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Sonntag, 11. September 2011

Zwei blanke Souvenirs

Die beiden Kampfmesser M 1955 und M 1992 auf dem Buch von Zbigniew Gwozdz.


Vor einigen Tagen konnte ich meine Sammlung osteuropäischer Blankwaffen um zwei Stücke polnischer Provenienz erweitern. Zum einen um den Nachfolger des Sturmmessers M 1955, das Truppenmesser M 1992 (poln.: Nóż wojskowy wz. 92).
Hersteller ist die Fa. Gerlach. Das Messer ist in sechs verschiedenen Varianten erhältlich: mit anderthalbfach geschliffener Klinge, mit doppelseitiger Dolchklinge und mit Rückensäge, wobei die Klinge entweder blank oder geschwärzt ist. Die Qualität ist in Ordnung, aber nicht atemberaubend. Für umgerechnet 40 € kann man allerdings nichts anderes erwarten, die Messer sind eben militärische Massenfertigung und keine "custom knives".




Die zweite Neuerwerbung ist überhaupt nicht spektakulär: ein Bajonett-Messer 6H4 für die polnischen AKM-Varianten. Es verfügt über die übliche Ausstattung wie eine Drahtschere etc. Charakteristisch ist der kantige braune Griff, den man sonst nur von AK-74-Bajonetten kennt.




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Mittwoch, 4. November 2009

Präsentation


Glücklicherweise besteht hierzulande für WBK-freie Waffen (noch?) keine Tresorpflicht, so daß man mit ihnen ohne weiteres sein Wohn- oder Arbeitszimmer dekorieren kann. :-) Letzteres habe ich auch getan: Die Luftgewehre hängen in einem Waffenregal an der Wand (das nur in Holland zu bekommen war); die Luftpistolen und Messer befinden sich (vorerst) in einem der Bücherregale.


Freitag, 18. September 2009

Zwei Mitbringsel


Heute sollen zwei Mitbringsel von meiner jüngsten Polenreise vorgestellt werden. Erstens ein Militärmesser, das mich schon fasziniert hat, als ich Mitte der 1990er Jahre mit dem Messersammeln begann, welches ich mir aber in Deutschland nie leisten konnte bzw. wollte - sofern es überhaupt einmal irgendwo angeboten wurde. Die Rede ist von einem Nóż szturmowy wz. 55 (dt.: Sturmmesser Mod. 55; vgl. hier und hier).
Besagtes Messer hat eine interessante Geschichte. Die polnischen Verbände, die während des Zweiten Weltkrieges an der Seite der Roten Armee kämpften, führten u.a. die sowjetischen Aufklärermesser NR-40 und NR-43. Selbige wurden nach 1945 in den polnischen Streitkräften weiterverwendet. Mitte der 1950er Jahre sah man dann in Polen Bedarf für eine Weiterentwicklung, deren Ergebnis das Sturmmesser wz. 55 ist.



Mein Exemplar - das ich übrigens für 200 Zloty (~ 50 €) in der "Bastion" erstehen konnte - stammt aus dem Jahr 1957; es hat eine Klingenlänge von 15,7 cm und eine Gesamtlänge von 26,7 cm. Hersteller ist die Waffenfabrik in Radom. Wie man an den Gebrauchsspuren erkennen kann, wurde das Messer zwar geführt, aber nur wenig benutzt. Jedoch hat einer der Vorbesitzer das obere Element der Parierstange stärker gebogen, so daß es jetzt fast parallel zu Griff und Klinge steht. Damit wurde zwar die Gebrauchsfähigkeit des Messers erhöht, doch original ist es nicht mehr.



