebung der amerikanische Survival Blog (von dem ich im allgemeinen nicht viel halte) berichtet:
"[...]

Australia's New Nanny State Knife Ban

Dear Jim,

Welcome to the newer even bigger Nanny State here in Australia. Here is some information with regards to new national knife laws coming into force soon. ( I believe about six weeks ). For all your readers it will be of interest that the Australian Federal Government is going to ban all imports of the following: multitools, lockback folders such as Old Timer, Schrade etc, Swiss army knives, and Wenger army knives.

Never mind the fact that pocket knives and Swiss army knives have been used in Australia for over a century without trouble, but because of the explosion of knife attacks over the last few years, the responsible are being punished because of the idiots, first they disarmed us [of firearms], now they are going to the next level.

Of course the law sensible people won't comply or even register with the new laws, but what happens when your Gerber or Leatherman multitool needs repairs in the USA? You may be able to send it out of Australia, but it will get confiscated on the return leg!

The New South Wales Police are now requesting the name and address of all bona fide collectors. (Next will be all the bigger knives such as Ka-Bar, CRKT, et cetera.) Please note the Australasian Knife Collectors (AKC) refused to comply with supplying to the authorities peoples' names and addresses.

[...]"
Mehr Informationen finden sich auf der Webseite des Australasian Knife Collectors Club.

Die Entwicklung auf dem fünften Kontinent sollte als mahnendes Beispiel vor unseren Auge stehen. Jeder denkende Bürger muß wissen, wo die Reise hingeht, wenn man totalitär denkenden Typen wie Roman Grafe und Konsorten auch nur den kleinen Finger reicht. Denn in deren verquerer Weltsicht mutiert selbst ein Küchenmesser zur "Mordwaffe".


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Mittwoch, 18. August 2010

Langsam kommt Bewegung in den Markt


Am 1. April 2008 ist in Deutschland § 42a WaffG in Kraft getreten und mit einem Schlag wurde es unmöglich, geschätzte 97 % der auf dem Markt befindlichen Taschenmesser legal zu führen. Weite Teile der hiesigen Messerindustrie haben diese Neuregelung ignoriert und weiter fleißig ihre Einhandmesser verkauft. Doch langsam bessert sich die Lage und es kommen Zweihandmesser in modernem Design auf den Markt.

Führend ist dabei der Messerdesigner Dietmar Pohl - und zwar nicht nur bei seinen früheren Arbeitgebern, sondern auch in seiner eigenen Firma. Die bringt nun mit dem Modell Bravo One Outdoor ein reines Zweihandmesser auf den Markt. Im Gegensatz zu Pohls großen Klappmessern der "Alpha"-Serie ist dieses kleiner dimensioniert und somit uneingeschränkt EDC-tauglich. Das Bravo One entspricht ziemlich exakt meinen Anforderungen an ein solches Alltagsmesser. Einzig der Preis von voraussichtlich etwa 130 € ist ein wenig hoch, aber damit werde ich leben können. (BTW: Liest Pohl hier vielleicht mit? ;-)) Einziger Wermutstropfen: Das Messer soll erst im Herbst lieferbar sein.

Für die Zukunft sollte Pohl auch über andersfarbige Griffe (z.B. sandfarben) und weitere Klingenvarianten für die "Bravo"-Reihe nachdenken.

Hoffentlich ziehen andere namhafte Hersteller bald nach, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Leider sieht es etwa bei der Fa. Böker insofern eher schlecht aus. Auch der neueste Katalog strotzt vor Einhandmessern. Selbst das Modell Exskelibur, welches ich eigentlich für eines der wenigen modernen Zweihandmodelle gehalten hatte, wird im neuen Böker-Katalog als Einhandmesser mit Daumenöffnung beworben. :-( Reinrassige Zweihandmesser scheinen hingegen die neuen Modelle Haddock und Cox zu sein - doch muß man deren eigenwilliges, von einem Dänen entworfenes Design schon mögen und mit Preisen von 160 bzw. 180 € sind sie alles andere als billig.

Also, verehrte deutsche Messerindustrie: Wir warten immer noch.