Viele Informationen zum Modell 55 und zu weiteren Blankwaffen, die von polnischen Soldaten im 20. und 21. Jahrhundert verwendet worden sind, liefert das abgebildete Buch: "Noże wojska polskiego" (dt.: Messer polnischer Truppen) von Zbigniew Gwóźdź (Warschau 2006, Verlag Bellona, ISBN 8311102449). Auf knapp 160, durchgehend farbig illustrierten Seiten wird fast jedes Messer und Bajonett vorgestellt, welches in polnischen Einheiten Verwendung gefunden hat. Die Bandbreite reicht vom ordinären Taschenmesser bis hin zum Fairbairn-Sykes-Dolch. Desgleichen werden wenig bekannte Prototypen und Einzelanfertigungen polnischer Provenienz behandelt.



Das Buch von Gwozdz ist mithin ein hervorragendes Nachschlagewerk für dieses Teilgebiet der europäischen Waffen- und Militärgeschichte; für die dafür aufgerufenen 28 Zloty (~ 7 €) erhält man eine Menge Gegenwert. Nur ein polnisch-deutsches Wörterbuch sollte man schon zur Hand haben. ;-) Das ist allerdings normal: Wer sich mit der Geschichte fremder Staaten beschäftigt, muß sich auch auf deren Sprache einlassen.




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Samstag, 5. September 2009

Das Museum polnischer Waffen


Das Museum der polnischen Waffen (poln.: Muzeum Oręża Polskiego) in Kolberg ist - neben einem Mineralienmuseum - einer der wenigen kulturellen Höhepunkte dieses eher beschaulichen Kurortes an der Ostseeküste. Demzufolge ist es meist auch gut besucht, und zwar nicht von finster dreinblickenden "Militaristen" im Tarnanzug, sondern von erstaunlich vielen jungen Eltern mit ihren Kindern, was den unverkrampften Umgang mit Waffen in der polnischen Gesellschaft indiziert.

Hier kann man eine große Auswahl an Blank- und Handfeuerwaffen, Uniformen und Militaria besichtigen. Die Darstellung ist sehr professionell, so werden z.B. alle Uniformen zusammen mit den passenden Effekten, Seitenwaffen etc. präsentiert. Inhaltlich geht es um alle Waffen, die auf dem Gebiet des heutigen Polen verwendet worden sind - vom Mittelalter bis etwa 1945. Dabei ist die Zuordnung allerdings sehr großzügig, weshalb auch die Bewaffnung der diversen polnischen Legionen in fremden Diensten ausführliche Beachtung gefunden hat.



Neben dem Museumsgebäude werden auf einem Freigelände Großgeräte wie Geschütze, Panzerfahrzeuge und Flugzeuge präsentiert. Der Eintritt ist recht preiswert und kostet inkl. Fotogenehmigung 8 Zloty (~ 2 €). Außerdem gehört zum Museum das Museumsschiff "Fala" (vgl. hier), welches im Hafen von Kolberg liegt.
Wie bei allen Waffen- und Militärmuseen stellt sich auch hier die Frage: Lohnt sich ein Besuch? Meine Antwort: Ja, unbedingt, aber man muß nicht extra deswegen aus Deutschland anreisen. Doch wenn man in der Nähe ist, sollte man unbeding hereinschauen.
Die folgenden Bilder vermitteln einen Eindruck von der Ausstellung.



Adresse: Ulica Emilii Gierczak 5, 78-100 Kołobrzeg

(Link bei Google Maps)

Weiterführende Links:
Offizielle Webseite (poln.)
Wikipedia (poln.)



Bilder 3 + 4: Mittelalterliche Waffen und Rüstungen.



Waffen aus dem 18. Jahrhundert.



Waffenkuriositäten: oben Stiftfeuerevolver und Stockdegen, unten Vorderladerpistolen mit Bajonett.




Oben Nagant-Revolver, unten diverse Revolver aus den polnischen Aufständen des 19. Jh.




Uniformen der polnischen bewaffneten Kräfte nach 1918.



Auch zahlreiche deutsche Waffen gehörten zur gemischten Ausrüstung der jungen polnischen Armee, hier etwa P 08 und C 96 (9 mm).



In der Zwischenkriegszeit wurden Mauser-Gewehre zur Standardbewaffnung. Rechts ein Gewehr, das ich bisher nur aus der Literatur kannte: Mosin-Nagant-Karabiner, in Polen nach dem 1. WK für die Aufnahme eines 98er Bajonetts aptiert.




Bemerkenswert: Das Hakenkreuz als Uniformabzeichen polnischer Gebirgsjäger anno 1939.



Sowjetische Maschinengewehre aus der Zeit des 2. WK.



Sowjetische Infanteriewaffen, die während des 2. WK und danach von polnischen Einheiten geführt worden sind.



Dazu zählen auch diese beiden Selbstladegewehre: rechts ein SWT-40, links ein von Simonow konstruiertes AWS-36.



Sowjetische Kurzwaffen, in der Mitte der Vorläufer der berühmten Pistole TT-33, eine ebenfalls von Tokarew konstruierte TT-30.



Uniformierung der polnischen Verbände, die während des 2. WK im Rahmen der Roten Armee gekämpft haben.



Bodenfunde aus der Schlacht um Kolberg (1945).



Uniformen der polnischen Armee aus den Jahren 1944/45.



Nachtrag: Zwei literarische "Beutestücke" aus dem leider nicht sehr üppigen Museumsladen.


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Mittwoch, 21. Januar 2009

Meine persönlichen Shot-Show-Highlights


Nach den vielen Videos und Links möchte ich heute noch etwas über meine persönlichen Highlights auf der Shot Show 2009 schreiben. Wäre ich Journalist, müßte ich an erster Stelle natürlich den neuen Ruger LCR erwähnen und ausführlich besprechen. Da ich aber kein besonderer Revolverfan und zudem nicht in offizieller Mission unterwegs bin, soll hier die bloße Nennung genügen. ;-) Schon mehrere Tage vor Messebeginn hatten Gerüchte um eine taktische Variante des Ruger Mini-14 die Runde gemacht. Ruger hat tatsächlich zwei derartige Waffen vorgestellt, wobei die Reaktionen gemischt ausgefallen sind. Nichtsdestotrotz zwei interessante Modelle.

Überhaupt standen Selbstladegewehre in diesem Jahr im Rampenlicht, da die befürchteten Gesetzesänderungen infolge der Wahl Barack Obamas in diesem Segment zu einem wahren Kaufrausch geführt haben. Insbesondere der Klassiker AR-15 wurde mehrfach als das meistverkaufte Gewehr bezeichnet - wohlgemerkt: nicht nur unter den Selbstladern. Damit zeigt sich, daß es gelungen ist, SL-Gewehre auch im Bereich der Sport- und Jagdwaffen zu etablieren. Von letzteren zeugen etwa die tarnfarbenen Varianten, die u.a. Remington anbietet. Tarn- oder Erdfarben werden für Waffen immer populärer, so auch bei SIG Sauer (siehe hier und hier) oder dem AUG von MicroTech, was - wenn es gut gemacht ist - meinen Geschmack eher trifft als eine ganz in Schwarz gehaltene Waffe. ;-) Aber auch letztere können schön aussehen, wie etwa dieses Gewehr.

Mit viel Pomp wurde von Umarex eine Kleinkaliberversion des AR-15 vorgestellt und hat eine entsprechende Aufmerksamkeit erfahren. Bescheidener ging es insofern bei Smith & Wesson zu, die ebenfalls eine KK-Variante ihres unter der Bezeichnung M&P 15 produzierten AR-15 ausgestellt haben (vgl. auch hier). Fragt sich nur, ob die beiden Gewehre auch in Deutschland erhältlich sein werden - und wenn ja, zu welchen Bedingungen (evtl. nur auf Jagdschein?). Angesichts einschlägiger Erfahrungen mit Umarexprodukten würde ich persönlich vielleicht eher zu der S&W-Waffe neigen. ;-) Auf den gleichen Trend ist jetzt übrigens auch SIG Sauer mit dem SIG 522 aufgesprungen. :-)
Interessant ist, daß dies nicht die ersten KK-Varianten großkalibriger Selbstladewaffen sind, die in den letzten Jahren in den Markt eingeführt wurden, man denke da z.B. an die GSG-5 und die GSG AK-47.
Volquartsen, für seine Tuningarbeiten an KK-Gewehren wie dem Ruger 10/22 bekannt, hat ein neues Präzisiosngewehr vorgestellt: das Volquartsen Fusion, welches nicht nur in .22 l.r., sondern auch in weiteren Kalibern wie .17 HMR und .22 WMR angeboten wird.