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Foto: www.pohlforce.de.

Mittwoch, 14. Juli 2010

Eine armselige Vorstellung



Gelegentlich mußte ich hier schon grantelige Artikel veröffentlichen, um meiner Verärgerung über die Geschäftspraktiken in Teilen der deutschen Waffenbranche Ausdruck zu verleihen. Vorsicht, heute ist es wieder soweit. ;-)

Beginnen wir mit der bekannten Firma B. aus S. Sie tritt als Importeur und deutscher Vertreter eines russischen Messerherstellers auf, doch findet sich aus dessen großem Angebot nur ein kleiner Bruchteil auf der Webseite der Fa. B. (und dann noch zu vergleichsweise horrenden Preisen – doch darüber will ich mich nicht beklagen, Monopolgewinne eben). Da die Fa. B. lieber eigene Produktbezeichnungen erfindet, anstatt die des Herstellers zu verwenden, kann man nie sicher sein, welches Messer man genau erhält.
So erging es auch mir: Ein bestimmtes Modell stand auf der Wunschliste, ein anderes (aber ähnlich aussehendes) wurde geliefert. Nun gut, so dachte ich mir in meiner Naivität, dann schickst du das Messer eben zurück und legst einen freundlich formulierten Brief bei, in dem du um die Beschaffung des gewünschten Modells bittest und die Übernahme aller eventuell entstehenden Zusatzkosten zusicherst.
Pustekuchen – die Firma B. aus Solingen hielt es nicht für nötig, mit mir zu kommunizieren. Auf meinen Brief kam keinerlei Reaktion, nicht mal eine kurze Absage. Lediglich das bereits bezahlte Geld wurde leise wieder zurückerstattet.

Nächstes Beispiel: die Firma S. aus M. Die Fa. S. ist ein Versandhändler für „taktische“ Produkte und mit der sehr bekannten Fa. H., die als Importeur und Großhändler auftritt, „verwandt“. Beide Unternehmen residieren in Mellrichstadt unter der gleichen Anschrift und schalten regelmäßig halb- und ganzseitige Annoncen in den einschlägigen Fachzeitschriften. Doch wenn man als potentieller Kunde mit ihnen Kontakt aufnehmen möchte, wird man sein blaues Wunder erleben. Die Firma H. hat in der Vergangenheit auf mehrere Ansprechversuche per E-Mail gar nicht reagiert. Auf telefonische Anfragen erhielt ich wenigstens ausweichende Antworten; O-Ton: „Fragen Sie doch in einem Vierteljahr noch mal nach“. Als ich dies tat – s.o., nichts.

Doch zurück zur Firma S. Im Februar verspürte ich den dringenden Wunsch, zwei Produkte eines amerikanischen Herstellers von taktischer Ausrüstung zu bestellen. Die erste Anfrage ging unerwartet gut, die gewünschten Artikel könne man in zwei bis drei Wochen besorgen. So habe ich am 9. Februar 2010 eine Bestellung aufgegeben. Daraufhin passierte, man ahnt es schon, lange Zeit nichts. Die avisierten drei Wochen verstrichen, nach fünf Wochen schickte ich eine erste Nachfrage per E-Mail, die – natürlich – ohne Antwort blieb. Im März rief ich dann einmal an, wo man mir sagte, daß es eine Bestellung auf meinen Namen nicht gebe. So schickte ich also eine weitere E-Mail, worauf mir gesagt wurde, daß man sich nach der IWA darum kümmern wolle. Doch auch dann passierte nichts.
Nach weiteren ereignislosen Wochen begann das Spiel von vorne: Telefonat, keine Bestellung auf meinen Namen gefunden, E-Mail, warten. Doch dann geschah ein Wunder: Mitte April wurde mir endlich einer der bestellten Artikel geliefert.
Der zweite mußte allerdings erneut in den USA bestellt werden, denn mein Auftrag war wieder einmal verschlampt worden. Ich hatte nur insofern Glück, als Artikel Nummer 1 zufällig in Mellrichstadt am Lager war.
Als ich die Hoffnung schon längst aufgegeben und mich anderweitig umgetan hatte, kam Ende Mai doch noch ein Paket. Nun ja, zu spät. So ging Artikel Nr. 2 eben wieder zurück, verbunden mit einem Brief, in welchem ich den soeben beschriebenen Ablauf noch einmal kurz dargelegt habe. Reaktion darauf: Keine. Das Geld wurde mir zurückerstattet, aber auf eine Entschuldigung warte ich noch heute. Die Fa. S. war sogar so frech, mir für die beiden getrennten Lieferungen zweimal die Versandkosten zu berechnen.