(Angesichts dieser beeindruckenden Fülle an interessanten KK-Selbstladern könnte man als Deutscher ob der Restriktionen, denen diese Gewehre hierzulande unterworfen sind, schon in leichte Depressionen verfallen. :-( )

Wenn man die Selbstlader, insbesondere den AR-15-Varianten, betrachtet, fällt auf, wieviel Wert man in den USA offensichtlich auf eine offene Visierung am Gewehr legt. Während - meiner Beobachtung nach - hierzulande der Trend zu ausschließlich mit einer Zieloptik bestückten Langwaffen geht und man das Schießen über Kimme und Korn als tendenziell überflüssig betrachtet, will man jenseits des Atlantik offensichtlich nicht auf gute "Iron Sights" verzichten. Dies hat mit Sicherheit auch mit den behördlichen Waffennutzern zu tun, erscheint mir dennoch so relevant, daß es hier festgehalten werden soll.

Bei den Repetiergewehren verdienen m.E. zwei Neuheiten besondere Aufmerksamkeit. Navy Arms hat eine Replika des US-Klassikers Springfield 1903 vorgestellt, die zum Teil aus Originalteilen besteht. Savage Arms hat mit dem Savage 10 BAS Tactical Rifle ein Präzisionsgewehr im Kaliber .308 Winchester präsentiert, welches sich u.a. dadurch auszeichnet, daß sich ein Teil des für das AR-15 bestimmten Zubehörs auch damit verwenden läßt.

Im Bereich der Druckluft- und CO2-Waffen gab es ebenfalls einiges zu sehen (ausführliche Berichte siehe hier und hier). Besonders erwähnenswert erscheint mir neben der von Umarex vorgeführten CO2-Makarow ein ebenfalls mit CO2 betriebenes Wechselsystem für das AR-15 im Kaliber 4,5 mm namens BF-17. Hersteller ist die Fa. Pilkington (siehe auch hier). Fragt sich nur, ob wir dieses irgendwann einmal auch als Komplettwaffe mit "F" in Deutschland erwerben können. Für ausgeschlossen erachte ich dies nicht, weder in technischer noch in rechtlicher Hinsicht.

Unter dem zahlreich vertretenen Zubehör ist mir als Messersammler natürlich das Pistolenbajonett von LaserLyte aufgefallen. Der potentielle Nutzwert ist zwar extrem gering, aber es ist auf jeden Fall ein netter Gag. Elektronikfreaks sollten sich überdies einmal das Scharfschützengewehr mit iPod ansehen. Schließlich sind noch die preiswerten Benchrestauflagen von Battenfeld zu erwähnen sowie ein neues Buch über Kalaschnikow- und SKS-Gewehre anzuzeigen (Vertrieb hier).

Das waren meine persönlichen Höhepunkte, soweit sich eine Veranstaltung in Florida von einem deutschen PC aus überhaupt einschätzen läßt. Es gäbe mit Sicherheit noch mehr zu schreiben. Freuen wir uns daher auf die kommenden Berichte in der deutschen Fachpresse, verfaßt von Leuten, die live dabei waren. ;-)


Nachtrag (26.01.): Auch dieser Blogger konstatiert einen Trend hin zu modernen KK-Selbstladegewehren.


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Bild: NRAhab.com (abgebildet ist ein S&W M&P-15 in .22 l.r.).