Fazit: Die Firma S. weigert sich (ebenso wie ihr Mutterhaus H.), mit ihren Kunden angemessen zu kommunizieren. Wenn längere Lieferzeiten entstehen – was aus verschiedenen Gründen immer der Fall sein kann! –, dann erwarte ich, darüber informiert zu werden. Es geht jedoch nicht an, daß aus zugesagten drei Wochen drei Monate werden. Noch viel schlimmer ist das unprofessionelle Agieren insgesamt. Wie kann es sein, daß aufgegebene Bestellungen mehrfach (!) verlorengehen? Offenbar funktioniert das interne Controlling überhaupt nicht. Warum besitzen die Mitarbeiter nicht das geringste Verantwortungsgefühl, so daß man als Kunde ständig nachfragen muß? Weshalb wird nicht versucht, das verlorengegangene Vertrauen des Kunden etwa durch einen kleinen Rabatt zurückzugewinnen? Dadurch könnte man auch die überaus strapazierte Geduld des Bestellers streicheln.

Nein, statt dessen „business as usual“. Anscheinend war mein desaströses Erlebnis mit der Fa. S. für die Damen und Herren in Mellrichstadt Alltag, weshalb sie ihr eigenes, absonderliches Verhalten gar nicht mehr erkennen können. Das Schlimme ist ja nicht, daß Fehler passieren (dies ist immer möglich, darüber bin ich mir im klaren), sondern daß dieselben Fehler ständig wiederholt werden und die Mitarbeiter diese überhaupt nicht erkennen.
Nun ja, ich werde diesen Anbieter in Zukunft meiden. Und ich wünsche ihm – und allen Unternehmen der deutschen Waffenbranche, die ähnlich dilettantisch agieren – ein schnelles Ende in Form der Insolvenz. Denn so straft der Markt das Versagen eines Anbieters ab. Dem Herrgott sei für den Kapitalismus gedankt.


PS: Aus diversen Berichten weiß ich, daß meine Erfahrungen vielleicht außergewöhnlich sein mögen, aber dennoch keine Einzelfälle sind. Gerade die Marotten der Firmen aus Mellrichstadt sind wohlbekannt. Und die Probleme sind nicht auf Deutschland beschränkt. Dieser Schütze aus Österreich hat große Schwierigkeiten, akzeptable KK-Munition zu bekommen.

PPS: Um evtl. Mißverständnissen vorzubeugen: Das obige Bild dient lediglich der Illustration. Es stammt von der Shot Show 2010; das Unternehmen, dessen Stand dort abgebildet ist, ist mir gänzlich unbekannt.


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Mittwoch, 4. November 2009

Präsentation


Glücklicherweise besteht hierzulande für WBK-freie Waffen (noch?) keine Tresorpflicht, so daß man mit ihnen ohne weiteres sein Wohn- oder Arbeitszimmer dekorieren kann. :-) Letzteres habe ich auch getan: Die Luftgewehre hängen in einem Waffenregal an der Wand (das nur in Holland zu bekommen war); die Luftpistolen und Messer befinden sich (vorerst) in einem der Bücherregale.


Montag, 2. November 2009

02.11.2009: Text des Tages

Gestern hatte ich die Fandorin-Krimis von Boris Akunin kurz vorgestellt, heute soll nun ein Auszug aus "Der Tod des Achilles" wiedergegeben werden. Der Text erinnert deutlich an die Werke Lermontows (siehe hier und hier) und schildert die Erziehung eines Jungen in den wilden Gegenden des Kaukasus zur Mitte des 19. Jahrhunderts:
"[...]

Den Säbel gab Hassan seinem Neffen nicht in die Hand; Arm und Schultern sollten erst noch wachsen. Aber einen Dolch schenkte er ihm gleich am allerersten Tag und wies ihn an, sich nie von ihm zu trennen: "Hänge ihn dir um den Hals, wenn du nackt in den Fluß steigst, um zu baden." Nach einiger Zeit war der Dolch für Ahimaaz zu einem Körperteil geworden, so wie der Stachel für die Wespe. Mit ihm konnte man Reisig fürs Feuer hauen, den erlegten Hirsch zum Ausbluten bringen und einen feinen Span schnitzen, um sich nach dem Hirschbraten in den Zähnen zu stochern. Am Rastplatz, wenn es weiter nichts zu tun gab, übte Ahimaaz Zielwerfen gegen einen Baum: im Stehen, Sitzen oder Liegen. Diesen Zeitvertreib bekam er nie über. Zuerst vermochte er nur eine Kiefer zu treffen, später auch schon eine junge Buche und am Ende jeden beliebigen Buchenast.

[...]" (S. 255)


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Bild 1: B. Cannarssa.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Der "Waffenhammer"


Vor einigen Wochen hatte ich hier bereits angedeutet, daß ich auf der Suche nach einem neuen "EDC"-Taschenmesser aus modernen Materialien bin, wobei gegen ein "taktisches" Design keine Einwände vorliegen. Nach einiger Suche bin ich im Böker-Programm auf die Messer der italienischen Firma Fox Knives Military Division (Abk.: FKMD) aufmerksam geworden. Im Gegensatz zu den Produkten von Extrema Ratio, die auf mich allesamt kantig, klobig und häßlich wirken, kann man, denke ich, den meisten FKMD-Messern eine gewisse Eleganz nicht absprechen.

Da Böker ein anderes Messer, das Exskelibur 1, welches ich zuvörderst ins Auge gefaßt hatte, noch nicht liefern kann, habe ich mich jetzt also für das Modell Gunhammer (vgl. hier und hier) entschieden. Im Gegensatz zu dem robusten Namen ist es schlank und relativ leicht (110 g) und liegt mir hervorragend in der Hand, sogar besser, als mein persönliches Referenzmodell Gerber Harsey Air Ranger. Der Griff besteht aus unterschiedlich rauhem Kunststoff, was - ebenso wie die teilweise Riffelung auf dem Griffrücken und der 8,5 cm langen Klinge - für Rutschfestigkeit sorgt. Die Verarbeitung ist insgesamt hervorragend; Klingenspiel konnte ich keines feststellen. Die Schärfe "out of the box" ist nicht zu beanstanden.




Endlich kann ich wieder ein Messer mit Clip führen, was für mehr Ordnung in meiner Hosentasche sorgt. ;-) Selbiger Clip kann wahlweise rechts oder links montiert werden, wobei das Messer immer "tip up", also mit der (eingeklappten) Klingenspitze nach oben geführt wird.
Geliefert wird der "Waffenhammer" in einer kleinen Schatulle. Die Entfernung des Pins für die Daumenöffnung war ohne weiteres möglich, womit das Klappmesser den Vorgaben des deutschen Waffenrechts (§ 42a WaffG) entspricht und legal führbar ist.

Das Gunhammer ist, wenn man so will, ein "tactical gentleman's knife" und paßt fast exakt zu meinen Anforderungen: Weder zu groß noch zu klein, alltagstaugliche Klinge, sehr gute Handlage, Clip, robuste Materialien, leicht zu reinigen. Kurzum eine Investition, die sich gelohnt hat.

Mein einzigster Kritikpunkt ist die Farbwahl: ein ganz schwarzes Messer könnte im Alltag nicht unproblematisch sein. Nachdem ich allerdings vor drei Wochen miterleben mußte, wie ein klassisches Jagdtaschenmesser mit Hirschhorngriff hysterische Reaktionen auslöste, mache ich mir darüber keine größeren Sorgen mehr.



PS: Im Novemberheft der Zeitschrift Visier wird ein Taschenwerkzeug von FKMD vorgestellt.






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Montag, 19. Oktober 2009

19.10.2009: Video des Tages

Heute stellt ein Messersammler drei "taktische" Klappmessermodelle vor, darunter auch das FKMD Profili. Letzteres zählt zu jenen Messern der Fox Knives Military Division, die mir vor einigen Wochen ins Auge gefallen sind und seither auf meinem Wunschzettel stehen - Einhandöffnung hin oder her. ;-)



Freitag, 9. Oktober 2009

09.10.2009: Bilder des Tages


Wie gestern bereits angekündigt folgt heute der zweite Teil der Bilderreihe über die polnischen Volksarmee in der Frühphase des Kalten Krieges, wobei ein Schwerpunkt auf den Anwendern des Kampfmessers wz. 55 - also den Aufklärungs- und Infanterieeinheiten - liegt. Gut zu sehen sind auf den meisten Fotos die sowjetischen Handfeuerwaffen, die damals in Polen Verwendung gefunden haben.









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Donnerstag, 8. Oktober 2009

08.10.2009: Bilder des Tages


Nachdem ich hier bereits das polnische Kampfmesser wz. 55 vorgestellt habe, sollen heute und morgen Fotos gepostet werden, die das Messer "im Einsatz" zeigen bzw. uns einen Eindruck von der polnischen Volksarmee in der (Früh-) Zeit des Kalten Krieges vermitteln.









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Samstag, 26. September 2009

Vier Panzersoldaten und ein Hund

Vor zwei Wochen konnte ich mir einen seit Jahren gehegten Wunsch erfüllen und die DVDs einer polnischen Fernsehserie erstehen, die für viele Ostdeutsche Kultcharakter hat. Doch auch in Polen, in Rußland und sogar in Israel hat sie zahlreiche Fans. Die Rede ist von „Vier Panzersoldaten und ein Hund“ (poln. Originaltitel: Czterej pancerni i pies, russ. Titel: Четыре танкиста и собака). Seit ich die Serie 1988 - damals noch im zarten Kindesalter - erstmals im DDR-Fernsehen gesehen hatte, wollte ich sie noch einmal anschauen. Leider war dies in Deutschland bis dato nicht möglich. Die Gründe dafür sind mir schleierhaft, vielleicht ist es Angst vor vermeintlicher kommunistischer Propaganda? Doch in Kolberg war es endlich möglich, eine DVD-Kollektion des polnischen Fernsehens zu erwerben, die glücklicherweise über deutsche und englische Untertitel verfügt.

Die insgesamt 21 Folgen, die auf dem gleichnamigen Roman von Janusz Przymanowski basieren, sind von 1966 bis 1970 entstanden und stellten bei ihrem Erscheinen eine kleine Revolution dar. Wurde doch der zweite Weltkrieg nicht mehr schwermütig, pathetisch und propagandistisch verarbeitet, sondern ein wenig lockerer und sogar humorvoll. Die Serie hat die richtige Mischung von allem, was einen guten Kriegsfilm ausmacht: Abenteuer, Waffen, Kampf, Kameradschaft, Liebe, Pathos, Emotionen, ohne es mit einem davon zu übertreiben. Zudem hält sich die Gewaltdarstellung in Grenzen, weshalb keine „Verrohung der Jugend“ zu befürchten ist.




Inhaltlich geht es um einen jungen Polen namens Janek, der 1943 in der Sowjetunion lebt und sich dort als Jäger verdingt. Eigentlich sucht er seinen Vater, der 1939 einer der Verteidiger der Westerplatte war. Als es nun zur Aufstellung polnischer Truppen in der UdSSR – der Polnischen Volksarmee (poln. Abk.: LWP) – kommt, meldet er sich freiwillig, um für die Befreiung seiner Heimat zu kämpfen. Er und sein Jagdhund Scharik kommen zu einer Panzerbrigade, womit die Abenteuer ihren Lauf nehmen, die ihn und seine Kameraden bis zum Mai 1945 nach Berlin führen werden. (Mehr dazu bei Wikipedia.)
Teile der Handlung sind allerdings rein fiktiv. So halte ich es etwa für unwahrscheinlich, daß Deutschland in Pommern eine Atomfabrik betrieben und im Frühjahr 1945 eine Seelandung zur Evakuierung dieser Fabrik organisiert hat. Auch die säbelschwingenden Kavalleristen, die in zwei Episoden auftauchen, dürften vor allem eine Remineszenz an den Glorienschein vergangener Zeiten sein. Doch sollte man dies unter künstlerischer Freiheit verbuchen, schließlich handelt es sich nicht um eine Dokumentation.

Die Serie ist nicht nur unterhaltsam, sondern auch hochinteressant. Es wimmelt von mehr oder weniger versteckten Andeutungen zu historischen oder politischen Fragen (wenn man sie denn versteht), ohne daß diese in epischer Breite ausgewalzt werden. Beispiel: Bei ihrem Vormarsch in Pommern greifen sie einen deutschen Jungen auf, der seine Eltern verloren hat. Zum Abschied schenkt ihm der Georgier Gigorij einen Spielzeugfrosch, woraufhin ein Pole meint, Grigorijs Säbel wäre ein besseres Geschenk gewesen, damit der Junge seine Zähne behält. Oder: Im Frühjahr 1945 verlieren sie ihren Jeep, woraufhin sie in ein Lager der Roten Armee einbrechen und einen anderen stehlen. Dabei stellen sie fest, daß es sich um ihr eigenes Fahrzeug handelt. Ihr Kommentar: Unter Nachbarn kann es schon einmal vorkommen, daß man sich gegenseitig beklaut. ;-)



Selbst der Spitzname „Ogonjok“ (dt.: Flämmchen) von Janeks Verlobter Marusia, einer Sanitäterin der Roten Armee, scheint mir kein Zufall zu sein. Denn 1943 ist in der SU ein gleichnamiges Lied entstanden, in dem es um einen Soldaten geht, der seine Liebste so nennt. Überhaupt sind die Frauen ein eigenes Thema in „Vier Panzersoldaten und ein Hund“. Der Held, Janek, kann sogar zwischen zweien wählen. ;-) Und auch seine Kameraden knüpfen Kontakte zum anderen Geschlecht. Dennoch bleibt das alles im Rahmen, ohne sich in schwülstigen Liebeserklärungen zu verlieren. Hier zeigt sich wiederum die Stärke des Films: Lieber ein paar kurze Andeutungen, die die Phantasie des Zuschauers anregen, als ein Auswalzen um jeden Preis. Zudem dürfte dies eher der Realität von Frontbeziehungen im 2. WK entsprechen als alle pathetischen Schilderungen (siehe auch hier).
Mit den gezeigten Soldatinnen sollte man übrigens nicht spaßen, denn sie führen nicht nur Waffen, sie verstehen auch, damit umzugehen. ;-)



Bezeichnend ist ferner die Begegnung mit einem Offizier der alten polnischen Armee, der seit 1939 in einem deutschen Kriegsgefangenenlager saß und gerade freigekommen ist. Er fragt seinen früheren Untergebenen, welcher jetzt in der LWP dient, was er „in dieser Armee“ (nicht: „in unserer Armee“!) tue. Dann nimmt er ein Mosin-Nagant in die Hand, schüttelt es und stellt fest, daß es klappert. Seine Bemerkung dazu: „Die Mauser aus Radom hat nicht geklappert.“

Damit ist bereits angedeutet, daß der Waffenfreund in dieser Serie nicht zu kurz kommt. Janek ist ein hervorragender Schütze, und so sieht man ihn mit einer Jagdflinte, einem Mosin-Nagant-Karabiner, einem Karabiner 98 mit Zielfernrohr und einer PPSch-41. Doch meistens führt er eine erbeutete C-96-Pistole. An Blankwaffen wird ebenfalls einiges aufgeboten. Ich kenne nur wenige Filme, in denen sie derart häufig gezeigt werden und wo sich die Darsteller über die Vorzüge bestimmter Modelle oder eine Klingeninschrift unterhalten. Der geneigte (junge) Zuschauer lernt daraus vor allem, daß ein richtiger Mann immer ein Messer bei sich trägt. (Vielleicht liegt hier der Grund für mein Interesse an Blankwaffen? Irgendeine frühkindliche Prägung muß es doch gewesen sein. ;-))
Doch ein gewaltiger Fauxpas ist den Filmemachern unterlaufen. Während in einer Szene der Folge „Wysoka fala“ kurz ein Sturmgewehr 44 auftaucht und damit auch geschossen wird, ist selbiges danach durch eine AK-47 ersetzt worden (vgl. Bild 4). Das paßt natürlich nicht. Ansonsten hat man sich weitgehend um Originaltreue bemüht, selbst wenn fahrzeugmäßig nur noch die T-34-Panzer zeitgenössisch sind. Doch damit kann der Zuschauer, denke ich, leben.



Erstaunlich offen ist der Umgang mit einem anderen brisanten Thema: Diebstähle oder, moderater formuliert, dem Besitzerwechsel bei mehr oder weniger herrenlosen Sachen. Ein neuer Rekrut namens Tomasz, seiner Herkunft nach Bauernsohn, versucht, möglichst viel Beute zu machen und mit in sein heimatliches Dorf zu nehmen. Egal, ob eine Kuh hinter dem Panzer hergetrieben wird oder ob er sich an einem Plattenspieler (aus einem zerstörten Propagandawagen) oder an typisch deutschen Kuckucksuhren erfreut. Nur mühsam gelingt es seinen Kameraden, ihn insofern zu besänftigen. Hier zeigt sich das Kriegerleben in einer sehr urwüchsigen Form.

Gewiß, auch in „Vier Panzersoldaten und ein Hund“ findet sich Propaganda, allerdings mehr polnisch-patriotische denn kommunistische. Es ist deutlich weniger, als in vielen anderen Filmen, zumal solchen aus der Zeit des Kalten Krieges. Aufgefallen sind mir lediglich drei Szenen: Erstens wird Danzig als polnische Stadt bezeichnet, die man jetzt zurückgewonnen hätte. Ebenso wird alles Land östlich der Oder als genuin polnisch angesehen. Historisch betrachtet ist beides zwar Unfug, aber in Polen wohl nach wie vor herrschende Meinung. Und in der letzten Folge wird gegen pazifistische Tendenzen angegangen, als Gustlik meint, man habe kein Recht, seine Waffen wegzuwerfen, solange es die anderen nicht ebenfalls tun. (Letzteres erachte ich übrigens für eine sehr vernünftige Einstellung.)
Desweiteren hält sich sogar die Germanophobie in engen Grenzen. Ich kenne polnische und sowjetische Filme, in denen die Soldaten der deutschen Wehrmacht durchgängig als sadistische Bestien gezeichnet werden. Dem ist hier erfreulicherweise nicht so.



So, jetzt aber genug gelobt. ;-) Weitere umfangreiche Informationen zur Serie gibt es u.a. hier, hier, hier, hier, hier und hier. Es gab auch einmal eine deutsche Fanseite im Netz, die mittlerweile jedoch verschieden ist. In Polen existiert jedenfalls ein Diskussionsforum sowie ein Blog zur Serie.
Wenn man den polnischen Originaltitel oder die russische Übersetzung in die Videosuche von Google eingibt, so stößt man auf zahlreiche Videos mit Ausschnitten sowie auf mehrere Folgen in voller Länge. Einen Großteil der Filme sollte man außerdem hier und hier (inkl. Musikstücken) finden.
Die DVDs können hierzulande z.B. über Amazon.de bezogen werden. (Insofern ist die Lage besser als bei manchen russischen Filmen, die in Deutschland fast gar nicht erhältlich sind.)




Das erste Video (o.) beinhaltet die Eingangssequenz mit dem Titellied, das von Edmund Fetting gesungen wird. Das zweite stellt den Anfang der ersten Folge und somit Janeks Leben als Jäger in Ostsibirien dar. Im letzten Video singt Marusia ein Lied über die vier Panzersoldaten.

PS: Ja, es gibt ein Happy End. Janek findet seinen Vater - lebend. Und in der letzten Folge wird geheiratet ... ;-)




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